Kaninchenfleisch Meldung

Gourmets schätzen das magere Fleisch. Es sollte aber mit Bedacht gekauft werden, da es beim Tierschutz oft hapert.

Beliebtes Fleisch: Kaninchenfleisch ist mager, cholesterinarm und liefert reichlich ungesättigte Fettsäuren. Die Bundesbürger verzehren pro Jahr im Schnitt 30 Millionen Kaninchen. Mehr als drei Viertel davon werden importiert, oft aus Osteuropa. Weniger als ein Viertel stammt aus deutscher Mast und Zucht. Aber oft bleibt die Herkunft im Dunkeln. Denn wenn Kaninchen aus dem Ausland hierzu­lande zerlegt werden, trägt ihr Fleisch ein deutsches Herkunftszeichen.

Problematische Haltung: Bilder von eingepferchten, kranken und verhaltensgestörten Kaninchen aus osteu­­ro­päischen Mastbetrieben haben die Öffentlichkeit 2007 alarmiert. Viele Han­delsketten listeten Kaninchenfleisch unklarer Herkunft aus. Tierschützer und einige Bundesländer haben im März von der Bundesregierung Gesetze für die Kaninchenmast gefordert.

Kontrollierte Haltung: Viele deutsche Züchter orientieren sich an den freiwilligen Standards des Bundes­verbands Deutscher Kaninchenfleisch- und -wollerzeuger. Sie fordern eine tiergerechte Haltung, etwa mit einer bestimmten Bewegungsfläche, Spiel- und Nagematerial. Der Ökoverband Bioland geht weiter: Er schreibt eine Außenfläche zum Hoppeln und Männchenmachen vor und verbietet Leistungsfutter für Kaninchen.

Sicher einkaufen: Kaufen Sie das Fleisch bei einem vertrauenswürdigen Metzger, Züchter oder im Biohandel.

Richtig zubereiten: Ein Kaninchen reicht meist für 3 bis 4 Portionen. Rücken und Keule ergeben einen prima Schmorbraten, zum Beispiel mediterran mit Tomaten, Kräutern und Knoblauch. Die Leber schmeckt gebraten.

Von Hasen unterscheiden: Hasen wiegen doppelt so viel wie Kaninchen, haben dunkleres Fleisch, längere Ohren, sind Einzelgänger. Osterhasen verstecken zudem Eier, Kaninchen nicht. Sie leben in Kolonien und eignen sich daher gut für die Mast.

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