„Kalte Anrufe“ Meldung

Oft werden Verbraucher unaufgefordert zu Hause angerufen und von aggressiven Abo-Verkäufern belästigt.

Ist für Abonnementverträge am Telefon wirklich keine Unterschrift des Verbrauchers erforderlich?

Die Beschwerden von Verbrauchern über unerwünschte Zeitschriftenabos nehmen zu. „Vielen Dank für Ihre Bestellung“, stand in einem Brief, den ein test-Leser im Briefkasten fand. „Dabei habe ich kein einziges Abo verlangt“, versichert er.

Oft werden Verbraucher unaufgefordert zu Hause angerufen, obwohl solche „kalten Anrufe“ verboten sind. Besonders schlimm: Selbst wer ausdrücklich ablehnt, wird mitunter als Abonnent registriert. Die Verkäufer behaup­ten, für den Vertragsab­schluss am Telefon sei keine Unterschrift des Kunden nötig, solange das Abo bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit – meist nach einem Jahr – unter 200 Euro kostet.

„Wir meinen, dass auch unter dieser Grenze eine Unterschrift nötig ist“, betont Egbert Groote vom Verbrau­cherzentrale Bundesverband. Doch der vzbv hat damit kürz­lich vor dem Oberlandesge­richt Oldenburg den Kürzeren gezogen. Nun will er eine höchstrichterliche Klärung durch den Bundesgerichtshof erreichen.

Die ist auch bitter nötig: „Sonst wäre dem Betrug Tür und Tor geöffnet“, schimpft Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Die Vertriebe kön­nen einfach behaupten, der Kunde habe am Telefon bestellt, und dies durch windige Zeugen untermauern.“

Der Jurist rät: „Nie am Telefon die eigene Bankverbindung herausgeben.“ Kommt dennoch eine Rechnung, sollte man Betrugsanzeige bei der Polizei erstatten. Das kostet nichts, wird für solche „Kloppertruppen“ aber unan­ge­nehm, wenn sich die Anzei­gen gegen sie häufen.

Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel die Post, die ebenfalls einen Abo-Bestellservice anbietet. „Wir neh­men Bestellungen nur auf, wenn E-Mail oder Unterschrift des Kunden vorlie­gen“, erklärt Richard Lücke, Abteilungsleiter Presse-Distribution, gegenüber test.

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