Staubsauger: Reparieren lohnt sich selten

Gibt der Staubsauger nach der Garan­tiezeit den Geist auf, ist es fast immer billiger, einen neuen zu kaufen, statt den alten vom Profi instandsetzen zu lassen. Nur Bastler, die selbst reparieren, können sparen.

Das reparieren Werk­stätten häufig

Das steckt drin: 55 g Elektronik, 5,7 kg Kunststoffe, 2,4 kg Metalle.

Kaputter Kabelwickler. Herstel­ler­unabhängige Werk­stätten reparieren den Defekt bei Staubsaugern am häufigsten. Das kostet im Schnitt 70 Euro.

Sensibler Schlauch. Er geht oft zu Bruch, wie auch sein Anschluss. Monteure ersetzen ihn für durch­schnitt­lich 45 Euro.

Schwach­stelle Motor. Ihn reparieren Werk­stätten am dritt­häufigsten. Das kostet im Schnitt 120 Euro.

Staubsauger gehen im Schnitt nach acht Jahren kaputt. Das zeigt unsere Leserbefragung. Sie dann reparieren zu lassen, lohnt sich finanziell und ökologisch in der Regel nicht (siehe Grafiken unten). Aber es gibt Ausnahmen.

Neue Geräte reparieren lassen

Bei spar­samen Staubsaugern, die nicht mehr als 1 000 Watt verbrauchen, ist eine Reparatur sinn­voll. Als Faust­regel gilt dann: Höchs­tens die Hälfte des Kauf­preises investieren. Die Wahr­scheinlich­keit ist groß, dass das instandgesetzte Gerät so lange läuft, bis sich die Reparatur­kosten amortisiert haben.

Alte Geräte selbst reparieren

Bei älteren Modellen rechnen sich allenfalls Bagatell­reparaturen. Es lohnt sich aber immer, zu schauen, ob ein Gang zum Profi über­haupt nötig ist. Boden­staubsauger sind einfache Maschinen ohne komplizierte Elektronik, sodass jeder Laie eine Reihe typischer Probleme selbst lösen kann: Verliert das Gerät an Saug­kraft, muss eventuell nur der Filter gewechselt werden. Ein gerissener Schlauch lässt sich leicht kleben oder austauschen. Bei der Fehler­suche und kleinen Reparaturen helfen Repaircafés und Webseiten von Bast­lern wie Wikihow.de, Diybook.de und Forum.teamhack.de.

Preis­unterschiede bei Ersatz­teilen

Ob eine Reparatur möglich ist, hängt davon ab, ob es passende Ersatz­teile gibt. Von 20 befragten Firmen gaben 7 an, Teile zehn Jahre oder länger vorzuhalten (Tabelle Staubsauger). Wichtige Teile, die oft kaputt­gehen, sind aber bei den meisten Anbietern länger verfügbar – zumindest für die elf Jahre alten Modelle, für die wir es exemplarisch über­prüft haben.

Wir stießen aber auf große Preis­unterschiede. So verlangt Miele für einen neuen Motor des zehn Jahre alten Saugers 154 Euro, Dyson nur 45 Euro. Der Kabelwickler kostet bei Kärcher 89, bei Bosch/Siemens 22 Euro. Recht preis­wert sind Schläuche. Sie kosten zwischen 15 und 33 Euro.

Ökologisch nützt Reparieren wenig

Staubsauger zu reparieren oder zu ersetzen – für die Umwelt ist es fast egal. Stärker als die Herstellung belastet der Strom­verbrauch beim Saugen die Umwelt. Kaputte 2000-Watt-Strom­fresser sollten deshalb ausgetauscht werden.

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* Umwelt­schadens­punkte nach Ecoinvent. Nutzer repariert zweimal: berechnet für 10 Jahre;
erste Reparatur nach 8 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für Neukauf rund alle 8 Jahre. Nutzung: berechnet für die ­Umwelt­belastung durch Verbrauch von Strom, Filtern und Staubbeuteln.Grafik: Stiftung Warentest

Neukauf ist güns­tiger als Reparieren

Staubsauger gehen im Schnitt nach acht Jahren kaputt, ein Jahr später erneut. Sie zweimal reparieren zu lassen, kostet mehr, als beim ersten Defekt einen Neuen zu kaufen. Nur in den ersten vier Jahren lohnen güns­tige Reparaturen.

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* Nutzer repariert zweimal: berechnet für einen mitt­leren Kauf­preis von 170 Euro und zwei Reparaturen zu im Schnitt je 78 Euro; erste Reparatur nach 8 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für Neukauf etwa alle acht Jahre, rund 1,3 Geräte in 10 Jahren. ­Nutzungs­kosten: Strom, Filter und Staubbeutel. Daten­basis: Befragung von Lesern und Werk­stätten.Grafik: Stiftung Warentest

Weitere Details: Eine Tabelle mit den Ersatz­teil­kosten der befragten Anbieter für die Beispielgeräte finden Sie am Ende der PDF zu diesem Test.

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