Sie versorgen Fernseher mit den besten Bildern. Digitale TV-Empfänger liefern HD-Qualität. Aufzeichnen, Internet, Pay-TV – alles ist möglich. Nur nicht mit jedem Gerät.

Kabel- und Sat-Empfänger Test

Einfaches Programm. Auch güns­tige Receiver empfangen Sesam­straße und Co. in hoher Qualität. Mehr als klassisches Fernsehen bieten sie aber oft nicht.

Kabel- und Sat-Empfänger Test

Vielseitiges Programm. Zusätzlich zu den gängigen Sendern zeigen TV-Empfänger­mit Internet­zugang Videos von Youtube und Beiträge aus Mediatheken.

Kabel- und Sat-Empfänger Test

Volles Programm. Per Bezahl­fernsehen gibt es die meisten HD-Sender. Anbieter wie Sky und Kabelgesell­schaften verleihen zu Senderpaketen TV-Empfänger.

Folgende Szene: Fritz Flimmerkiste sitzt vor seiner Glotze. Auf dem schi­cken Flach­bild­schirm spielt sich Trauriges ab. Die Tages­schau grieselt, der Held im Actionfilm zerfällt bei jeder schnellen Bewegung in klötz­chenförmige Bild­fragmente. Flimmerkistes Problem: Der im Fernseher einge­baute Receiver nutzt lediglich analoge TV-Signale. Für deutlich bessere Bilder ist ein digi­taler TV-Empfänger unerläss­lich. Er zeigt Sender in guter Stan­dard­auflösung (SD) oder hoch­aufgelöst in HD. In Fernsehgeräten der neuesten Generation sind digitale Empfänger integriert – in Fritz Flimmerkistes älterem Modell leider nicht.

Also muss ein neuer externer Empfänger her. Die Frage ist: Was für einer? Das Angebot gleicht dem eines bunten Gemischt­waren­ladens. Einfache Receiver fürs pure Fernsehen präsentieren sich neben komfort­ablen Boxen mit hilf­reichen Zusatz­funk­tionen. Dazu gesellen sich Geräte mit Entschlüssel­ungs­system für Bezahl­fernsehen, Pay-TV genannt. 21 digitale TV-Empfänger haben wir getestet, davon 7 Kabel- und 14 Satellitenreceiver. Sie kosten zwischen 50 und 600 Euro. Alle empfangen hoch­aufgelöste Sender, viele taugen auch für Bezahl­fernsehen. Die meisten über­zeugen, aber kaum eines eignet sich für jeden Zuschauer­typ.

Bevor Fritz Flimmerkiste über seine Fernsehge­wohn­heiten nach­denkt, muss er sich für einen Empfangsweg entscheiden: Satellit oder Kabel. Leider hat ihm sein Vermieter die Wahl längst abge­nommen und einen Vertrag mit einem Kabelanbieter geschlossen. Fritz Flimmerkiste ist wie viele Mieter zwangs­verkabelt und guckt damit trotz Flach­bild­schirm in die Röhre. Monatlichmuss er für seinen Anschluss zahlen. Analog empfängt er knapp 30 Sender, digital wären es immerhin etwa 100. Zum Vergleich: Via Satellitenschüssel gelangen mehr als 600 digitale Sender aus dem In- und Ausland nach­hause – ohne monatliche Kosten.

Über beide Empfangs­wege laufen die allermeisten Programme in guter Stan­dard­auflösung (SD). Das Bild ist rausch­frei und zeigt mehr Details als beim analogen Empfang. Wer jedoch gestochen scharfe, hoch­aufgelöste Bilder ansehen will, hat als Kabel­kunde erneut das Nach­sehen. Ohne Zusatz­kosten gibt es meist nur mickerige drei Sender in HD – ARD, ZDF und Arte. Anders via Satellit: Zusätzlich zu ARD, ZDF und Arte strahlt etwa der Satelliten­betreiber Astra 27 weitere Sender unver­schlüsselt in HD-Auflösung aus, darunter viele dritte Programme sowie Sender wie KiKa, Phoenix und diverse Shoppingkanäle.

Egal ob Kabel- oder Sat-Empfänger – private Sender wie RTL, Sat 1 und Vox kosten in hoher Auflösung extra. Diese Sender müssen Zuschauer mit einer Bezahlkarte (Smartcard) frei­schalten. Das nennt sich auch HD+.

Spätestens jetzt sollte sich Fritz Flimmerkiste fragen, wie er fernsehen will: Sparta­nisch, bequem oder mit Eintritt?

Sparta­nisch: Einfach nur fernsehen und zappen

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Sparta­nisch. Nur schnell hinho­cken und etwas gucken. Fernsehen pur ermöglichen einfache digitale TV-Empfänger. Sie haben kaum Zusatz­funk­tionen, sind dafür aber oft günstig. So auch der Technisat Digit S2*.

Wer wie unser Fernsehfreund noch analog guckt, verbessert Programm­an­gebot und Bild­qualität schon mit einem simplen digitalen TV-Empfänger deutlich. Einfache Geräte bieten Fernsehen in Reinform: Sender anschauen und durch­zappen. Auf eine Menge nützlicher Zusatz­funk­tionen müsste Fritz Flimmerkiste bei fast allen klassischen Recei­vern verzichten: die interne Fest­platte für Aufnahmen, den Internet­zugang, die Anbindung des TV-Empfängers ans heimische WLan-Netz­werk. Dafür sind diese Modelle günstig, im Test liegt ihr Preis unter 110 Euro.

Via Kabel einfach fernsehen funk­tioniert mit diesen Test­kandidaten: Xoro HRK 9200 und Dyon Raven.

Tipp: Xoro HRK 9200 für 105 Euro. Gut in Bild und Ton, Anschluss für externe Fest­platte, Twin-Tuner. Kartenleser für Bezahl­fernsehen kann nachgerüstet werden.

Via Sat einfach fernsehen klappt mit diesen Testgeräten: Medion Life, Technisat Digit S2, Comag Einfach Digital, Tele­funken TF 500, Tele­star TD 2300 sowie die baugleichen Modelle.

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Tipp: Technisat Digit S2 für 98 Euro. Sehr gut in Bild und Ton sowie leicht zu hand­haben. Kein Bezahl­fernsehen möglich.

Bequem: Komfortabel fernsehen, aufnehmen, Extras nutzen

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Bequem. Komfortabel fernsehen lässt es sich mit vielseitigen TV-Empfängern. Sie speichern Aufnahmen und warten mit einigen Extras auf, etwa einem Zugang zu Internet-Mediatheken.Am meisten kann der UFS 924 von Kathrein*.

Einfach nur fernsehen ist Fritz Flimmerkiste zu wenig. Etwas mehr Komfort darf es sein. Weil er viel unterwegs ist, verpasst er häufig interes­sante Sendungen. Deshalb wäre ein TV-Empfänger mit integriertem Rekorder zum Aufzeichnen toll. Diese Receiver sind aber teuer, im Test kosten sie zwischen 335 und 585 Euro. Alternative: ein preis­werter TV-Empfänger mit Anschluss für eine externe USB-Fest­platte. Geeignete 2,5-Zoll-Fest­platten gibt es ab 50 Euro.

Eine Sendung aufnehmen und gleich­zeitig eine andere schauen – das bieten meist nur Empfänger mit Twin-Tuner. Manche speichern mehrere Sendungen parallel, etwa der Sat-Receiver von Humax. Er zeichnet bis zu vier Programme gleich­zeitig auf, während live ein fünftes läuft.

Für noch mehr Unterhaltung sorgen TV-Empfänger, die das Internet anzapfen. Mit ihrer Hilfe landen verpasste Filme, Serien und Dokus aus den Sender-Mediatheken auf der Glotze – genau wie Videos des Internetportals Youtube. Lässt sich der Empfänger dann noch per Kabel oder WLan ins heimische Netz­werk einbinden, spielt er auch Filme vom Computer ab. Einige Receiver geben als Medien­server Aufnahmen an andere Geräte weiter, auch drahtlos.

Via Kabel bequem fernsehen erlauben im Test der Technisat Tech­nistar K2 und der Humax iCord Cable.

Tipp: Technisat Tech­nistar K2 ISIO für 196 Euro. Gutes Bild, sehr guter Ton. Sehr vielseitig: Zugriff auf Mediatheken und das Internet­video­portal Youtube. Integrierter Kartenleser für Bezahl­fernsehen, Aufzeichnen auf externer Fest­platte möglich.

Via Sat bequem fernsehen gelingt mit Kathrein UFS 924, Technisat Tech­nistar S3, Digitalbox Imperial HD5, Humax iCord Evolution, Panasonic DMR-HST230 und Vantage VT Zapper.

Kabel- und Sat-Empfänger Test

Tipp: Kathrein UFS 924 für 500 Euro. Vielseitiger ist keiner: interne Fest­platte, Twin-Tuner, Internet­zugang, Nutzung als Medien­server. Ein HD+-Kartenleser lässt sich nach­rüsten. Sehr gutes Bild, guter Ton. Besser beim Ton ist der mit 181 Euro deutlich güns­tigere Technisat Tech­nistar S3. Er ist aber weniger vielseitig, hat keinen Twin-Tuner und taugt nicht als Medien­server.

Mit Eintritt: Bezahl­fernsehen für mehr HD-Sender

Kabel- und Sat-Empfänger Test

Mit Eintritt. Wer alle großen Sender in Kino­qualität empfangen will, braucht einen TV-Empfänger mit Bezahlkarte. Denn private HD-Sender kosten. Per Abonnement gibt es auch Leihgeräte wie den Kabel-Deutsch­land-Video-Recorder XL*.

Fritz Flimmerkiste hat sich entschieden. Er will das volle Programm in HD-Qualität, also auch Privatsender wie RTL und Sat 1. Dafür braucht er einen Receiver mit integriertem Kartenleser und dazu­gehöriger Bezahlkarte. Oder zumindest einen, der einen CI-Schacht enthält und sich per CI+-Steck­modul nach­rüsten lässt. Kabel­kunden können den Receiver selbst kaufen und mit ihrem Netz­betreiber einen Vertrag über ein Senderpaket abschließen. Bei Kabel Deutsch­land kostet das Basispaket mit bis zu 18 HD-Sendern 3,90 Euro im Monat.

Möglich ist auch, bei Anbietern wie Kabel Deutsch­land oder Sky Abonnent zu werden. Zum Programm­paket verleihen sie TV-Empfänger. Drei haben wir getestet: den HD-Video-Recorder XL und den HD-Receiver von Kabel Deutsch­land sowie den Sky+ 2 TB Receiver von Sky. Alle drei haben Schwach­stellen. So eignet sich ihr Internet­zugang nur zum Bestellen von Bezahl­videos. Happig ist der Strom­verbrauch des HD-Video-Recorders XL. Im Schnellst­art-Standby zieht das Gerät in einem Jahr Strom für 30 Euro. Wer diesen Modus güns­tiger nutzen will, akti­viert ihn nur für ein bestimmtes Zeit­fenster. Trotz Schnellst­art kommen die beiden Receiver von Kabel Deutsch­land furcht­bar lang­sam in Gang. Nach dem Einschalten vergeht fast eine Minute, bis sie einsatz­bereit sind. Der Sky-Empfänger schafft das in fünf Sekunden.

Weit auseinander liegen auch die Kosten. Kabel Deutsch­land verlangt für den HD-Receiver und ein Jahr fernsehen mit dem Senderpaket Kabel Digital HD 86 Euro. Darin enthalten: das Leihgerät, ein Bereit­stellungs­entgelt und die monatlichen Abokosten von 5,90 Euro. Bei Sky werden im ersten Jahr insgesamt saftige 525 Euro fällig. Dafür gibt es aber einen vielseitigeren TV-Empfänger und ein spezielles, reichhaltiges Programm­paket. Im zweiten Jahr wird es preis­werter, dann fallen nur noch die monatlichen Abokosten an.

Einfacher und güns­tiger kommen Satelliten-Nutzer zu Pay-TV. HD+-Bezahlkarten für Sat-Empfänger können sie auch anonym im Supermarkt kaufen. Der Preis für diese Smartcards steigt ab Mai von 55 auf 65 Euro pro Jahr. Einige TV-Empfänger enthalten die Karte bereits beim Kauf. Sie soll jedoch künftig schon nach sechs Monaten ablaufen, nicht wie bisher nach einem Jahr.

Via Kabel und Aufpreis über­tragen alle Geräte HD+-Sender, außer Dyon Raven.

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Tipp: Humax iCord Cable für 335 Euro. Er funk­tioniert besser als die getesteten Leihgeräte und hat im Gegen­satz zum Testsieger Technisat das Entschlüssel­ungs­system von Kabel Deutsch­land bereits integriert.

Via Sat und Aufpreis über­tragen alle Receiver HD+-Sender, abge­sehen von den Geräten für unter 130 Euro.

Tipp: Vantage VT Zapper für 141 Euro. Er ist günstig und enthält eine Bezahlkarte. Sehr gut in Bild und Ton.

Finale Szene: Fritz Flimmerkiste genießt die neuen Errungenschaften. Das Bild ist deutlich schärfer, das Programmieren von Aufnahmen kinder­leicht. Fernsehen kann er sogar zeit­versetzt. Kochen die Kartoffeln über, hält Fritz Flimmerkiste das laufende Programm an und guckt nach Rück­kehr aus der Küche nahtlos weiter. Seine Lieblings­sender bündelt er auf einer Favoriten­liste. So muss er angesichts des großen Programm­an­gebots nicht lange suchen.

Vergnatzt ist der Fernsehfreund, weil er nicht alle teuer bezahlten hoch­aufgelösten Sendungen dauer­haft aufzeichnen kann. Viele HD-Aufnahmen werden 90 Minuten nach ihrem Ende unbrauch­bar. Oft lässt sich nur Unver­schlüsseltes speichern. Schlimmer noch: Auf Wunsch der Sender wird das Vorspulen zahlreicher privater HD-Programme blockiert. Wäre ja auch noch schöner, wenn der Zuschauer die lästige Werbung einfach ausblenden könnte.

* Die Abbildungen sind zueinander nicht maßstäblich.

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