Kaffee oder Espresso?: Feiner Unterschied

Kaffeemaschinen für Kapseln und Pads Test

Auf Bohnenröstung, Mahlgrad und Zubereitung kommt es an

Wer in Italien einen Kaffee bestellt, genauer gesagt einen „Caffè solo“, bekommt einen Espresso vorgesetzt. In Deutschland bringt der Kellner in der Regel eine Tasse gefilterten Bohnenkaffee. Nördlich der Alpen bevorzugen die meisten nach wie vor den klassischen Filterkaffee, hat der Deutsche Kaffeeverband festgestellt.

Filterkaffee. Dafür werden normalerweise die gleichen Kaffeebohnen verwendet wie für Espresso, entweder zu 100 Prozent Arabica-Bohnen oder eine Mischung aus Arabica- und Robusta-Bohnen. Aber die Kaffeeröstung ist kürzer und milder, der Mahlgrad mit 0,3 bis 0,5 Millimeter gröber  (Espresso 0,2 mm). Die Kaffeebohnen bleiben deshalb heller, haben mehr Säure, weniger Würze und einen milderen Geschmack. Kaffeepulver hat beim Brühen im Filterautomaten oder im Handfilter auch länger Kontakt mit dem Wasser. Das löst mehr Bitterstoffe und Koffein. In einer Tasse Kaffee (125 Milliliter) steckt etwa doppelt so viel Koffein wie im Espresso (50 Milliliter).

Espresso läuft unter hohem Druck (9 bis 15 bar) in wenigen Sekunden in die Tasse. Bitterstoffe und Gerbsäure bleiben deshalb größtenteils im Kaffeekuchen zurück. Das macht Espresso bekömmlicher.

Portionskaffee ist für viele ebenso magenfreundlich. Denn auch er läuft schnell durch Pad oder Kapsel. Aus den Padmaschinen im Test rinnt Kaffee, kein Espresso. Die Geräte bauen nämlich nur wenig Druck auf, etwa 1 bis 3 bar. Das Getränk bekommt, abhängig auch von der Kaffeesorte, dabei eine leichte Schaumhaube, ähnlich dem schweizerischen Schümli. Nur die Kapselgeräte Braun Tassimo und Tchibo Caffissimo können den Druck variieren. Mit Espressokapseln fließt dann auch italienischer Caffè in die Tasse.

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