Kapitalanlagebetrug Meldung

Vom Regen in die Traufe zu kommen, ist für Sparer ganz einfach. Da überreden gewiefte Vermittler ihre Opfer zu angeblich optimalen Geldanlagen: Immobilien, Börsenoptionen, atypisch stille Beteiligungen. Doch meist hagelt es statt der Traumrendite Verluste. Und dann meldet sich eine "Anlegerschutzgemeinschaft", die verspricht, das Geld zurückzuholen.

Wer darauf eingeht, macht den Bock zum Gärtner. Häufig sind es die Betrüger selbst oder ihre Vertriebsmitarbeiter, die diese Gemeinschaften gründen. Woher sonst sollten die "Schutzpatrone" auch die Adressen der Geschädigten haben? Auf diese Weise verpflichten sie die Anleger zum Stillhalten und gewinnen so wertvolle Zeit, die Beute und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Außerdem kassiert die Schutzgemeinschaft Mitgliedsbeitrag ­ angeblich für Gutachten, Dokumentationen, Versammlungen, Mitarbeiter, Anwälte, Steuerberater. Doch eine Mittelkontrolle findet in der Regel gar nicht statt, oft landet das Geld auf Konten in der Karibik ­ die Betrogenen werden ein zweites Mal abgezockt.

Der angebliche Vorteil, gemeinsam mit hunderten anderer Geschädigter eine kostengünstige Musterklage zu führen, entpuppt sich schnell als teurer Nachteil. Denn bei Kapitalanlagebetrug kommt es darauf an, schnell zu sein, solange noch Geld zu holen ist. Wer zuerst klagt, bekommt vielleicht noch etwas, den letzten beißen die Hunde. "Finger weg von solchen Gemeinschaften", rät daher Peter Lischke, Jurist in der Verbraucherzentrale Berlin: "Betrugsopfer sollten sich an einen versierten Rechtsanwalt wenden oder an die Verbraucherzentrale."

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