Kaffee­maschinen Test

Der Kaffee aus der Melitta-Maschine schmeckt am besten – und sie kostet nur 25 Euro. Die Kaffee­qualität der anderen Modelle schwankt oft je nach Tassenzahl.

Es blubbert und röchelt in deutschen Küchen und Büros nach wie vor heftig. Trotz des Sieges­zugs der teuren Espresso­automaten und Portions­maschinen hat die gute alte Filter­kaffee­maschine noch nicht ausgedient. Rund 3,4 Millionen gehen pro Jahr über den Laden­tisch. Modelle mit Glaskrug sind dabei doppelt so häufig vertreten wie solche mit Isolierkanne.

Es ist die schub­weise Wasser­erwärmung, die das gurgelnde Geräusch der Maschinen hervorruft. Das in einem Durchlauf­er­hitzer nach und nach zum Kochen gebrachte Wasser steigt durch den Dampf­druck nach oben und ergießt sich auf das im Filter befindliche Kaffee­pulver. Es löst die Aroma­stoffe heraus, und der frisch gebrühte Kaffee läuft in die Kaffee­kanne. Filter­kaffee­maschinen gibt es ab 18 Euro, oft auch beim Discounter oder im Drogeriemarkt als Aktions­angebot. Man kann aber auch fast das Zehnfache dafür ausgeben. Wir haben 22 Modelle zu Preisen von 18 bis 196 Euro gekauft. Komplett prüften die Tester 14 Maschinen mit Glaskanne, von denen es 7 Modelle auch mit Thermos­kanne gibt, und eines von Rowenta, das nur mit Thermos­kanne erhältlich ist.

Deutlich geröstet, bitter und säuerlich

Der wichtigste Prüf­punkt ist der Geschmack des Kaffees. Acht erfahrene Tester haben tage­lang probiert und bewertet – von jeder Maschine jeweils zwei Brühungen mit drei Tassen und zwei mit acht Tassen Kaffee. Selbst­verständlich war die Verkostung anonym, das heißt die Maschine unbe­kannt, und das Kaffee­pulver – ein beliebtes Marken­produkt – immer das gleiche.

Die Tester haben zunächst den Kaffee­geschmack definiert, der den Durch­schnitt aller Kaffee­maschinen wieder­gibt. Sie beschreiben ihn so: starke Intensität, deutliches Volumen, deutlich geröstet, bitter und säuerlich sowie schwach malzig. Außerdem beur­teilten sie das Aussehen, den Geruch, das Mund­gefühl und den Nachgeschmack, immer anhand einer Intensitäts­skala von schwach nach stark.

Große Unterschiede gibt es nicht. Meist entspricht der Kaffee dem Durch­schnitts­geschmack. Sieben Maschinen weichen etwas ab. So ist der Kaffee der Modelle von AEG, Aldi, Krups-ProAroma und Petra schwächer. Die Brühungen der Krups T8 und der Rowenta Milano sind dagegen stärker. Bei der Tefal hält der Nachgeschmack etwas länger an. Die Melitta glänzt mit ausgewogener Qualität – die erste Tasse schmeckt ebenso gut wie die achte, Zahl gebrühter Tassen und Geschmack.

Heißer Kaffee, der schnell abkühlt

Ein frisch­gebrühter Kaffee sollte natürlich heiß sein. Die Tester haben die Temperatur des Kaffees während des Brühens im Filter und in der Kanne gemessen. Während es im Filter noch 84 bis über 100 Grad beim Druck­brüh­system sind, geht die Temperatur in der Kanne 10 bis 15 Grad runter. Der heißeste Kaffee kommt von der Krups T8, der laueste von der Unold.

Auch wenn es auf ein paar Minuten meist nicht ankommt, sind die Unterschiede bei der Zubereitungs­zeit bemerkens­wert. Bei acht Tassen Kaffee reichen sie von rund 7 Minuten bei der Technivorm bis 12 Minuten bei der Krups T8. Die Krups T8 arbeitet als einzige im Test nach dem Druck­brüh­verfahren. Ähnlich wie bei einer Espressokanne erhitzt sie das Wasser im unten liegenden Kessel. Durch Dampf­bildung baut sich ein Druck auf, der das heiße Wasser durch das Kaffee­mehl presst.

Im Unterschied zu den anderen Kaffee­maschinen kommen hier Rund­filterblätter zum Einsatz. Die Krups T8 ist ein Klassiker, die mit ihrem starken, mokka­ähnlichen Kaffee etliche Fans hat. Schwächen, wie das relativ schnelle Abkühlen des zunächst sehr heißen Kaffees und die gewöhnungs­bedürftige Hand­habung, müssen ihre Anhänger dafür in Kauf nehmen.

Tipp: Länger als 30 Minuten sollte Kaffee nicht warm gehalten werden, da er mit der Zeit immer saurer wird. Wer den Kaffee nicht sofort nach dem Aufbrühen trinkt, muss Qualitäts­einbußen hinnehmen.

Melitta isoliert am besten

Bei den Kaffee­maschinen mit Isolierkanne haben wir nur das Warmhalte­vermögen untersucht. Sonst sind sie weit­gehend baugleich mit den Kaffee­maschinen mit Glaskanne. Am längsten bleibt der Kaffee in der Melitta Enjoy Therm warm. In einer Stunde geht die Temperatur hier nur um 3 Grad zurück, bei den anderen Isolierkannen sind es 6 bis 10 Grad, Tabelle: Warmhaltevermögen der Kaffeemaschinen mit Isolierkanne.

Zwei Mängel fielen bei den Kaffee­maschinen mit Isolierkanne auf. Die Tefal Express hat eine über­flüssige Wärmeplatte. Sie heizt die Isolierkanne unangenehm auf und verbraucht unnötig Strom. Auch die Philips verschwendet Energie. Sie verbraucht auch dann noch 0,6 Watt, wenn der Netz­schalter ausgeschaltet ist.

Wasser einfüllen schwierig

Zu einem täglichen Ärgernis könnte bei einigen Kaffee­maschinen das Einfüllen des Wassers werden. So stören bei der Severin der enge Wasser­behälter und die schlecht ables­bare Markierung. Bei der Krups T8 sind die seitlichen Stege im Weg. Die Einfüll­öffnung der Philips ist ebenfalls eng, der Tank lässt sich hier aber abnehmen. Am besten lassen sich die Siemens und die Technivorm befüllen. Bei diesen Geräten und bei der Bosch sind die Markierungen am Wasser­behälter auch gut zu erkennen.

Bei der Hälfte der getesteten Maschinen gehört ein Kaffee­mess­löffel zum Liefer­umfang. Philips bietet zusätzlich noch ein „Aroma-Dosier­system“, das ein OK anzeigt, wenn die richtige Kaffee­menge erreicht ist. Das Auswiegen funk­tioniert einigermaßen gut, es ist aber sehr träge und reagiert bei kleinen Mengen Kaffee mitunter nur, wenn man gegen das Gerät klopft.

Acht Modelle verfügen über einen Aromaschalter. Bei AEG, Bosch, Melitta, Philips, Siemens und Tefal beein­flusst er die Kaffee­stärke. Bei Braun und Technivorm kann der Nutzer damit lediglich die Heiz­leistung der Warmhalteplatte verändern.

Reinigen und entkalken

Damit die Kaffee­maschine einwand­frei arbeitet und lange hält, heißt es: Regel­mäßig entkalken. Viele Anbieter empfehlen eine Entkalkung nach 40 Brüh­vorgängen. AEG, Bosch, Technivorm, Philips und Siemens zeigen an, wenn entkalkt werden muss. Bosch und Siemens haben ein Entkalkungs­programm, das aber auch nur mithilfe von Wasser und Säure funk­tioniert.

Das eigenwil­lige Design der nieder­ländischen Kaffee­maschine Technivorm bietet nicht nur Vorteile. Mit seinen vielen Bauteilen, Kanten und Metall­oberflächen ist das teure Modell nur schwer zu reinigen.

Die Modelle von Siemens und Tefal fallen mit einem recht hohen Strom­verbrauch beim Warmhalten auf. Dafür bleibt der Kaffee hier am besten heiß. Auch die Philips geht nicht besonders spar­sam mit Energie um. Außerdem nervt sie mit lauten Gurgel­geräuschen.

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