Heizen mit Pellets: Immer öfter auch im Wohnzimmer

Kaminöfen Meldung

Ein Pelletofen: Der Vorratstank reicht für ein bis zwei Tage.

Holzpresslinge erleichtern den Automatikbetrieb beim Heizen.

  • Pille statt Scheit: Mit Holz ähnlich komfortabel heizen wie mit Öl oder Gas? Genormte Presslinge aus getrocknetem, naturbelassenem Holz (Pellets) sollen das möglich machen: Das Holz in Pillenform kann einfach in (Sack-)Silos gelagert werden, der Transport in den Heizkessel funktioniert mithilfe von Schnecken und Gebläsen recht reibungslos. Und die Verbrennung lässt sich im Vergleich zu groben Holzscheiten deutlich besser und gleichmäßiger steuern und regeln.
  • Umweltzeichen: Pelletfeuerungen sind daher auch die einzigen Holzheizungen, für die der Blaue Engel der Jury Umweltzeichen erhältlich ist. Das gleichförmige Brennmaterial und der Schutz vor umweltbelastender Fehlbedienung sind Pluspunkte für die Pelletverbrennung. Als Limit für den Feinstaubgehalt im Abgas gelten 25 oder 30 Milligramm pro Kubikmeter – das ist weniger als bei ähnlich großen Kaminöfen für Stückholz. Generell gilt: Mit Pellets wird in der Praxis meist umweltverträglicher geheizt als mit Scheitholz.
  • Trends: Schon bei unserem ersten Test von Holzpelletkesseln lauteten die test-Qualitätsurteile überwiegend „gut“ oder „befriedigend“. Mittlerweile hat sich der Markt weiterentwi­ckelt, nicht nur bei den Kesseln für die gesamte Hausversorgung. Im Angebot sind immer öfter auch kleinere Einzelöfen, die sich zum Beheizen einzelner Räume eignen. Mit Sichtfenster, das den Blick auf die lodernden Flammen freigibt. Unser Rat: Erleben Sie den Ofen vor dem Kauf im Betrieb, um zum Beispiel zu hören, ob Geräusche der Förderschnecke stören. Auch Gebläse für Abluft und Konvektionswärme können nerven.
  • Auch für warmes Wasser: Viele Kunden wollen eine gemütliche Atmosphäre mit mehr Nutzwert kombinieren. Da bieten sich Pelletöfen mit Wärmetauscher (Wassertasche) an, die auch Wasser erhitzen. Dank Pufferspeicher gelingt so ein gleichmäßigerer Betrieb mit optimierter, schadstoffarmer Verbrennung.
  • Wärmespeicherung: Auch für den Kachelofenbau gibt es spezielle Einsätze, die den Betrieb mit Pellets möglich machen – sogar mit Wassertasche. Auch viele kleine Einzelöfen schmücken sich mit Keramik-, Natur- und Specksteinplatten, die zugleich zur Wärmespeicherung dienen. Allerdings haben diese Lösungen im Vergleich zur Wärme­spei­cherung mithilfe von Wasser im (gedämmten) Speicher einen Nachteil: Wird der Raum überhitzt, hält dieser unangenehme Zustand relativ lange an (ein Problem, das man mitunter auch mit Kaminöfen für Holzscheite erleben kann).
  • Förderung: Wenn das Heizen mit „automatisch beschickten Biomassekesseln“ bestimmte Anforderungen erfüllt, winken Zuschüsse von 1 500 Euro oder mehr. Infos unter www.bafa.de (unter „Energie“).
  • Pelletpreise: Im ersten Halbjahr 2007 jammerte die Pelletheizungsbranche über mangelnde Nachfrage. Einer der Gründe war die Verunsicherung der Kunden wegen der zeitweise im Vorjahr kräftig gestiegenen Pelletpreise. Mittlerweile hat ein verbessertes Angebot für eine Entspan­nung des Marktes gesorgt.
  • Pelletqualität: Vereinzelt gab es in diesem Jahr Meldungen über die Verschlackung (Versinterung) von Pelletbrennern und zu große Aschemengen. Kunden sollten daher derzeit nicht nur auf Preisrabatte bei Holzpellets achten, sondern bei den Anbietern auch nach Qualitäts- und Liefergarantien fragen. Lassen Sie sich bestätigen, dass gelieferte Pellets die DINplus-Kriterien erfüllen.

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