KT/BU-Konzeption Schnelltest

Die Hallesche-Nationale (Stuttgart) und die Alte Leipziger (Oberursel) haben die Bedingungen ihrer Krankentagegeldversicherung mit der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung abgestimmt. Die „KT/BU-Konzeption“ definiert die Berufsunfähigkeit (BU) in beiden Verträgen gleich. Kunden, die nach längerer Arbeitsunfähigkeit berufsunfähig werden, sollen so direkt im Anschluss an das Krankentagegeld ihre BU-Rente erhalten können. Die Leistungspflicht eines Krankentagegeldversicherers endet üblicherweise mit Eintritt von Berufsunfähigkeit.

Vorteil: Die Vereinbarung der KT/BU-Konzeption ist kostenlos. Das Risiko, dass der Krankentagegeldversicherer wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr, der Berufsunfähigkeitsversicherer aber noch nicht zahlt, entfällt damit.

Nachteil: Möglich ist die Zusatzvereinbarung nur für Kunden, die mindestens eine Berufsunfähigkeitsrente von 1 200 Euro monatlich vereinbart haben. Zwingend ist außerdem eine Kombination der BU-Versicherung mit einer Kapital bildenden Lebens- oder Rentenversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 5 000 Euro oder mit einer Jahresrente von 600 Euro.

Fazit: Das Angebot weist auf das Problem hin, dass wegen unterschiedlicher Definitionen von BU zwischen Krankentagegeld und BU-Rente eine Lücke klaffen kann. Durch den entfallenen BU-Begriff in der Sozialversicherung, an dem sich Krankentagegeldversicherer orientierten, ist deren BU-Definiton aber überholt. Eine Nachbesserung ist nach Angaben des Verbandes der privaten Krankenversicherer zu erwarten. Wer beide Versicherungen abschließen will, sollte weiterhin nach Qualität der Angebote entscheiden, aber die BU-Definitionen beider Verträge vergleichen.

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