Täuschungsmanöver

Bei der Analyse der Verbraucherinformationen zeigte sich, dass eine Reihe von Versicherern Tatsachen verschleiern oder falsch darstellen.

Manchmal steht die Wahrheit erst im Kleingedruckten. Zum Beispiel bei der Gothaer Lebensversicherung. In den Verbraucherinformationen des Kapitallebensversicherungstarifs E1UK entdeckte Finanztest, dass dieser Tarif nur Mitgliedern des „Interessenverbandes Arbeitgeber, Selbstständiger und Unternehmen e. V.“ zugänglich ist. Dabei hatte Finanztest ausdrücklich einen allgemein zugänglichen Tarif angefordert. Tarife für Sondergruppen sind nämlich oft günstiger. Davon hat die Allgemeinheit aber nichts. Alarmiert durch die Nachfragen von Finanztest koppelte die Gothaer den Tarif rückwirkend von der Vereinsmitgliedschaft ab. Für eine Aufnahme ihrer Angebote in unseren aktuellen Test war es da aber schon zu spät.

Falscher Eindruck

Sieben Versicherer (Aspecta, Cosmos, HDI, Huk-Coburg/Huk 24, Öffentliche Braunschweig, SV Baden-Württemberg, Volksfürsorge) erklärten in ihren Verbraucherinformationen, dass sie alle Überschüsse an die Kunden ausschütten. Doch in ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungen verpflichten sie sich nur, den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil weiterzugeben.

Der Gesetzgeber schreibt nur vor, dass von Zinserträgen, die über den Garantiezins von derzeit 3,25 Prozent hinausgehen, mindestens 90 Prozent an die Kunden gehen müssen. An den weiteren Überschüssen aus Zins-, Kosten- und Risikotöpfen müssen Kunden nur „angemessen“ beteiligt werden. Versicherer haben also viel Spielraum.

Alle Versicherungsgesellschaften haben inzwischen zugesagt, ihre Verbraucherinformationen zu ändern. Finanztest wird das prüfen.

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