Kamin­öfen und Pelletöfen Nur wenige feuern gut

Draußen wird es ungemütlich, drinnen könnte jetzt ein Kaminfeuer prasseln. Wer diesen Traum reali­sieren möchte, muss aufpassen: Der Test von Ka­min- und Pelletöfen zeigt: Nur sieben Öfen feuern wirk­lich gut, andere heizen unwirt­schaftlich, haben schlechte Abgas­werte oder Sicher­heits­mängel.

Kamin­öfen und Pelletöfen Testergebnisse für 19 Kamin- und Pelletöfen 11/2011

Inhalt
Liste der 19 getesteten Produkte
Kamin- und Pelletöfen 11/2011 - Kamin­öfen
  • Fireplace Venus C Hauptbild
    Fireplace Venus C
  • Haas+Sohn Husum 206.15 Hauptbild
    Haas+Sohn Husum 206.15
  • Hark 44 GT ECOplus Hauptbild
    Hark 44 GT ECOplus
  • Hase Jena Hauptbild
    Hase Jena
  • Justus Alamo Hauptbild
    Justus Alamo
  • Leda Unica Hauptbild
    Leda Unica
  • Nibe Contura 650 Hauptbild
    Nibe Contura 650
  • Oranier Polar 6 III Hauptbild
    Oranier Polar 6 III
  • Spartherm Ambiente A1 Hauptbild
    Spartherm Ambiente A1
  • Thermia Fuego V1 Hauptbild
    Thermia Fuego V1
  • Wamsler KF 108-Delta Hauptbild
    Wamsler KF 108-Delta
  • Wamsler KF 108-Jupiter Hauptbild
    Wamsler KF 108-Jupiter
Kamin- und Pelletöfen 11/2011 - Kamin­öfen mit Wasser­anschluss
  • Buderus Blueline 4W Hauptbild
    Buderus Blueline 4W
  • Olsberg Tolima Aqua Compact Hauptbild
    Olsberg Tolima Aqua Compact
Kamin- und Pelletöfen 11/2011 - Pelletöfen
  • Haas+Sohn Pelletto 417.08 Hauptbild
    Haas+Sohn Pelletto 417.08
  • Rika Como Hauptbild
    Rika Como
Kamin- und Pelletöfen 11/2011 - Pelletöfen mit Wasser­anschluss
  • Calimax Twist 06 Hauptbild
    Calimax Twist 06
  • Westfeuer Pueblo Aqua 6kW
  • Wodtke BM 01 ivo.tec water+ Hauptbild
    Wodtke BM 01 ivo.tec water+

Kamin­öfen von 200 Euro bis 9 000 Euro

Im Mittel­punkt des Tests standen 14 Kamin­öfen, die sich zum Verfeuern von Holz­scheiten eignen. Die Ergeb­nisse waren allerdings ernüchternd: nur zwei Öfen schnitten gut ab. Eine interes­sante Alternative bieten die 5 untersuchten Pelletöfen, die die Experten der Stiftung Warentest ebenfalls untersucht haben: Hier wirkt sich positiv aus, dass sich der „in Pillenform“ gepresste Brenn­stoff Holz recht exakt dosieren lässt. Energieeffizienz und Umwelt­eigenschaften waren bei diesen Öfen vergleichs­weise gut. Die Preisspanne der untersuchten Öfen reicht etwa von 200 bis 9 000 Euro.

Hightech-Öfen liegen im System­vergleich vorn

Kamin­öfen und Pelletöfen - Nur wenige feuern gut
So funk­tioniert der Kamin­ofen als Teil des Heiz­systems © Stiftung Warentest

Fünf Öfen im Test – zwei für Stück­holz und drei für Pellets – können über einen integrierten Wärmetauscher sogar Heiz­wasser in einem Speicher erwärmen und eignen sich daher als Teil eines Heiz­systems. Die drei Pelletgeräte mit Wasser­anschluss erzielten unterm Strich die Bestnoten im Test. Sie eignen sich auch für die Kombination mit Solar­anlagen.

Viel Energie geht zum Schorn­stein hinaus

Öl- und Gaskessel nutzen oft annähernd 100 Prozent der im Brenn­stoff enthaltenen Energie. Anders beim Heizen mit Holz: Im Test erzielten nur die teuren Pelletgeräte mit Warm­wasser­anschluss einigermaßen gleich­wertige Wirkungs­grade. Alle anderen Öfen erwiesen sich als weniger effizient und heizten relativ viel Energie zum Schorn­stein hinaus, mitunter mehr als ein Viertel der Holz­energie.

Bei Über­hitzung heißt es „Fenster auf“

Ein häufiger Fehler beim Ofenkauf ist die Wahl einer zu hohen Heiz­leistung. Je kleiner der Wohn­raum und je besser der Wärmeschutz des Hauses, desto öfter rächt sich später diese Fehl­entscheidung: Wird die Luft unangenehm über­hitzt, muss man die Fenster aufreißen, die wert­volle Energie entschwindet. Verhindern ließe sich dies durch eine gute, bedarfs­gerechte Regel­barkeit der Wärmeabgabe des Ofens an die Umge­bung. Doch das gelang mit den geprüften Modellen oft nur unbe­friedigend. Als vorteilhaft haben sich hier die Pelletöfen sowie die Kamin­öfen mit Wasser­anschluss erwiesen, die einen Teil der Wärme nicht an die Raum­luft sondern in den Warm­wasser­speicher abgeben.

Klimafreundlich, aber nicht umwelt­freundlich

Beim Heizen mit Holz entweicht nur soviel Kohlen­dioxid aus dem Schorn­stein, wie der Baum zum Wachs­tum zuvor aus der Atmosphäre heraus­gefiltert hat. Annähernd diese Gasmenge würde auch freigesetzt, wenn der Baum sterben und durch Bakterien und Pilze abge­baut würde. Insofern gilt die Energiegewinnung aus Holz als weit­gehend klima­neutral. Umwelt­freundlich ist sie jedoch leider nicht: Die Emission gesund­heits­gefähr­dender Stoffe wie Kohlen­monoxid, Kohlen­wasser­stoffe und Staub ist viel höher als bei anderen Heiz­systemen. Bei acht Öfen im Test mussten die Umwelt- oder test-Qualitäts­urteile deshalb sogar abge­wertet werden. Eine durchweg gute, umwelt­schonende Verbrennung schaffte von den 12 Kamin­öfen im Test nur ein einziger: der Hark 44 GT mit Staubfilter.

test-Experten geben Antworten im Chat

Welche Ofen­technik ist für mein Haus geeignet? Kommen Öfen mit Wasser­anschluss in Frage? Was muss ich mit dem Schorn­steinfeger besprechen? Hier die Antworten der test-Experten Michael Koswig und Peter Schick im Chat auf test.de.

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46 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Hokri37 am 27.09.2021 um 21:53 Uhr
Was soll denn das?

Alle zwei Jahre wird der Vorschlag für einen neuen Test von der Redaktion gerne weitergeleitet an die zuständigen Mitarbeiter. Und trotzdem kein neuer Test. Gerade hier wo durch die Förderungen eine Pelletheizung sehr interessant sein kann.
Bringt jetzt einfach einen neuen Test oder lasst das weiterleiten.

wigwoe am 24.06.2021 um 15:16 Uhr
Mindestwirkungsgrad bei Kamin- und Pelletöfen

Der Stiftung Warentest ist schon bekannt, dass in der 1. BImSchV ein Mindestwirkungsgrad gesetzlich festgelegt ist?
Kamineinsätze (geschlossene Betriebsweise) 75 %
Pelletöfen ohne Wassertasche 85 %
Kamine, Pelletöfen usw., die den Mindestwirkungsgrad nicht erreichen, sind Fehler-/Mangelbehaftet und sollten nicht betrieben werden.
Wenn Zweifel am Wirkungsgrad bestehen, sollte ein Schornsteinfegermeister mit der Messung beauftragt werden. Als Vorbereitung muss meistens ein 10 mm großes Loch in das Schornsteinrohr (hinter dem Abgasstutzen) für den Messfühler gebohrt werden. Mit den Messwerten (siehe Eintrag am 11.05.21) kann der Wirkungsgrad ziemlich einfach ermittelt/berechnet werden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.05.2021 um 16:23 Uhr
Alter schöner Ofen versus Neuanschaffung

@wicky1: Wenn Ihr „wunderschöner“ Ofen Bestandsschutz hat, ist das gute Stück vermutlich schon recht alt – und damit ist nicht nur ein schlechter Wirkungsgrad verbunden, sondern in der Regel auch die Gefahr von viel zu hohen gesundheitsgefährdenden Feinstaub-Emissionen. Der Blick auf die Energieeffizienz (Brennstoffausnutzung) greift hier zu kurz, beim Austausch alter Öfen geht es vorrangig darum, dass die Luftverschmutzung verringert wird. (PS/mk)

wigwoe am 11.05.2021 um 21:35 Uhr
Wirkungsgrad/Energieeffizienz

Hallo Test-Team,
welche Aussage haben beim Wirkungsgrad die Noten?
Z.B.: Die Note gut = der angegebene Herstellerwirkungsgrad wird erreicht?
Besser und nützlicher für eine Kaufentscheidung wäre den beim Test ermittelten Wirkungsgrad in Prozent anzugeben.
Zur Frage von wicky1:
Die Siegert’sche Annäherungsgleichung ist eine gerichtlich anerkannte Formel zur Ermittlung des Wirkungsgrads bei Kaminen, Pelletöfen usw.
(Wirkungsgrad % = 100 % - Abgasverlust %).
Dazu muss der Sauerstoffgehalt im Abgas und die Abgas- und Umgebungstemperatur während der Heiz-/Leistungsphase gemessen werden. Gut beschrieben bei der Bedienungsanleitung „Wöhler Analysencomputer A 600“. Meines Erachtens ist der von den Herstellern angegebene Wirkungsgrad stark geschönt (Abweichung 15 bis 25 %)

wigwoe am 11.05.2021 um 21:18 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.