Wasch­maschinen: Reparieren der Umwelt zuliebe

Kaputte Wasch­maschinen wieder zum Laufen zu bringen, spart den Besitzern zwar auf lange Sicht meist nicht viel Geld, verringert aber ihren ökologischen Fußabdruck spür­bar.

Das reparieren Werk­stätten häufig

Das steckt drin: 0,9 kg Elektronik, 26 kg Kunststoffe, 33 kg Metalle.

Wasser bleibt kalt. Den Heiz­stab wechseln Monteure besonders oft. Kosten: im Schnitt 125 Euro.

Pumpt nicht ab. Auch die Pumpe geht häufig kaputt. Herstel­ler­unabhängige Betriebe reparieren sie für durch­schnitt­lich 130 Euro.

Steuerung defekt. Die Elektronik ist die dritt­häufigste und teuerste Schwach­stelle. Preis für die Reparatur: im Schnitt 250 Euro.

Wasch­maschinen zählen zu den häufigsten Patienten freier Werk­stätten. Rund drei Viertel der Defekte werden behoben, die anderen Fälle scheitern meist an zu hohen Kosten. Reparieren lohnt sich vor allem ökologisch, denn die Herstellung verbraucht viele Ressourcen, vor allem für die Elektronik.

Sehr alte Maschinen reparieren

Hoch­betagte Modelle ohne fehler­anfäl­lige Elektronik sind oft robuster und einfacher zu reparieren als Maschinen der letzten 10 bis 15 Jahre. Neue verbrauchen zwar weniger Strom und Wasser als alte, ökologisch betrachtet würde es aber Jahr­zehnte dauern, bis die höhere Effizienz die Belastung aufwiegt, die bei der Herstellung entsteht. Die Umwelt dankt also jede Reparatur.

So viel darf die Reparatur kosten

Wirt­schaftlich betrachtet sollten Besitzer mit steigendem Alter einer Wasch­maschine immer weniger in eine Reparatur investieren. Als Faust­regel empfehlen wir, in den ersten fünf Jahren bis zur Hälfte des Kauf­preises zu zahlen. Bei Geräten ab zehn Jahren sollte es höchs­tens ein Fünftel sein. Denn ab diesem Alter steigert eine Reparatur die Nutzungs­dauer im Schnitt nur um drei Jahre. Unsere Faust­regel gilt, obwohl viele Werk­stätten mehr reparieren als nötig (Kundendienste für Waschmaschinen). Unsere Berechnung fußt auf tatsäch­lichen Kosten, Fehler von Monteuren inklusive.

Selbst reparieren, Geld sparen

Streikt die Maschine, sollten Besitzer erst selbst den Fehler suchen: Fließt das Wasser nicht ab, ist eventuell das Flusensieb verstopft. Wie man es reinigt, verrät die Bedienungs­anleitung. Bei einfachen Defekten helfen Portale wie Kunnig-elektro.de und Waschmaschinendoktor.de. An die Elektrik sollten Nutzer nur Fachleute lassen.

Teure Elektronik, güns­tige Heizung

Von 13 Anbietern gaben 6 an, wichtige Ersatz­teile zehn Jahre oder länger vorzuhalten (Tabelle Waschmaschinen). Wir haben geprüft, ob Bauteile für eine zehn Jahre alte Maschine verfügbar sind. Heizstäbe, Pumpen und Platinen, die am häufigsten kaputt­gehen, waren bei allen Anbietern liefer­bar.

Die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter stark: Bei Miele kostet die Platine 438 Euro, bei Bauknecht rund 125 Euro. Für Heizstäbe verlangen Anbieter zwischen 25 und 65 Euro, für die Pumpe 45 bis 85 Euro. Güns­tiger sind Ersatz­teile zum Teil von Dritt­anbietern, etwa bei Ersatzteile-direct.com oder www.ersatzteil-vertrieb.de.

Ökologisch ist Reparieren sinn­voll

Eine Wasch­maschine herzu­stellen, ist energie- und ressourcen­intensiv, da sie viel Metall und Elektronik enthält. Besitzer schonen die Umwelt, wenn sie ihre Maschine möglichst lange nutzen und, wenn notwendig, reparieren.

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* Umwelt­schadens­punkte nach Ecoinvent. Nutzer repariert zweimal: berechnet für 15 Jahre; erste Reparatur nach 8 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für rund 1,9 Geräte in 15 Jahren; Neukauf alle 8 Jahre. Nutzung: berechnet für die Umwelt­last durch Verbrauch von Strom, Wasser und Wasch­mittel. Grafik: Stiftung Warentest

Finanziell lohnt Reparieren nur wenig

Eine Wasch­maschine braucht in 15 Jahren durch­schnitt­lich zwei Reparaturen und hält bis zur ersten acht Jahre. Die typischen Reparaturen kosten so viel, dass auf lange Sicht ein Neukauf nur etwas teurer ist als die Instandset­zungen.

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* Nutzer repariert zweimal: berechnet für einen mitt­leren Kauf­preis von 600 Euro und zwei Reparaturen zu durch­schnitt­lich je 169 Euro; erste Reparatur nach 8 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für einen Neukauf rund alle 8 Jahre. Nutzungs­kosten: Strom, Wasser und Wasch­mittel. Daten­basis: Befragung von Lesern und Werk­stätten. Grafik: Stiftung Warentest

Weitere Details: Eine Tabelle mit den Ersatz­teil­kosten der befragten Anbieter für die Beispielgeräte finden Sie am Ende der PDF zu diesem Test.

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