Kaffeekapseln und -pads Test

Frischer Kaffee kommt immer öfter aus den fixen Portionsmaschinen. Wir hatten 23 Pads und Kapseln im Test. Auch mit billigeren wurde der Kaffee „sehr gut“, mit einem teuren nur „mangelhaft“.

Kaffee kann zum Luxustrank werden, wenn er aus den neuen trendigen Portionsmaschinen fließt. Der Luxus steckt – teils aufwendigst verpackt – in kleinen Kaffeepads und -kapseln, die man für diese Maschinen braucht. Das gilt vor allem für Braun, Melitta, Stefano und Tchibo: Sie funktionieren nur mit Spezialpads und -kapseln. Die kosten pro Stück mindestens 19 Cent, Jacobs Krönung Tassimo sogar 25 Cent. 25 Cent für 7 Gramm Kaffee – das sind fast 18 Euro pro Pfund, etwa viermal so viel wie ein Pfund normalerweise kostet. Eine Tasse klassischer Filterkaffee kommt auf 5 bis 6 Cent.

Für Preisbewusste hat sich die Pad-Situation aber entschärft, seit Discounter auf diesem Teil des hart umkämpften Kaffeemarkts mit universell einsetzbaren runden Pads ab 8 Cent mitmischen. Genauer: einsetzbar für Kaffeemaschinen vom Typ Philips Senseo und normale Siebträgermaschinen für Espresso.

Auch wenn der Kaffee so teurer wird: Die schnellen Brüher, aus denen auf Knopfdruck tassenweise frischer Kaffee rinnt, sind im Trend. Die vorportionierte Zubereitung – Stichwort Convenience ­– wird immer beliebter, gerade unter Jüngeren, Singles und vor allem im Büro. Auch weil man damit leicht zwischen Geschmacksvarianten wechseln kann.

Wir haben Portionskaffeemaschinen geprüft und dazu 23 Pads, Kapseln und sogenannte Discs ausgewählt. Dabei wurde die Preis- und Geschmacksfrage gestellt, nach Schadstoffen gefahndet und auch der Koffeingehalt gemessen. Ergebnis: 15 Produkte sind im Qualitätsurteil „gut“, sechs „befriedigend“ und zwei „ausreichend“. Geschmacksgründe spielten dabei die größte Rolle.

Schäumt und schmeckt

Kaffeekapseln und -pads Test

Runde Kaffeepads passen in Maschinen vom Typ Philips Senseo.

Die fixen Maschinen schicken im Eiltempo heißes Wasser durch die mit Kaffeepulver gefüllten Pads, Kapseln und Discs, ähnlich wie Espressomaschinen, nur dass hier der Druck nicht so hoch ist. Dabei entsteht auch Schaum. Der ist weniger dicht und stabil als die typische Crema eines Espressso, trotzdem aber für viele fester Bestandteil dieser Art von Kaffeegenuss, der gerne zum Lifestyle-Erlebnis hochstilisiert wird. In vielen Fällen war der Schaum – unabhängig vom Preis – recht üppig. Nur bei Jacobs Krönung Tassimo gab es keine Crema.

Die schnellen Brüher gönnen den Aromastoffen des gemahlenen Kaffees zwar nur ein kurzes Wasserbad, das Ergebnis kann aber mit Filterkaffee aus der Maschine mithalten. Dabei wurde der Kaffee mit den billigeren Pads nicht schlechter. Im Gegenteil: Eines der sensorisch „sehr guten“ runden Pads kommt von Aldi (Nord) und kostet 9 Cent, das zweite „sehr gute“ von Senseo 13 Cent. Das dritte „Sehr gut“ bekam das viereckige Pad für die Stefano-Maschine zu 20 Cent.

„Gut“ sind auch 12 weitere runde Pads, die ebenfalls nicht nur in Senseo-Maschinen passen. „Gut“ in der sensorischen Fehlerfreiheit heißt, der Kaffee roch und schmeckte intensiv, deutlich geröstet und war ohne Fremdnote. Die sensiblen Zungen unserer Sensoriker fanden weder Fehler wie angebrannt, metallisch noch alt. Guter Kaffee hinterließ auch kein pelziges oder gar brennendes Mundgefühl.

Mehr oder wenig wässrig und dünn und damit nur „befriedigend“ wurde allerdings der Kaffee mit den Pads von Segafredo, Valentino, Padinies und Lebensbaum. Das Bioprodukt Lebensbaum hatte – anders als auf der Tüte angepriesen – kein kräftiges Aroma, mit 19 Cent aber den höchsten Preis für ein rundes Pad. Die sensorisch „befriedigenden“ viereckigen Melitta-Pads zeigen, dass auch die Maschine die Kaffeequalität beeinflussen kann. Die Melitta My Cup-901 produzierte deutlich säuerlichen Kaffee mit leichter Fremdnote. Die Fremdnote fehlte bei der Zubereitung mit der My Cup 902, der Kaffee daraus war auch kaum säuerlich (siehe Tabelle „Kaffeepads“).

Angebrannt und säuerlich

Kaffeekapseln und -pads Test

Kapseln gehören nur zu bestimmten Maschinen (siehe Tabelle „Kaffeepads“).

Zwei Maschinen arbeiten nicht mit Pads. An Jacobs Krönung Tassimo war nichts auszusetzen, es gab aber – wie bei Filterkaffee – keine Crema. Bei den Kapseln von Tchibo Cafissimo, dem einzig sensorisch „mangelhaften“ Produkt, häuften sich die Fehler bis hin zu „deutlich angebrannt“ und „besonders säuerlich“.

Tip und Valentino empfehlen auch, ihre Pads in der Tasse nur mit heißem Wasser zu übergießen. Wir nicht: Das Ergebnis erinnerte allenfalls an Kaffee.

Auf neun Tüten steht als Kaffeesorte Arabica, der ja teurer als Robusta ist. Es dürfte sich aber noch häufiger um Arabica gehandelt haben. Darauf weisen zumindest die typischerweise relativ niedrigen Koffeingehalte hin. Bei Padinies war der Kaffee entgegen der Deklaration allerdings nicht hundertprozentig Arabica, wie sich bei den Analysen im Labor zeigte.

Kaum Schadstoffe

In der Grundanalyse war die Qualität des Kaffeemehls „gut“ bis „befriedigend“. Der Mahlgrad fiel sehr unterschiedlich aus, von sehr fein bis sehr grob. Das Schimmelpilzgift Ochratoxin A, das sich bei feuchter Lagerung des Rohkaffees bilden kann, haben wir nicht gefunden, immer aber Acrylamid. Es entsteht beim Rösten und gilt als potenziell krebserzeugend. Die Mengen waren aber nie besorgniserregend, zumal ja dann erheblich weniger Acrylamid in der Tasse landet.

Reichlich Verpackungsmüll

Pads aus Papiervlies lassen sich im Biomüll entsorgen. Man kauft meist 18 Stück im Verbundbeutel. Diese Beutel schonen das Aroma, weil sie Sauerstoff vom Kaffee weitestgehend fernhalten. Verpackungsmüll sind sie trotzdem. Besonders reichlich fällt Müll bei den Kapseln aus Alu und Kunststoff an. Die von Tchibo haben innen sogar zwei Filterböden. Dafür stecken die Kapseln in weniger umweltbelastenden Papierpackungen.

Vorgefertigter Geschmack

Mit den Miniportionen lässt sich leicht zwischen diversen Geschmacksrichtungen wechseln, beispielsweise von mild zu kräftig. Oder gar zu Pads, die beispielsweise bei Senseo Vienna oder Sydney heißen. Das sind Fantasienamen für Kaffee mit Aromastoffen. Ein Blick auf die Zutaten ist empfehlenswert: Gelegentlich sind – wie bei den Senseo Cappuccinopads – sogar gehärtete Fette, Emulgatoren sowie Glukosesirup als Süßungsmittel dabei.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3509 Nutzer finden das hilfreich.