Welche Möglich­keiten E-Learning heute bietet: Nicht mehr allein zuhaus

Ob Büffeln im virtuellen Klassen­zimmer, die Mitarbeit an Wikis oder das Vokabeltraining per App – warum Lernen im 21. Jahr­hundert so spannend ist.

Im Internet lernen

Noch in den 1990er Jahren bedeutete E-Learning vor allem eins: Lernen mit Daten­trägern wie CD-Roms für den Computer. Dabei saß der Lernende vor dem Bild­schirm seines PCs und klickte sich durch die Lektionen eines Lern­programms. Ganz allein – ohne Lehrer, ohne Mitstreiter.

Computerbasierte Trainings auf CD-Rom, auch CBTs oder Lernsoftware genannt, gibt es heute nach wie vor. Doch findet elektronisch unterstütztes Lernen inzwischen immer mehr im Internet statt, zum Beispiel in virtuellen Klassenräumen oder in Chats und Diskussions­foren.

Das große Plus: Im Netz können sich Lernende trotz räumlicher Trennung mit anderen Teilnehmern, mit Lehr­kräften und Tutoren austauschen, und zwar schriftlich und mündlich. Sogar Blick­kontakt ist mithilfe von Kameras, so genannter Webcams, möglich. Vor dem Computer vereinsamen muss heute also niemand mehr.

E-Learning macht unabhängig

Es gibt viele Gründe, die für die Lernform E-Learning sprechen. Der wohl entscheidendste Vorteil: Es macht unabhängig. Jeder kann mit digitalen Medien an (fast) jedem Ort der Welt Neues büffeln. Voraus­gesetzt, es gibt einen Computer und eventuell einen Internet­zugang – und bei Bedarf ein Head­set, eine Kombination aus Kopf­hörer und Mikrofon, damit sich Lernende miteinander unterhalten können.

Aber auch mit einem mobilen Gerät, also etwa einem Net- oder Notebook oder Smartphone, lassen sich unterwegs im Park, im Zug oder in der Biblio­thek Vokabeln oder Aufgaben für den Führer­schein pauken. Apps, Podcasts und Lernsoftware machen das möglich.

Wer gern spielerisch lernt, hat auch die Möglich­keit, dies per elektronischem Plan­spiel zu tun – in vielen Fällen eine gute Option, wie unser Test von Plan­spielen Betriebs­wirt­schaft gezeigt hat.

Auch zeitlich sind E-Learner meist unabhängig. Und es gibt einen weiteren Vorteil: Mit dieser Lernform kann jeder sein Lerntempo selbst bestimmen.

Natürlich gibt es auch Nachteile: Wer elektronisch lernt, braucht viel Eigen­initiative und Selbst­disziplin, weil er das Lernen selbst organisieren muss. Weiterbildungs­anbieter kombinieren E-Learning deshalb gern mit Präsen­zunter­richt, also Unter­richt vor Ort, weil es die Teilnehmer durch den Austausch mit anderen Kurs­besuchern und Dozenten stärker moti­viert. Die Mischung aus Präsenzkurs und E-Learning heißt Blended Learning.

Schlauer per Wiki

Neuen Schub haben dem Thema E-Learning jüngst die sozialen Medien verliehen. Dahinter stecken digitale Medien und Werk­zeuge, mit deren Hilfe Nutzer sich unter­einander austauschen und Inhalte allein oder gemein­sam erstellen können. Da keine Daten, sondern Menschen miteinander verknüpft werden, ist von „sozialen“ Medien die Rede.

Wikis, Blogs und soziale Netz­werke – vor allem für die Jüngeren, die mit diesen Medien aufgewachsen sind, die „digital Natives“, gehören sie auch zum Lern­alltag. Vor der Mathe-Klausur kann ein Video auf Youtube helfen, Tipps für die Uni-Prüfung gibt es schnell und aktuell im Internet. Schon heute organisieren sich viele so ihr Wissen selbst – ganz ohne Institut und Kurs. Austausch und Beteiligung ersetzen vorgefertigte Stundenpläne. Kurz: Hier lernt man gemeinschaftlich und teilt sein Wissen.

Jobthemen diskutieren Nutzer etwa in sozialen Netz­werken, in Blogs tauschen sie Erfahrungen, Meinungen und Wissen aus und in Wikis erstellen sie gemein­sam Inhalte, frei nach dem Motto „Jeder ist ein Lehrer“ – darum geht es im „Social Web“. Und die gute Nach­richt der Lern­experten lautet: Wer im Austausch mit anderen lernt, lernt effektiv, auch in der virtuellen Welt.

Quellen einschätzen und bewerten

Soziale Medien verändern das Lernen und die Rolle des Lernenden. Klar sein muss: Wer sich auf diesem Weg Wissen aneignet, muss Informationen stärker reflektieren und in der Lage sein, Quellen einzuschätzen und zu bewerten. Nutzer von sozialen Medien sollten deshalb mit kritischem Blick lesen und zum Beispiel genau hinschauen, wer die Verfasser der Artikel sind.

Tipp: Der kostenlose Leitfaden Weiterbildung E-Learning der Stiftung Warentest informiert auf sechs Seiten ausführ­lich über die wichtigsten Lernwege, ihre Vor- und Nachteile und gibt ganz konkrete Tipps.

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