Lebensversicherer müssen Kunden an stillen Reserven beteiligen und mehr Klarheit bei der Verteilung ihrer Überschüsse schaffen, verlangt das Bundesverfassungsgericht (Az. 1 BvR 80/95).

Stille Reserven entstehen, weil die Versicherer Kapitalanlagen wie Immobilien, Aktien oder Zinspapiere unter ihrem wahren Marktwert in die Bilanz schreiben. So entstehen Finanzpolster, die nicht offen gelegt werden. Die Versicherer argumentieren, mit diesen Puffern Schwankungen der Kapitalmärkte auszugleichen, um die versprochenen Renditen über Jahre hinweg stetig erreichen zu können.

Bei der Verteilung der Überschüsse fordert das Gericht mehr Transparenz, sodass die Überschusszusagen für Kunden nachvollziehbar und vor ­Gericht einklagbar sind.

Nun muss der Gesetzgeber die Missstände bis Ende 2007 per Gesetz abstellen. Ob das dann auch für laufende Verträge gilt, ist derzeit noch offen. Kunden, dIe vor Ende 2007 einen Neuvertrag abschließen, sollten sich vom Versicherer zusagen lassen, dass er sich bereits jetzt an die Vorgaben des Verfassungsgerichts gebunden fühlt.

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