Kamin­öfen und Pelletöfen

Tipps

Kamin­öfen und Pelletöfen Testergebnisse für 19 Kamin- und Pelletöfen 11/2011

Inhalt

Trockenes Holz wählen. Wer feuchten Brenn­stoff verfeuert, gefährdet mit dem Qualm sich selbst und die Umwelt. Verwenden Sie nur Holz, das – zuvor gespalten – etwa zwei Jahre lang trocknen konnte. Und zwar an einem hellen, luftigen Ort, geschützt vor Regen, Schnee und Bodenfeuchtig­keit. Beachten Sie auch den Test Holz­spalter in der nächsten Ausgabe von test.

Feuchte messen. Kontrollieren Sie die Holz­feuchte im Zweifel mit einem Mess­gerät. Orientierung gibt auch dieser Test: Sägen Sie aus mehreren Holz­stücken jeweils etwa in der Mitte mehrere zirka 1 Zenti­meter dicke Scheiben heraus. Diese entstauben und exakt wiegen. Danach eine Stunde lang in den Back­ofen (Umluft bei 100 Grad) legen. Erneut wiegen. Ist der Gewichts­verlust durch Verduns­tung höher als 20 Prozent vom Anfangs­gewicht, ist das Holz zum Verfeuern viel zu feucht.

Keinen Müll verkokeln. Verbrennen Sie – mit Rück­sicht auf die Gesundheit – im Ofen kein behandeltes oder mit Kunststoff beklebtes Holz und erst recht keine Abfälle. Das ist tabu.

Richtig zündeln. Sorgen Sie mit Anzünd­hilfen und dünn gespaltenem Anmach­holz dafür, dass schnell viel Hitze entsteht. Wichtig ist gute Luft­zufuhr. Sobald sich heiße Glut gebildet hat, mehr Brenn­stoff nach­legen. Aber nicht zu viel (Anleitung beachten). Regeln Sie die Wärmeabgabe möglichst nur über die aufgelegte Holz­menge. Wenn sich ein Glutbett gebildet hat und kaum noch Flammen sicht­bar sind, können Sie die Luft­zufuhr etwas drosseln. Versuchen Sie aber nie, die Luft völlig abzu­würgen. Sauer­stoff­mangel verursacht beim Verbrennen viele Schad­stoffe.

Infos. Die Broschüre „Heizen mit Holz“ erhalten Sie beim Umwelt­bundes­amt unter 0 3018/3 05 33 55 oder unter www.uba.de. Interes­sante Hintergrundinfos finden Sie unter www.fnr.de.

Mehr zum Thema

  • Kamin­öfen So brennt das Feuer sauberer

    - Anders als bei Gas- oder Ölhei­zungen hängt es bei Kamin­öfen stark vom Nutzer ab, ob der Brenn­stoff umwelt- und nach­barschonend verbrennt. Wie stark sich Fehler beim...

  • Wärmepumpe, Pellets, Gas Welche Heizung sich für wen rechnet

    - Viele Heizungen belasten Umwelt und Klima. Der Staat fördert den Raus­schmiss alter Ölhei­zungen. Stiftung Warentest hat drei Heizungs­system verglichen und bietet...

  • Ethanol-Kamin Eine brandgefähr­liche Deko

    - Ethanol-Kamine sind beliebt, aber brandgefähr­lich. Die Raum­luft belasten sie außerdem. Wer auf die Deko nicht verzichten will, sollte unsere Tipps beachten.

46 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Hokri37 am 27.09.2021 um 21:53 Uhr
Was soll denn das?

Alle zwei Jahre wird der Vorschlag für einen neuen Test von der Redaktion gerne weitergeleitet an die zuständigen Mitarbeiter. Und trotzdem kein neuer Test. Gerade hier wo durch die Förderungen eine Pelletheizung sehr interessant sein kann.
Bringt jetzt einfach einen neuen Test oder lasst das weiterleiten.

wigwoe am 24.06.2021 um 15:16 Uhr
Mindestwirkungsgrad bei Kamin- und Pelletöfen

Der Stiftung Warentest ist schon bekannt, dass in der 1. BImSchV ein Mindestwirkungsgrad gesetzlich festgelegt ist?
Kamineinsätze (geschlossene Betriebsweise) 75 %
Pelletöfen ohne Wassertasche 85 %
Kamine, Pelletöfen usw., die den Mindestwirkungsgrad nicht erreichen, sind Fehler-/Mangelbehaftet und sollten nicht betrieben werden.
Wenn Zweifel am Wirkungsgrad bestehen, sollte ein Schornsteinfegermeister mit der Messung beauftragt werden. Als Vorbereitung muss meistens ein 10 mm großes Loch in das Schornsteinrohr (hinter dem Abgasstutzen) für den Messfühler gebohrt werden. Mit den Messwerten (siehe Eintrag am 11.05.21) kann der Wirkungsgrad ziemlich einfach ermittelt/berechnet werden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.05.2021 um 16:23 Uhr
Alter schöner Ofen versus Neuanschaffung

@wicky1: Wenn Ihr „wunderschöner“ Ofen Bestandsschutz hat, ist das gute Stück vermutlich schon recht alt – und damit ist nicht nur ein schlechter Wirkungsgrad verbunden, sondern in der Regel auch die Gefahr von viel zu hohen gesundheitsgefährdenden Feinstaub-Emissionen. Der Blick auf die Energieeffizienz (Brennstoffausnutzung) greift hier zu kurz, beim Austausch alter Öfen geht es vorrangig darum, dass die Luftverschmutzung verringert wird. (PS/mk)

wigwoe am 11.05.2021 um 21:35 Uhr
Wirkungsgrad/Energieeffizienz

Hallo Test-Team,
welche Aussage haben beim Wirkungsgrad die Noten?
Z.B.: Die Note gut = der angegebene Herstellerwirkungsgrad wird erreicht?
Besser und nützlicher für eine Kaufentscheidung wäre den beim Test ermittelten Wirkungsgrad in Prozent anzugeben.
Zur Frage von wicky1:
Die Siegert’sche Annäherungsgleichung ist eine gerichtlich anerkannte Formel zur Ermittlung des Wirkungsgrads bei Kaminen, Pelletöfen usw.
(Wirkungsgrad % = 100 % - Abgasverlust %).
Dazu muss der Sauerstoffgehalt im Abgas und die Abgas- und Umgebungstemperatur während der Heiz-/Leistungsphase gemessen werden. Gut beschrieben bei der Bedienungsanleitung „Wöhler Analysencomputer A 600“. Meines Erachtens ist der von den Herstellern angegebene Wirkungsgrad stark geschönt (Abweichung 15 bis 25 %)

wigwoe am 11.05.2021 um 21:18 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.