Kapitallebensversicherung Meldung

Ein Kunde hat im Streit über den Rückkaufswert seiner Kapitallebensversicherung rund 10 000 Euro von der Bayern-Versicherung erstritten.

Der Versicherungsnehmer hatte seine Kapitallebensversicherung gekündigt und das Unternehmen auf einen höheren Rückkaufswert verklagt. Bevor das Oberlandesgericht München zu einem Urteil kam, einigten sich die Parteien außergerichtlich auf einen Nachschlag in Höhe von 10 000 Euro.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind zwei Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2001. Der BGH befand damals: In den Vertragsbedingungen müsse der Kunde deutlich darauf hingewiesen werden, ob die Versicherungsbeiträge der ersten Jahre hauptsächlich für die Kosten des Vertragsabschlusses (zum Beispiel für die Vermittlerprovision) draufgehen. Sonst seien die Klauseln unwirksam.

Ein Versicherungsnehmer, so der BGH, müsse wissen, dass er im Falle einer frühen Kündigung gar nichts oder weniger als das Eingezahlte erhalten könne. Der vom Bund der Versicherten (BdV) unterstützte Kläger hatte nach fünf ­Jahren gekündigt und statt der eingezahlten 68 000 Mark nur 55 500 Mark wiederbekommen.

Nach Ansicht des BdV gibt es noch ­eine Masse von Verträgen mit unwirksamen Klauseln. Mögliche Rückfor­derungsansprüche würden frühestens Ende 2004 verjähren, so Frank Braun vom BdV. Eine Klage der Verbraucher könne sich lohnen. Denn es geht um mehrere Tausend Euro.

Tipp: Verbraucher, die eine ab 1995 geschlossene Lebensversicherung gekündigt haben, sollten noch einmal in die Vertragsklauseln schauen, die Kündigung und Rückkaufswert regeln. In manchen Altverträgen steht zum Rückkaufswert nur schwammig etwas von einem „angemessenen Abzug“ im Falle einer Kündigung. Lassen Sie in solchen Fällen den Vertrag von einem Rechtsanwalt überprüfen.

Wer von seiner Versicherung per Post nachträglich eine Vertragsänderung mitgeteilt bekommt, sollte vorsichtshalber widersprechen.

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