Geprellten Anlegern winkt ein kleiner Trost: Zahlt eine Anlagegesellschaft nur schleppend, sind nur zum Schein ausgewiesene Renditen, die tatsächlich nicht erwirtschaftet wurden, steuerfrei. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) zugunsten eines Ehepaars entschieden, das sich an der dubiosen Liechtensteiner PM-AG als typisch stiller Gesellschafter beteiligt hatte. Diese gaukelte monatlich hohe Gewinne vor, machte aber Verluste, bis 1992 das Anlegerkapital verloren war. Trotzdem schrieb die AG den Anlegern noch bis 1993 Scheinrenditen gut, von denen sie nur einen kleinen Teil auszahlte. Mit dem Ende der Firma 1994 verlor das Ehepaar dann das gesamte Einlagekapital.

Die Scheinerträge wollte das Finanzamt als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuert sehen. Der BFH sah das anders: Ab Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit der Firma müssen die geprellten Anleger nichts versteuern (Az. VIII R 15/01). Die Scheinrenditen seien Kapitalrückzahlungen. Auch wenn die Firma nur schleppend oder gar nichts auszahlen konnte, spricht das gegen steuerpflichtige Kapitalerträge beim Anleger.

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