KVV-Aktien Dubiose Beteiligungen

Immer wieder hat Finanztest vor Beteiligungsverträgen der KVV Profi-Management- und Beteiligungs AG in Birlenbach gewarnt. Dennoch fallen offenbar weiter Hunderte von Anlegern auf die dubiosen Offerten der von Detlef R. Kroner geführten Gesellschaft herein. Sie zahlen für eine Beteiligung an der Aktiengesellschaft 1.200 Mark Eintrittsgeld sowie zwölf Jahre lang jährlich 1.200 Mark für zwölf Aktien der Gesellschaft und hoffen auf attraktive Dividenden und Gewinnausschüttungen.

Doch Gewinne wird es nicht geben, ist sich Rechtsanwalt Andreas Bender aus Saarbrücken sicher. Kroners KVV-Aktien werden nicht an der Börse gehandelt, für die angekündigten Kapitalerhöhungen gebe es keine festen Termine und für eine erfolgreiche Investition des Anlegergelds keine Anhaltspunkte. Zudem wende Kroner beim Verkauf der Aktien unseriöse Methoden an.

Wie berichtet, hat Kroner schon einmal für ein ähnliches Beteiligungskonzept an der Atlantis-
Genossenschaft geworben. Ähnlich wie bei der KVV mussten Anleger dort neben einem Eintrittsgeld zwölf Anteile an der Genossenschaft erwerben. Außerdem versprach Atlantis ihnen Reise- und Einkaufsvorteile ­ genau wie die KVV. Funktioniert hat das nicht. Rund 80.000 Genossen machten Verluste.

In etwa 20 Fällen hat Bender erfolgreich auf Rückzahlung der für das KVV-Aktienpaket geleisteten Beiträge geklagt. Die KVV-Verträge seien sittenwidrig und nichtig, urteilte etwa das Landgericht Görlitz. Das Landgericht Koblenz sah in den KVV-Verträgen einen Verstoß gegen das Aktiengesetz (Az. 10 O. 39/00). Zusicherungen einer Kapitalerhöhung der Gesellschaft ohne festen Termin seien nicht zulässig. Zudem verurteilten mehrere Gerichte die KVV zur Rückzahlung an Anleger, weil die Widerrufsbelehrung im Vertrag fehlerhaft war.

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