Kaffeemaschinen Test

Kaffee zum Mitnehmen – gestern ...

Wir sagen Ihnen, welche den besten Kaffee kocht, am einfachsten zu handhaben ist und dabei am wenigsten kostet.

Am Anfang wurde Kaffee gekaut. Nomaden waren es, die von den anregenden Früchten des Kaffeestrauchs aßen, der im abessinischen Hochland von Äthiopien wuchs – in den Bergwäldern der Provinz Kaffa. Als Getränk erwähnt wird Kaffee erstmals im 10. Jahrhundert von dem persischen Arzt Rhazes, der den vergorenen Saft der Kaffeekirschen als Medizin nutzte. Vor allem im Jemen wurde der koffeinhaltige Trank dann mehr und mehr kultiviert, wurden Kaffeebohnen erstmals geröstet und gemahlen, bis aus dem Heilmittel schließlich ein Genussmittel geworden war – „qahwa“ genannt. Und das schmeckte dann auch den Touristen aus Europa.

Der Augsburger Naturforscher Leonhart Rauwolf war so einer. Er kehrte 1582 mit der Kunde von einem „gut getränck, Chaube genennet, gar nahe wie Dinten so schwartz“ von einer Expedition aus dem Vorderen Orient zurück. Solcherlei Reiseberichte weckten das Interesse der Händler. Schließlich führten venezianische Kauf­leute 1615 die begehrte Bohne in die Lagunenstadt ein. Es dauerte nicht lange, da öffneten die ersten Kaffeehäuser des Abendlandes ihre Pforten: 1645 Venedig, 1679 Hamburg, 1683 Wien. Spätestens seitdem probiert Europa sich am Kaffee aus – türkischer Mokka, italienischer Espresso, deutscher Filterkaffee.

Filtern – historisch bewährt

Kaffeemaschinen Test

... und heute.

„Die neuerlich eingeführte Weise, den Kaffeetrank durch das Filtrieren zu verfertigen, ist wohl unstreitig die beste“, schreibt Johann Georg Krünitz 1784 in seiner Oekonomischen Ency­klopädie, dem seinerzeit wohl wichtigsten deutschsprachigen Lexikon. „Man legt in einen dazu gemachten blechernen, wohl verzinnten Filtrierhut oder Trichter (Kaffee-Sieb) ein reines, feines Leinwand-Tüchlein oder Haartuch, oder, weil dieses durch den öftern Gebrauch leicht unrein gemacht werden könnte, lieber weißes Lösch- und Druck-Papier, und nimmt jedes Mal neues; in dieses schüttet man den gemahlenen Kaffee, setzt den Trichter über einen erwärmten Topf oder Kanne, und gießt allmählich siedendes Wasser darauf.“

Damit war das Prinzip der Kaffeemaschine schon recht früh bekannt. Gourmets schwören zwar noch heute auf den Handaufguss. Doch mitunter nehmen auch Puristen gern maschinelle Hilfe in Anspruch, zum Beispiel wenn am frühen Morgen der Sinn fürs Rituelle noch ein wenig fehlt. Zumal die Geräte heute durchaus konkurrenzfähig sind. Wir haben 14 Kaffeemaschinen zwischen 30 und 170 Euro getestet – mit sechs Geräten sind auch bequeme Genießer „gut“ bedient.

Zehnmal „guter“ Kaffee

Wichtig ist natürlich, was unten rauskommt – also wie der Kaffee schmeckt. Immerhin zehn Geräten attestierten unsere Testtrinker, dass diese den Kaffee in puncto „sensorischer Fehlerfreiheit“ insgesamt „gut“ zubereiten. Das heißt, an den mit diesen Geräten gebrühten Kaffees gab es vergleichsweise wenig auszusetzen, was seine wichtigsten Eigenschaften wie beispielsweise Geschmack, Aussehen oder Geruch angeht (siehe „Ausgewählt, geprüft, bewertet und Tabelle „Kaffeemaschinen“). Dass vier dieser zehn Geräte trotzdem im Gesamturteil nur auf ein „Befriedigend“ kamen, hat verschiedene Gründe: Rowenta und Clatronic machten bei minimaler Füllung keinen heißen Kaffee und waren in der Handhabung nur Mittelmaß. Die AEG-Maschine war im täglichen Gebrauch nur ausreichend, vor allem weil sich mit deren bauchiger Kanne der Kaffee schlecht ausgießen lässt. Und die Bosch Solitaire schließlich verbraucht ausgeschaltet so viel Strom, dass hier nicht mehr von einem „guten“ Gerät die Rede sein kann.

Unsere Verkoster tranken von ein und demselben Gerät jeweils Kaffee, der mit maximaler sowie mit minimaler Füllmenge gekocht wurde. In der Regel wichen beide Ergebnisse leicht voneinander ab. Auffallend groß waren die Unterschiede bei Cloer und Melitta. Der Cloer-Kaffee kratzte vor allem bei der Zubereitung von wenigen Tassen im Hals, schmeckte angebrannt, säuerlich und bitter. Der Kaffee der Melitta war vor allem bei maximaler Tassenzahl deutlich fehlerhaft. Bei den besten Geräten dagegen gab es zumindest bei jeweils einer Füllmenge gar nichts an der sensorischen Qualität zu beanstanden.

Im Test waren sowohl Geräte mit Glas- als auch mit Thermoskanne. Von beiden gibt es Exemplare, in denen der Kaffee eine halbe Stunde heiß bleibt, aber auch solche, die das nicht schaffen. Generell: Steht Kaffee zu lange auf der Warmhalteplatte, verliert er an Aroma. Die meisten Ge­räte schalten ohnehin nach einer bestimmten Zeit ab. Einige Maschinen haben „Aroma­schalter“: Für kräftigen Kaffee erhitzt die Bosch Solitaire auf Tastendruck das Wasser langsamer, damit es mehr Zeit hat, durch den Filter zu laufen und Aroma­stoffe aus dem Kaffeemehl zu extrahieren. Die Geschmacks­unterschiede sind aber letztlich nur gering. Bei der Melitta-Maschine kann die zen­trale Zuflussöffnung in den Filter geschlossen werden, sodass das Wasser nur im äußeren Bereich in den Filter gelangt – der Kaffee ist dann deutlich dünner. Auch bei der Clatronic soll eine Klappe an der Filteröffnung die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers variieren, was in unserem Test aber ziemlich wirkungslos blieb.

Die Geräte von Bosch und Krups haben zudem einen Tassenwahlschalter, der bei wenigen Tassen das Wasser langsamer erhitzt, damit es langsamer durchläuft und auch aus wenig Kaffeemehl genügend Aroma ziehen kann. Darüber hinaus kann natürlich jeder durch die Wahl der Kaffeesorte, der Wassermenge oder auch mal mit einer Prise Zimt, Kardamom oder Kakao im Kaffeepulver mit dem Aroma spielen – wie einst die ersten Kaffeefreunde in Europa.

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