Kaffee­voll­automaten: Reparieren lohnt sich

Die Herstellung von Voll­automaten ist ressourcen­aufwendig, ihr Kauf­preis hoch. Daher gilt: Kaffee­trinker, die ihr defektes Gerät instandsetzen lassen, schonen den Geldbeutel und die Umwelt.

Das reparieren Werk­stätten häufig

Das steckt drin: 0,6 kg Elektronik, 7 kg Kunststoffe, 3,2 kg Metalle.

Heizt nicht auf. Die größte Schwach­stelle ist laut herstel­ler­unabhängigen Werk­stätten die Heizung. Die Reparatur kostet durch­schnitt­lich 145 Euro.

Maschine leckt. Verschlissene Ventile tauschen Reparatur­betriebe am zweithäufigsten aus. Das kostet im Schnitt 100 Euro.

Kaffee fließt kaum oder gar nicht. Eine defekte Pumpe reparieren Monteure am dritt­häufigsten. Dafür berechnen sie im Schnitt 110 Euro.

Nach nur fünf Jahren gehen Kaffee­voll­automaten im Schnitt kaputt. Beim Netz­werk freie Werk­stätten machen sie rund ein Drittel aller Reparaturwünsche aus – kein Haus­halts­gerät landet dort öfter. Die Maschinen sind teuer, typische Reparaturen im Verhältnis dazu günstig: In 84 Prozent der Fälle wird repariert, die anderen scheitern oft an hohen Kosten. Auch ökologisch lohnt sich die Instandset­zung.

So viel darf die Reparatur kosten

Die Kosten­grenze, die wir nach unseren Berechnungen für Reparaturen empfehlen, richtet sich nach dem Alter: In den ersten vier Nutzungs­jahren sollten Besitzer höchs­tens die Hälfte des Kauf­preises in die Instandset­zung investieren. Je älter das Gerät, desto weniger darf die Reparatur kosten. Ab dem siebten Jahr empfiehlt es sich, höchs­tens 20 Prozent zu investieren.

Selbst reparieren, Geld sparen

Nicht bei jedem Problem muss ein Profi ran. Es lohnt sich, zunächst selbst nach dem Grund zu suchen. Läuft etwa das Mahl­werk nicht, hat sich darin womöglich etwas verkantet. Oft lässt es sich mit dem Staubsauger säubern. Läuft der Kaffee woandershin als in die Tasse, muss eventuell eine Dichtung oder ein Dichtungs­ring ausgetauscht werden. Bei der Fehler­suche und einfachen Reparaturen helfen Webseiten der Anbieter und von Bast­lern wie Floriankaiser.de und Juradiy.de sowie Nutzer­videos auf Youtube. Neben Anleitungen bekommen Kaffee­trinker bei Komtra.de und Juraprofi.de Ersatz­teile für etliche Marken.

Güns­tige Ersatz­teile bei Dritt­anbietern

Viele Firmen geben an, Ersatz­teile fünf bis zehn Jahre lang vorzuhalten (Tabelle Kaffeevollautomaten). Wir prüften bei zehn Anbietern exemplarisch, ob wichtige Teile für ein zehn Jahre altes Modell zu bekommen sind. Außer bei Melitta wurden wir über­all fündig.

Die Preis­unterschiede zwischen Original-Ersatz­teilen und jenen von Fremd­herstel­lern sind mitunter groß. So kostet bei AEG eine neue Pumpe für das über­prüfte Modell rund 182 Euro, bei einem Online-Dritt­anbieter knapp 19 Euro; die Original-Heizung ist für 161 Euro zu haben, bei einem anderen Hersteller kostet sie 78 Euro.

Ökologisch ist Reparieren sinn­voll

Die Produktion eines Kaffee­voll­automaten belastet die Umwelt vor allem wegen seiner rund 600 Gramm Elektronik aus wert­vollen Rohstoffen so stark, dass Besitzer ihn möglichst lange nutzen und bei Defekten reparieren sollten.

Kaffee­voll­automat, Staubsauger, Wasch­maschine Test

* Umwelt­schadens­punkte nach Ecoinvent. Nutzer repariert dreimal: berechnet für 10 Jahre; erste Reparatur nach 5 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für einen Neukauf annähernd alle 5 Jahre. Nutzung berechnet für die Umwelt­belastung durch Verbrauch von Strom, Wasser, Kaffee, Entkalker und Reiniger. Grafik: Stiftung Warentest

Reparieren spart meist Geld

Dreimal fällt ein Kaffee­voll­automat durch­schnitt­lich in zehn Jahren aus. Ihn jedes Mal reparieren zu lassen, kostet bei den typischen Defekten insgesamt weniger, als jeweils beim ersten Schaden einen neuen zu kaufen.

Kaffee­voll­automat, Staubsauger, Wasch­maschine Test

* Nutzer repariert dreimal: berechnet für mitt­leren Kauf­preis von 810 Euro und drei Reparaturen zu durch­schnitt­lich je 118 Euro; erste Reparatur nach 5 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für rund 2 Geräte in 10 Jahren (Neukauf nach 5 Jahren). Nutzungs­kosten: Strom, Wasser, Kaffee, Entkalker, Reiniger. Daten­basis: Befragung von Lesern und Werk­stätten. Grafik: Stiftung Warentest

Weitere Details: Eine Tabelle mit den Ersatz­teil­kosten der befragten Anbieter für die Beispielgeräte finden Sie am Ende der PDF zu diesem Test.

Dieser Artikel ist hilfreich. 94 Nutzer finden das hilfreich.