Was eine Kapital-Lebensversicherung wert ist, müssen sich Kunden bei vielen Versicherern mühsam selbst zusammenreimen. In den jährlichen Mitteilungen an die Kunden fehlen oft elementare Daten. 1 600 Schreiben von Versicherern an Finanztest-Leser waren auf dem Prüfstand. Das Ergebnis ist bescheiden. Selbst beim mit Abstand besten Anbieter bleiben noch Fragen offen.

Tücken im Detail

Kapital-Lebensversicherungen sind eine komplizierte Geldanlage: Vom Beitrag müssen der Risikoschutz für den Todesfall, die Gebühren für die Verwaltung des Vertrags und die durch den Vertragsabschluss verursachten Kosten finanziert werden. Was nach Abzug dieser Posten übrig bleibt, wird angelegt. Auf den Anlagebetrag gibts zumindest den Garantiezins. Zusätzlich schreiben die Versicherer ihren Kunden Überschussbeteiligungen gut, die von Jahr zu Jahr neu berechnet werden. Schließlich und endlich erhalten Kunden, die bis zum Ende der Laufzeit durchhalten, oft noch eine besondere Abschluss-Gewinnbeteiligung.

Mangel an Informationen

Entsprechend hoch ist der Informationsbedarf der Kunden. Nach Ansicht von Finanztest sollten die Mitteilungen der Versicherungen über 17 Punkte informieren. Davon ist selbst der beste Anbieter im Test noch weit entfernt. Die turnusmäßigen Informationen der KarstadtQuelle Versicherungen schaffen immerhin 12 der 17 Punkte. Doch selbst hier fehlen noch klare Angaben über die Zusammensetzung der Überschüsse. Auch der nach Abzug der Kosten für die Anlage verbleibende Sparbeitrag wird nicht ausdrücklich ausgewiesen.

Oft fehlt mehr als die Hälfte

Bei KarstadtQuelle Versicherungen besser als bei allen anderen Anbietern: Das Unternehmen legt offen, wie viel Geld für die Risikoabsicherung, die Verwaltung und den Abschluss des Vertrags verwendet wird. Da hüllt sich der Rest der Branche in gar nicht vornehmes Schweigen. Insgesamt ist das Ergebnis erschreckend schwach: Außer KarstadtQuelle schaffen nur Aachener & Münchener, Condor und R + V (jeweils 9 von 17 Punkten) mehr als die Hälfte des Pensums. Die übrigen Anbieter im Test kommen nicht über 7 von 17 Punkten hinaus. Ganz schwach: Die Standmitteilungen von Basler, Continentale, DEVK und Thuringia Generali enthalten so wenig klare Informationen, dass Finanztest nur eine Wertung blieb: 0 Punkte.

Durchblick für den Todesfall

Immerhin: Die meisten Lebensversicherer informieren ihre Kunden korrekt über die für den Todesfall vorgesehene Leistung. Schon seltener sind die Informationen über die Auszahlung in Folge einer Kündigung vollständig. Auch die bei Ablauf des Vertrags mögliche Auszahlung kommt erstaunlich oft zu kurz.

Vorsicht bei Vertragsabschluss

Vor Abschluss von Kapitallebensversicherungsverträgen informieren Versicherer potenzielle Kunden mit Beispielrechnungen. Die Briefe der Finanztest-Leser lassen jedoch erkennen, dass die Lage auch vor Vertragsschluss oft schon rosiger erscheint als angemessen. Nach wie vor nehmen viele Versicherungskunden zu spät wahr, dass bei vorzeitiger Kündigung von Kapitallebensversicherungsverträgen viel Geld verloren geht.

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