Kajalstifte Test

Am Preis lässt sich die Qualität nicht ab­lesen. „Gute“ Kajalstifte gibt es schon für weniger als 2 Euro. Clinique, mit 18 Euro am teuersten, hinterlässt den schwächsten Eindruck.

Das Wort „kajal“ kommt aus dem Sanskrit, der klassischen Sprache Indiens. Es bedeutet so viel wie „alles, was das Auge schwärzt“. Doch nicht alle Kajalstifte eignen sich dafür gleichermaßen. So bekam auch der teuerste Kajalstift im Test, der Clinique Quickliner for eyes für 18 Euro, insgesamt nur „befriedigend“. Die Farbe hält am Lid nur „befriedigend“, und die Handhabung ist die schlechteste im Test. Der Clinique-Stift ist ein sogenannter Automatikstift mit herausdrehbarer Mine in einer Plastikhülse. Seine Mine ließ sich aber nur schwer heraus- und gar nicht zurückdrehen.

Von den 16 geprüften Augenkonturenstiften, auch Kholstifte oder eye-pencils genannt, konnten nur fünf mit „gut“ überzeugen: Manhattan, Contapharm, Clarins, Nivea und Essence. Für die restlichen reichte es wie bei Clinique nur zu „befriedigend“.

Geprüft haben wir nicht nur Automatikstifte, sondern auch „normale“ Stifte zum Anspitzen. Manche liefern den Anspitzer gleich mit. Generell sollte man für diese Stifte nur spezielle Kosmetikanspitzer benutzen, die verhindern, dass sich Fasern ablösen, die im Auge landen könnten.

Auch wenn es Kajalstifte mittlerweile in zahlreichen Farben gibt, ist Schwarz nach wie vor am beliebtesten. Deshalb haben wir es auch für den Test ausge­sucht. Clarins und Clinique bieten integrierte Schwämmchen zum Verwischen der Farbe, um so den oft gewünschten rauchfarben-schattierenden „Smokey-eye“-Effekt zu erzielen.

Der Wunsch nach einem ausdrucksstarken, geheimnisvollen Blick ist so alt wie die Menschheit. Schminkten sich die Frauen vor Jahrtausenden die Augen zum Beispiel mit dem Ruß von verbranntem Butterschmalz, benutzen sie heute meist Kajalstifte auf Wachs- und Ölbasis.

Mehr als 400 Probandinnen schminkten sich für unseren Test eine Woche lang täglich mit den Kajalstiften. Vor allem ging es um die kosmetischen Eigenschaften, also den Farbauftrag und die Haltbarkeit:

  • Ein Kajalstift soll Farbe abgeben, ohne dass man am sensiblen Augenlid zu stark aufdrücken muss. Der Stift darf also nicht zu hart sein. Aber auch nicht zu weich, weil sonst der Strich schnell zu dick wird.
  • Die Farbe soll exakt und gleichmäßig aufzutragen sein und gut decken.
  • Die Farbe soll möglichst lange dort haften, wo sie platziert wurde. Besonders wenn die Stifte mit langer Haltbarkeit werben, sollten sie einen acht- bis zehnstündigen Arbeitstag schon überstehen.

Farbminen sind manchmal etwas hart

Beim Auftragen der Farbe gefielen Manhattan und Clarins am besten. Bei Artdeco, Dr. Hauschka und H & M empfanden die Probandinnen die Minen als etwas hart, bei Astor als zu weich. Eine schwache Farbabgabe kritisierten sie besonders bei dm/p2.

Der Berliner Visagist René Koch rät, die Farbabgabe am besten schon beim Kauf auf dem Handrücken zu prüfen. Und eine zu harte Mine sollte man anhauchen und kurz über eine Flamme halten, so der Visagist. Ist sie zu weich, hilft es, sie ein paar Stunden ins Gemüsefach des Kühlschranks zu legen.

Fett lässt die Farbe schwimmen

Die meisten Pluspunkte für die Haltbarkeit am Auge erzielte der Stift von Nivea Beauté. Nach spätestens zehn Stunden sah aber auch er nicht mehr „gut“ aus. Die Haltbarkeit hängt auch vom Hauttyp ab – auf fettiger oder frisch gecremter Haut gerät der fetthaltige Kajal schneller ins Schwimmen, das gilt auch für „Long-Lasting-Stifte“, die länger halten sollen. Gegen Wasser sind Kajalstifte weniger empfindlich. Tipp von René Koch: Den Kajal nach dem Auftragen vorsichtig abpudern, dann hält er länger.

Im Allgemeinen sind Kajalstifte recht unkompliziert anzuwenden. Vielleicht sind sie auch deshalb beliebter als flüssige Eyeliner, bei denen man eine ruhige Hand braucht, um krakelfreie Linien zu ziehen. Leichte Unsicherheiten verzeiht der Kajal eher. Dafür lassen sich mit ihm nicht so feine und oft nicht so haltbare Linien ziehen. Kajal-Fans bevorzugen aber die etwas weichere, natürlicher wirkende Linie, auch wenn sie bisweilen schneller verschwimmt.

Keine Probleme mit Keimen

Die Probandinnen, darunter auch Kontaktlinsen-Trägerinnen, vertrugen die Stifte problemlos. Diese wasserfreien Stifte gelten auch als mikrobiologisch unbedenklich. Schadstoffe fanden wir nicht.

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