Kamera manuell einstellen Fotografieren wie die Profis

Kamera manuell einstellen - Fotografieren wie die Profis
Belichtungs­zeit. Bewusst lange belichtet, verschwimmt das Wasser durch die Bewegungs­unschärfe zu einem fließenden Strom. © lookphotos / Andreas Strauß

Belichtungs­zeit, Blende, Licht­empfindlich­keit: Profis nutzen Kameras, an denen sich fast alles einstellen lässt. Das ermöglicht bessere Fotos als der Voll­automatik.

Inhalt

Belichtungs­zeit: Spiel mit Bewegung

Die Belichtungs­zeit ist der Zeitraum, in dem Licht auf den Sensor fällt.

Durch die Wahl der Belichtungs­zeit können Fotografinnen und Fotografen Bewegungen entweder gestochen scharf fest­halten oder bewusst mit Bewegungs­unschärfe spielen.

Beispiel Wasser­fall: Mit einer sehr kurzen Belichtungs­zeit von einer Tausends­telsekunde oder weniger sieht das Wasser wie einge­froren aus, selbst einzelne Tropfen werden scharf abge­bildet. Eine halbe Sekunde oder länger belichtet, wirkt das Wasser dagegen durch die Bewegungs­unschärfe weich und fließend. Für lange Belichtungs­zeiten ist ein Stativ ratsam, damit die Bilder nicht verwackeln.

Test­ergeb­nisse und Tipps

Güns­tige gute Kameras mit manuellen Einstell­möglich­keiten sind ab etwa 300 Euro zu haben – Test­ergeb­nisse zeigt unser großer Kameratest. Viele weitere nützliche Tipps finden Sie auf unserer Themenseite Fototipps. Antworten auf viele Fragen zum Thema Fotografie bieten unsere FAQ Digitalkameras.

Blende: Pupille des Objektivs

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Blende. Mit weit geöff­neter Blende wird der Hintergrund unscharf – so lässt sich die Konzentration auf das Haupt­motiv lenken. © plainpicture / Mikesch

Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die Licht auf den Sensor der Kamera gelangt. Ihre Größe lässt sich einstellen, die einfallende Licht­menge so regulieren.

Je weiter die Blende geschlossen wird, desto mehr Entfernungs­ebenen werden scharf abge­bildet. Wer beispiels­weise eine Land­schaft vom Vorder- bis zum Hintergrund scharf abbilden will, der schließt die Blenden­öffnung – indem er an der Kamera eine große Blendenzahl einstellt. Wer dagegen bei einem Porträt nur das Gesicht im Vordergrund scharf und den Hintergrund verschwommen abbilden möchte, der öffnet die Blende – stellt also eine kleine Blendenzahl ein.

Licht­empfindlich­keit: Für tolle Farben

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Licht­empfindlich­keit. Auch bei wenig Licht gelingen mit nied­rig einge­stellter Empfindlich­keit tolle Ergeb­nisse – am besten mit Stativ. © Westend61 / Roy Jankowski

Der sogenannte Iso-Wert steht für die Licht­empfindlich­keit der Kamera.

Je höher der einge­stellte Wert ist, desto licht­empfindlicher verarbeitet die Kamera die einge­henden Signale. Dabei verstärkt sich allerdings das Bild­rauschen, hervorgerufen durch störende Pixel, die in Farbe oder Helligkeit von denen des Motivs abweichen. Auto­matik­programme neigen dazu, bei wenig Licht die Iso-Empfindlich­keit zu erhöhen. Dadurch verringert sich die Belichtungs­zeit, was verwackelten Fotos vorbeugt – aber eben auch zu verrauschten Aufnahmen in schlechterer Qualität führt.

Die qualitativ besten Fotos mit natur­getreuen Farben lassen sich mit einer nied­rigen Iso-Einstellung erzielen. Das erfordert eine längere Belichtungs­zeit als Fotografieren mit hohem Iso-Wert. Dadurch drohen bei wenig Licht verwackelte Bilder, was sich aber zum Beispiel mit einem Stativ verhindern lässt.

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