Kabel­fernsehen Unitymedia stellt analogen Sende­betrieb im Juni 2017 ein

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Fernsehen über Satellit und Antenne ist schon seit langem ausschließ­lich digital empfang­bar. Und auch die Tage des analogen Empfangs über Kabel sind gezählt. Der Kabelnetz­betreiber Unitymedia hat angekündigt, die analogen Fernseh­programme nicht mehr auszustrahlen. Am 1. Juni beginnt die erste Etappe der Umstellung. Wer nicht auf digitalen Empfang umsteigt, sieht nur noch Schwarz auf dem Bild­schirm. test.de erklärt, was Analogseher jetzt tun müssen.

Mehr als 500 000 Unitymedia-Kunden schauen noch analoges Kabel-TV

Unitymedia ist neben Vodafone und Tele Columbus einer der drei großen Kabelnetz­betreiber in Deutsch­land und hat Kunden in Baden-Württem­berg, Hessen und Nord­rhein-West­falen. Etwa zehn Prozent der Unitymedia-Kunden in diesen drei Bundes­ländern schauen nach Angaben des Unter­nehmens bisher noch analoges Kabel­fernsehen, das sind mehr als eine halbe Million Haushalte. Unitymedia empfiehlt seinen Kunden, „bald­möglichst“ auf digitalen Empfang umzu­steigen. Am 1. Juni will der Provider den analogen Empfang im Süden Baden-Württem­bergs abschalten, der Norden folgt am 6. Juni. Hessen ist ab dem 13. Juni von der Umstellung betroffen, Nord­rhein-West­falen bildet vom 20. bis 27. Juni das Schluss­licht.

Alte Fernseher benötigen extra DVB-C-Receiver

Um digitale Sender empfangen zu können, müssen Fernseh­zuschauer laut Unitymedia lediglich ein geeignetes Fernsehgerät haben. Das notwendige digitale Fernseh­signal liege bereits an der Kabel­anschluss­dose. Die Zuschauer sollten prüfen, ob ihr Fernseher über einen integrierten, sogenannten DVB-C-Tuner verfügt. Bei Flach­bild­fernsehern, die nicht älter als fünf Jahre sind, ist das so gut wie immer der Fall. Bei alten Geräten ohne einen solchen integrierten Tuner müssen Nutzer einen externen DVB-C-Receiver zwischen Fernseher und Anschluss­dose schalten. Ein solcher DVB-C-Receiver ist ab etwa 40 Euro zu haben. Die von der Stiftung Warentest getesteten, noch im Handel erhältlichen Fernsehgeräte verfügen alle über einen einge­bauten DVB-C-Tuner. Entsprechende Geräte finden Sie in unserer Testdatenbank Fernseher.

Vodafone und Tele Columbus haben noch keinen Ausstiegs­termin genannt

Andere Kabelnetz­betreiber wie zum Beispiel Vodafone und Tele Columbus haben bisher noch keinen konkreten Termin genannt, wann sie ihr analoges TV-Angebot beenden werden. Die Direktoren­konferenz der Landes­medien­anstalten spricht sich dafür aus, dass 2018 sämtliche analogen Kabel­fernsehsender abge­schaltet werden. Neben den großen Anbietern gibt es noch mehrere Dutzend regionale, kleine Kabelnetz­betreiber. Die frei werdenden Frequenzen sollen für hoch­auflösendes Fernsehen (HDTV) und Internet­dienste genutzt werden.

Antennen­fernsehen wird auf DVB-T2 HD umge­stellt

Deutlich schneller handeln als Kabelnutzer mussten Millionen Fernseh­zuschauer, die bereits digital über Antenne fernsehen: Denn in weiten Teilen Deutsch­lands wurde Ende März auf eine neue und verbesserte digitale Über­tragungs­technik umge­schaltet: DVB-T2 HD (Infos und Tests in unserem großen DVB-T2-Special). Wer noch kein passendes Empfangs­gerät dafür hat, sollte sich umge­hend eines besorgen, wenn der Empfang über Antenne wieder funk­tionieren soll. Wir haben kürzlich 13 entsprechende Receiver getestet (Preise: 39 bis 144 Euro).

Dieser Artikel ist erst­mals am 14. März 2017 auf test.de erschienen. Er wurde am 22. Mai 2017 aktualisiert.

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viper6577 am 06.07.2017 um 07:24 Uhr
Achtung wichtig zweck Dvb-c

Bitte Verträge bei Unitymedia nicht im Ladengeschäft abschließen, da in geschlossenen Räumen abgeschlossene Verträge kein Wiederspruchrecht haben! Desweiteren wurde im Laden mit macht und Gewalt ein Vertrag an die Backe gelabert.
Sprich, es wurde TV, Telefon ohne Internet verkauft , leider ist Telefon vom Internet nicht trennbar. Im Vertrag erschienen dann die Posten wieder. Leider hat meine Oma nicht warten wollen bis ich von Arbeit kam.
Deshalb Vorsicht wenn ein Ladengeschäft zweck Vertrag betreten wird.
Mit freundlichen Grüßen