Kapitallebens-Versicherung Test

Viel Geduld brauchen Lebensversicherte, bis sich die Police auszahlt.

Sicherheit mit Rendite versprechen Versicherungsvertreter. Was sie verschweigen: Wer die Rendite will, braucht Durchhaltevermögen. Erst am Ende der Laufzeit summieren sich die Überschussbeteiligungen auf einen anständigen Gewinn. Wer vorher aussteigen will oder muss, verliert Geld. Bei Kündigung in den ersten Jahren der Laufzeit gibts nicht einmal die Beiträge in voller Höhe zurück. Für manchen Anleger allerdings ist die Kapitallebensversicherung genau richtig. Vor allem Gutverdiener profitieren, weil Lebensversicherungs-Erträge bei gängiger Vertragsgestaltung und Laufzeiten von zwölf und mehr Jahren steuerfrei sind. Doch die Angebote unterscheiden sich erheblich. Ein guter Vertrag bringt bis zu 45 000 Euro mehr als ein schlechter. Finanztest hat 126 Angebote von 65 Versicherungsgesellschaften verglichen.

Rendite mit Sicherheit

Nach wie vor sind Lebensversicherungsverträge ein Verkaufsschlager. 83 Millionen Policen liegen bereits in deutschen Schubladen. An Sicherheit bieten die Verträge im Todesfall Geld für die Hinterbliebenen. Auf Wunsch gibts zusätzlich Extras wie eine Rente bei Berufsunfähigkeit oder doppelte Todesfallleistung bei Tod durch Unfall. Ansonsten dienen die Policen in erster Linie dem Sparen für später. Mit garantierter Rendite. Mit 3,25 Prozent wird der Sparanteil der Beiträge auf jeden Fall verzinst. Bei den besten Anbietern macht das knapp 2,9 Prozent Versicherungsrendite. Wenn alles gut geht, sind dank Überschussbeteiligungen 7 Prozent drin.

Wenig Garantie

Bei einer Versicherungsrendite von 7 Prozent liegt die Auszahlung für einen Mann, der über 30 Jahre jährlich 1 200 Euro Beitrag zahlt, am Ende der Laufzeit bei 114 200 Euro. Doch die 7 Prozent Versicherungsrendite sind nicht garantiert. Sicher ist im Beispielsfall nur soviel: Gut 53 800 Euro bei Spitzenreiter Europa und nicht mal 45 000 Euro beim Schlusslicht Ideal. Grund für die Differenz: Die Gesellschaften verbrauchen einen unterschiedlichen hohen Anteil der Beiträge für Kosten. Die vorgeschriebene Mindestverzinsung bezieht sich nur auf den Sparanteil.

Wenig Durchblick

Zu allem Überfluss sind Lebensversicherungen und die Informationen der Gesellschaften zur Police oft schwer durchschaubar. Die Beispielrechnungen, mit denen die Unternehmen aufwarten, lassen oft zu wünschen übrig. Gleich fünf Gesellschaften (BHW, DBV Winterthur, Generali Loyd, Karlsruher und Karlsruher Hinterbliebenen) berücksichtigen kein einziges der fünf wichtigsten Kriterien, die das Bundesaufssichtsamt für das Versicherungswesen für die Kundeninformation von Lebensversicherungen aufgestellt hat.

Debeka an der Spitze

Besser machts die Debeka: Sie informiert ihre Kunden einwandfrei. Und ist auch sonst Spitze. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern gabs ein „sehr gut“. Garantierte Leistung, nach der Beispielrechnung prognostizierte Leistung und Transparenz und Plausibilität der Angaben: Bei allen Kriterien gehörten die Debeka-Tarife zu den Besten. Bei der Verfügbarkeit allerdings ist der Testsieger nur Durchschnitt. Wer vorzeitig aussteigt, verliert einen erheblichen Teil seiner Rendite. Bei diesem Kriterium sind die insgesamt ebenfalls sehr guten Europa-Tarife Spitze. Dort war dafür die Beispielrechnung wenig transparent.

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