Kapsel­maschine Qbo von Tchibo Schnelltest

Bunte Brühwürfel und edles Design. Die You-Rista aus der Qbo-Serie von Tchibo lässt sich per Smartphone bedienen.

Smart, individuell, connected. So beschreibt Tchibo seine Neuheit Qbo. Dahinter stecken würfelförmige Kapseln und eine Kaffee­maschine, die sich per Smartphone steuern lässt. Mit 37 Cent je Kaffekapsel und 299 Euro für die Maschine ist Qbo vergleichs­weise teuer. Der Schnell­test klärt, ob sich die Investition lohnt – und wie Tchibo im Vergleich mit Markt­führer Nespresso abschneidet.

Die Kaffee­tests der Stiftung Warentest

Hoch­wertiger Eindruck

Ähnlich wie Nespresso vertreibt Tchibo Qbo-Maschinen und -Kapseln nur in speziellen Qbo-Stores und im Internet. Der erste Eindruck der Tester ist positiv. Die Verpackung der Maschine haben Tüftler entworfen: Zwei Laschen lösen – schon entfaltet sich der Karton und die Qbo lässt sich mit einem Griff entnehmen. Kaffee­auslass und Über­laufsieb bestehen aus Edelstahl. Wasser­tank, Kapselbehälter und die Abstell­fläche für kleine Espressotassen – all das verschwindet elegant im Gehäuse. Für eine Kapsel­maschine ist Qbo vergleichs­weise groß, schwer und ungewöhnlich teuer. Sie ist aber auch optisch hoch­wertiger als viele Konkurrenz-Modelle. Zum Zeit­punkt des Tests war die Maschine nur ohne Milch­tank erhältlich. Dieser kostet 50 Euro zusätzlich. Wer Cappuccino, Latte Macchiato und Milch­kaffee trinken möchte, braucht diesen Tank.

Ohne sensorische Fehler

Kapsel­maschine Qbo von Tchibo Schnelltest

Zwei Caffè Crema: Links Nespresso Vivalto Lungo, gebrüht in einer Krups Inissa XN 1005. Rechts: Qbo Caffè Buna Enteta, gebrüht in einer Qbo You-Rista.

Die Maschine heizt und brüht recht schnell – und duzt ihren Benutzer: Nach 46 Sekunden erscheint im Display „Genieße dein Getränk“. Sensorisch über­zeugt der Espresso Indian Nilgiri. Schon der erste ist 71 Grad heiß. Er trägt deutliche Röstaromen und eine braunmelierte Schaumkrone. Der Caffè Crema Buna Enteta schmeckt etwas weniger intensiv und wäss­riger als der Sieger des letzten Kapseltests: Nespresso Vivalto Lungo. Trotzdem sind die würfelförmigen Qbo-Kapseln ähnlich teuer wie die von Nespresso: 37 Cent je Stück. Ein Kilo Kaffee­pulver kostet so umge­rechnet rund 49 Euro.

App ohne Start­befehl

Kapsel­maschine Qbo von Tchibo Schnelltest

Qbo – Create your Coffee. So erscheint die App auf dem Smartphone.

Mithilfe der Smartphone-App können Nutzer die Zubereitung steuern, individuell das Verhältnis von Milch zu Kaffee bestimmen und Lieblings­rezepte speichern. Besuchen sie Freunde, die ebenfalls eine Qbo-Maschine besitzen, können sie auch dort ihren persönlichen Wunsch­kaffee zubereiten. Über WLan gelangt die Bestellung zur Maschine. Die smarte Bedienung hat jedoch zwei Nachteile. Erstens: Die App kann den Brüh­vorgang nicht starten. Wer Kaffee will, muss also stets in die Küche gehen und den Start­knopf an der Maschine drücken. Dass der Morgen-Espresso schon fertig ist, wenn der Wecker klingelt, bleibt daher ein Traum.

Exzessive Daten­sammelwut

Zweitens: Die App sendet Benut­zungs­statistiken unver­schlüsselt an kommerzielle Daten­sammler und Werbefirmen. Außerdem hat sie Zugriff auf alle Speichermedien. Die Android-Version der App über­mittelt zudem die Identifikations­nummer des Smartphones und fordert Zugriff auf das Adress­buch. Diese Daten­sammelwut beur­teilt die Stiftung Warentest als kritisch.

Fazit: Ohne App geht‘s güns­tiger

Leckerer Kaffee und Espresso brauchen keine App. Sie sammelt unnötig viele Daten, kann aber nicht den Brüh­vorgang aus der Ferne starten. Getränk und Wasser­menge lassen sich ohne App direkt am Gerät bestimmen. Deutlich güns­tigere Kapsel­maschinen finden Sie im letzten Test von Kapselmaschinen.

Tipp: Zahlreiche weitere wert­volle Informationen rund um den Kaffee finden Sie in unserem großen FAQ Kaffee auf test.de.

Dieser Artikel ist hilfreich. 31 Nutzer finden das hilfreich.