Kamin­öfen So brennt das Feuer sauberer

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Kamin­öfen - So brennt das Feuer sauberer
Feuer ohne Qualm. Vor dem Lesen die Luft­zufuhr regeln. © plainpicture / Elektrons 08

Anders als bei Gas- oder Ölhei­zungen hängt es bei Kamin­öfen stark vom Nutzer ab, ob der Brenn­stoff umwelt- und nach­barschonend verbrennt. Wie stark sich Fehler beim Heizen mit Holz auswirken, hat das bayerische Technologie- und Förderzentrum (TFZ) ermittelt.

Offene Luft­zufuhr lässt Fein­staub­ausstoß steigen

Demnach lässt zum Beispiel dauer­haftes Offenlassen der Luft­zufuhr durch den Rost den Fein­staub­ausstoß auf das 6,5-Fache steigen – im Vergleich zur Empfehlung, die untere Luft­zufuhr durch den Rost nach dem ersten Nach­legen zu schließen und die Verbrennungs­luft direkt hinter der Ofentür entlang der Scheibe zu den Flammen zu leiten.

Holz: Nicht zu viel, zu schnell, zu nass nach­legen

Weitere Heiz­fehler mit gravierenden Auswirkungen sind laut TFZ zu spätes Nach­legen der Holz­scheite, ein Über­laden des Brenn­raums sowie das Verbrennen von zu feuchtem Holz. Dadurch vervielfachen sich nicht nur Fein­staub­emissionen, sondern auch die für Gerüche verantwort­lichen Kohlen­wasser­stoffe im Abgas. Details zu den Mess­ergeb­nissen, weitere Infos sowie die Broschüre „Richtig Heizen – Der Betrieb von Kamin­öfen“ gibts unter tfz.bayern.de.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Merrill am 20.08.2022 um 14:09 Uhr
Aktueller Test extrem überfällig

Hinsichtlich Feinstaub-Emissionen und Energieeffizienz hat sich im Markt seit dem letzten Test vor 11 (!) Jahren viel getan.
Leider ist auch hierzu ein aktuellerer Test-Artikel schon lange überfällig.

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.12.2021 um 19:06 Uhr
Link zur Broschüre Richtig Heizen

@Leobart: Einen herzlichen Dank für Ihren Hinweis betreffend der Publikation "Richtig Heizen. Der Betrieb von Kaminöfen". Mit unserem Link gelingt man auf die Internetseiten von Technologie- und Förderzentrum für Nachwachsende Rohstoffe und hier kann man die Publikation über die Suchfunktion finden. Mit Ihrem direkten Link ist jedoch das Auffinden leichter.
Vielen Dank für diesen hilfreichen Tipp.

Leobart am 22.12.2021 um 16:36 Uhr
Link zur Broschüre funktioniert nicht

Die im Text erwähnte Broschüre "Richtig Heizen – Der Betrieb von Kamin­öfen" ist unter dem angegeben Link nicht wirklich verfügbar. Selbst die Suche danach ist auf den TFZ Seiten kompliziert.
Daher hier ein aktueller Link zur dem Ratgeber:
https://www.tfz.bayern.de/service/publikationen/231477/index.php

die_rizzis am 27.02.2020 um 18:17 Uhr
Holz verbrennt und verrottet CO2 neutral

@frbleil
Wo steht, dass Holz bei der Verbrennung eine "CO2-Entlastung" bringt?
Insgesamt wird beim verbrennen von Holz genau so viel CO2 freigesetzt, wie vorher durch die Photosynthese aus der Atmosphäre aufgenommen wurde.
Die selbe Menge CO2 wird auch freigesetzt wenn das selbe Stück Holz natürlich verrottet.
Wohingegen Heizöl, Kraftstoff und Erdgas bei der Verbrennung - wenn sie fossilen Ursprungs sind - die auf Dauer in der Erde eingelagerte Menge CO2 doch wieder in die Umwelt freisetzen und damit zu CO2-Emissionen führen. Deshalb wird die Nutzung dieser Brennstoffe zukünftig auch mit einer CO2-Steuer belastet.
Bei Holz wird es diese Steuer nicht geben - sonst müssten Waldbesitzende schonmal anfangen zu sparen ;-)

frbleil am 11.02.2020 um 19:31 Uhr
Irrweg im Märchenwald

Leider sind die hier beschriebenen Maßnahmen nur oberflächliche Schönheitskorrekturen an einem grundhässlichen Monster. Sogar die bisher hartnäckig auf den Diesel fixierte Deutsche Umwelthilfe kommt inzwischen nicht mehr umhin, den Holzbrand durch Kamin- und Pelletofen als den bei weitem größten Feinstaubverursacher zu qualifizieren. Besonders problematisch: diese Feinstaubschleudern befinden sich mitten in den Wohngebieten.
Mir sind Faszination und harmonisierende Wirkung der sichtbaren Feuerstelle durchaus bewusst und es wäre schön, wenn es wirksame Filtersysteme gäbe, um den Menschen diese Annehmlichkeit zu erhalten. Die scheint es aber nicht wirklich zu geben (Testidee?).
Wenn man die Feinstaubbelastung aber so (übertrieben?) Ernst nimmt, wie es in Deutschland der Fall ist, müsste diese Heizmethode schon morgen verboten werden.
(Auch die angebliche CO2-Entlastung scheint übrigens eine Erzählung aus den Grimmschen Märchenwäldern zu sein.)