Kapitalanlagen Meldung

Am 31. Dezember 2004 laufen Fristen für An­­leger ab, die auf Schadenersatz klagen wollen. Sie sollten Rat bei seriösen Anwälten suchen.

Einige Interessengemeinschaften und auch einzelne Anwälte versuchen derzeit bei Anlegern dubioser Anlagegesellschaften zu kassieren, indem sie auf die drohende Verjährung von Schadenersatzansprüchen zum Jahresende hinweisen. Sie fordern Anleger in Briefen auf, schnell Aufträge, Verträge oder Vollmachten zu unterschreiben. Dabei verweisen Anwälte auf tolle Erfolge bei der Durchsetzung von Ansprüchen. Opfergemeinschaften bieten eine Vorprüfung der Unterlagen an und verlangen dafür bis zu 400 Euro und mehr.

Anleger sollten auf solche Aufforderungen nicht eingehen. Wer Zweifel an seiner Anlage hat, sollte sich allerdings sofort an einen Anwalt wenden. Eine Erstberatung kostet dort meist weit weniger als 400 Euro. Bei rechtsschutzversicherten Anlegern klärt der Anwalt zudem, ob die Versicherung die Kosten übernimmt. Welche Verjährungsfrist für die Ansprüche im Einzelfall gilt, kann ein Anwalt nur anhand der Unterlagen prüfen. Denn nicht alle Ansprüche verjähren wirklich zum Jahresende. Hat etwa ein Kunde am 25. November 2001 aufgrund falscher Beratung Aktien gekauft, verjähren seine Ersatzansprüche schon vorher, nämlich am 25. November 2004.

Über das Jahr 2004 hinaus hat Zeit, wer etwa nach dem 1. Januar 2002 bewusst falsch beraten wurde. In diesem Fall verjähren Ersatzansprüche erst zehn Jahre nachdem die Verluste eingetreten sind, spätestens aber 30 Jahre ab dem Zeitpunkt der Falschberatung.

Wirklich Schluss ist generell in den Fällen, in denen die Falschberatung vor dem April 1998 stattfand.

Etwas mehr Zeit sollen nach Medienberichten aber die Anleger in Fonds der Berliner Bankgesellschaft haben. Offenbar verschickt die Bank Schreiben, in denen auf die Verjährungseinrede bis Ende 2005 verzichtet wird. Doch Juristen wie der Berliner Anwalt Wolfgang Schirp haben Zweifel: „Die Verzichtsschreiben sind unvollständig, verschiedene mögliche Ansprüche sind davon nicht erfasst.“

Tipp: Besser ist es, die Verjährungsfrage sofort durch einen Anwalt klären zu lassen.

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