Die Kamera-Drohne DJI Mavic Mini und die Fernbedienung. Als Display dient das eigene Smartphone.

Spektakuläre Videos aus der Vogel­perspektive sind nur was für Profis. Dieser Aussage hat Drohnen-Hersteller DJI spätestens mit der „Mavic Mini“ den Kampf angesagt. Die Mini-Drohne kostet nur rund 400 Euro und verspricht „Fliegen kann jeder“. Ist das tatsäch­lich so? Und stimmen Bild- und Video­qualität? Die Stiftung Warentest hat den Schnell­test gemacht.

Drohnen-Leicht­gewicht ohne Kenn­zeichnungs­pflicht

„Fliegen kann jeder“ – das verspricht DJI mit seiner Kamera-Drohne Mavic Mini. Zumindest die Rahmenbedingungen lassen wenige Hürden für Anfänger: Mit einem Gewicht von nur 249 Gramm fällt die Mavic Mini nicht unter die gesetzliche Kenn­zeichnungs­pflicht, die ab 250 Gramm gilt. Zudem ist die Drohne sehr kompakt und wird zusammengefaltet noch trans­portabler. Und: Die Drohne Mavic Mini ist mit 399 Euro verhält­nismäßig günstig.

Sicherer Flug – manuell und auto­matisch

Tatsäch­lich ist die Mavic Mini auch in ihrem Flug­verhalten und ihrer Hand­habung absolut anfänger­geeignet. Manuell ließ sie sich sicher und intuitiv fliegen und bewies auch bei windigen Verhält­nissen in unserem Schnell­test enorme Schwe­bestabilität. Für das allgemeine Flug­verhalten sind drei verschiedene Einstel­lungen wähl­bar:

„Position“. Modus ist beim Start auto­matisch einge­stellt. Er soll für gleich­mäßige Flugbewegungen sorgen.

„CineSmooth“. Soll ruhige Kamera­schwenks und Kamera­fahrten ermöglichen. Drohne fliegt und reagiert lang­samer und ermöglicht so weichere Bewegungen und Drehungen.

„Sport“. Drohne reagiert agiler auf Steuerungs­befehle, fliegt insgesamt schneller, steigt und sinkt flotter.

Drohne kehrt zuver­lässig zurück dank „Coming home“

Auto­matische Flug­einstel­lungen bietet die Mavic Mini etwas weniger als beispiels­weise die DJI Mavic Pro, die wir in unserem Test von zehn Drohnen prüften. Die wichtigste Auto­matik­funk­tion „Coming Home“ funk­tionierte bei der Mavic Mini im Test aber problemlos. Gerät die Drohne außer Sicht oder droht ein Absturz wegen nied­rigen Akku­stands, kommt sie zum Piloten zurück und landet zuver­lässig.

Drohne mit Höchst­geschwindig­keit von 40 km/h

Im Sport-Modus maßen wir eine Höchst­geschwindig­keit von im Schnitt 40 km/h. Andere Drohnen sind zwar schneller. Bei der Mavic Mini reicht Tempo 40 aber völlig aus, da sie aufgrund ihrer Größe recht schnell nicht mehr zu erkennen ist. In Deutsch­land ist vorgeschrieben, dass Drohnen in Sicht­weite geflogen werden. Bei der Mavic Mini ist das auch unabhängig von der Gesetzes­lage sinn­voll, denn die Positions­sensoren der Drohne sind nur nach unten gerichtet – Hinder­nissen in der Flugbahn kann sie daher nicht auto­matisch ausweichen.

Tipp: Alle Regeln, die in Deutschland für Drohnen gelten finden Sie im Special Drohnen und Recht.

Trans­port­bereit: Zusammen­geklappt passt die Drohne auf eine Hand­fläche.

DJI Mavic Mini – das Schnell­test-Fazit

Die DJI Mavic Mini ist für Einsteiger aufgrund ihrer stabilen Flug­eigenschaften und exakten Steuerung absolut geeignet. Insbesondere gemessen an ihrem Preis von rund 400 Euro bietet sie eine gute Bild- und Video­qualität und eine ordentliche Auswahl an Auto­matik-Funk­tionen. Auch Ambitioniertere Drohnen-Piloten können ihren Spaß mit der Mavic Mini haben, wenn sie sie im agilen Sport­modus fliegen.

Navigation über Fernbedienung plus Smartphone

Gesteuert wird die Drohne über eine recht über­sicht­liche Fernbedienung, als Display dient das eigene Smartphone. Es steckt in einer Halterung an der Fernbedienung und wird per Adapter und DJI-Fly-App verknüpft. Kritik­punkt unserer Tester: Der Akku der Fernbedienung lädt das verbundene Smartphone auf – darunter leidet die Lauf­zeit der Fernbedienung. Sie lag im Test allerdings immer noch über der maximalen Flugdauer der Drohne selbst. Die lag bei rund 27 Minuten. Grund­sätzlich ermöglicht die Fernbedienung eine feine und präzise Steuerung der Drohne. Die Motiv­auswahl für Video und Foto ist sehr einfach.

Drohnenkamera: Gute Farb­wieder­gabe, teils aber überbelichtet

Stabilisiert das Bild: Die Kamera der Drohne ist extern an einem sogenannten Gimbal aufgehängt. Es gleicht die Flugbewegungen optimal aus.

Die Ergeb­nisse können sich durch­aus sehen lassen: Bild und Video geben Farben gut wieder, waren bei Sonnen­schein aber teils überbelichtet. Etwas gegen­steuern lässt sich, wenn in der App die Überbelichtungs­warnung akti­viert ist: Über schraffierte Flächen im Display macht sie auf überbelichtete Bereiche aufmerk­sam. Fotos schießt die Mavic Mini in 4 000 x 3 000 Megapixel (4:3-Format) oder 4 000 x 2 250 Megapixel (16:9-Format). Anders als beispiels­weise mit der Mavic Pro sind mit der Mini Video­aufnahmen nur in 2,7K möglich – nicht in 4K. Insbesondere in Relation zum Preis geht die Video­qualität insgesamt aber absolut in Ordnung. Das integrierte Kamera-Gimbal – das ist eine Aufhängung, die das Bild extern stabilisiert – funk­tionierte in allen Modi gut und glich Flugbewegungen in den Videos optimal aus.

SD-Karte zum Speichern nutzen

Grund­sätzlich empfehlen wir, eine Speicherkarte – nicht mitgeliefert – einzulegen. Aufnahmen lassen sich auch über die App auf dem Smartphone speichern, dann aber nur in deutlich reduzierter Auflösung. Ist die Speicherkarte einge­legt, bietet die Drohne vier vordefinierte Flugmodi, mit denen sie sich um ein Objekt bewegt und so ohne Aufwand dyna­mische Videos ermöglicht.

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