Wer steuerpflichtige Kapitalerträge wie Zinsen oder Dividenden erhält, kann vom Schuldner der Kapitalerträge oder der auszahlenden Stelle eine Steuerbescheinigung verlangen. Sparer bekommen sie meist problemlos. Mieter müssen häufig nachfragen, um vom Vermieter eine Bescheinigung für ihr Mietkautionskonto zu erhalten.

Die brauchen sie, um die einbehal­te­-­ne Zinsabschlagsteuer (inklusive Solidaritätszuschlag) zurückzuholen, wenn ihre Kapitalerträge unter dem jährlichen Freibetrag von 1 601 Euro (Ehepaare 3 202 Euro) liegen. Das Finanzamt muss auch bei bereits bestandskräftigen Steuerbescheiden Steuerbescheinigungen innerhalb der fünfjährigen Verjährungsfrist nach Paragraph 130 der Abgabenordnung berücksichtigen.

Wie die Bescheinigungen für besondere Konten auszusehen haben, erläutert das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben (IV C 1–S 2401–22/02):

  • Mietkautionskonto. Der Vermieter muss dem Mieter für Zinsen und einbehaltene Zinsabschlagsteuer eine Steuerbescheinigung ausstellen, damit der Mieter gezahlte Steuern auf seine Einkommensteuer anrechnen lassen kann.
  • Wohnungseigentümerkonto. Der Verwalter informiert die Eigentümer über die Höhe der Zinsen und des Zinsabschlags, die sich aus der Anlage von Instandhaltungsrücklagen entsprechend ihrem Eigentumsanteil ergeben haben. Der Eigentümer reicht diese Mitteilung und eine Kopie der Bescheinigung der Bank beim Finanzamt ein.
  • Notaranderkonto. Zinsabschlag, der auf einem Notaranderkonto anfällt, muss das Kreditinstitut mit dem Namen „Anderkonto“ kennzeichnen und der Notar bestätigt dem Zinsempfänger, dass er für ihn treuhänderisch tätig war.
  • Gemeinschaftskonten. Im Gegensatz zu Ehepaaren können Lebensgefährten gemeinsam keinen Freistellungsauftrag erteilen. Die Bank muss eine Steuerbescheinigung auf den Namen beider Kontoinhaber ausstellen. Wie die Kapitalerträge und der darauf fällige Zinsabschlag und Solidaritätszuschlag aufzuteilen sind, vermerken Lebensgefährten auf dem Original der Steuerbescheinigung und fertigen davon ein Kopie. Das Finanzamt erkennt die Kopie und das Original an, wenn beide darauf unterschrieben haben.

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