JustETF Welt­portfolios bei Welt­sparen Vier verschiedene ETF-Welt-Portfolios – was können sie?

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JustETF Welt­portfolios bei Welt­sparen - Vier verschiedene ETF-Welt-Portfolios – was können sie?
© justETF GmbH

Der ETF-Informations­dienst JustETF bietet in Koope­ration mit dem Anlageportal Welt­sparen eine Geld­anlage mit fertig gemischten ETF-Welt-Portfolios mit verschiedenen Schwer­punkten an. Die Aufteilung wird einmal im Jahr auto­matisch angepasst. Kunden können per Sparplan oder Einmal­anlage investieren. test.de erklärt, wie das Angebot funk­tioniert und für wen es sich eignet.

Geld­anlage mit ETF

Sparer, die ihr Geld auf viele verschiedene Aktien welt­weit streuen wollen, können das mit ETF (Exchange Traded Funds) kostengünstig tun. ETF sind börsen­gehandelte Fonds, die einem Index folgen und das Geld des Sparers deshalb ohne Fonds­manager auf Wert­papiere wie Aktien und Anleihen verteilen: Alle wichtigen Infos zum Thema ETF. Wer sein Geld welt­weit streuen will, wählt einen Index wie den MSCI World, der die größten 1 600 Aktien aus 23 Ländern abbildet. Je nach Risikoneigung können Anleger so einen ETF mit einem Tages­geld­konto mischen und sind fertig mit ihrer Geld­anlage. Das ist das Prinzip des Pantoffel-Portfolios der Stiftung Warentest.

Alternative Welt-Portfolios mit JustETF

Wählt der Sparer nur einen ETF, muss er die Aufteilung der Aktien so akzeptieren, wie der Indexanbieter es vorgibt. Manche Sparer wünschen sich eine andere Aufteilung. Bei der Alternative, die JustETF mit seinen Weltportfolios jetzt anbietet, werden die Regionen nach ihrer Wirt­schafts­leistung gewichtet.

Das Basi­sport­folio „Classic“

Der Aktien­anteil des Basis-Portfolios „Classic“ ist so aufgeteilt:

  • 28 Prozent Nord­amerika,
  • 24 Prozent Europa,
  • 39 Prozent Schwellenländer,
  • 6 Prozent Japan und
  • 3 Prozent weitere asiatische Länder.

Zum Vergleich: Im Index MSCI All Country World sind Aktien Nord­amerika mit 56 Prozent deutlich höher gewichtet und Schwellenländer machen gerade einmal 11 Prozent aus.

Der Anleihen­anteil besteht aus zwei ETF mit Euro-Staats- und Unter­nehmens­anleihen.

Anleger können in der „Classic“-Variante aus vier Portfolios in Abhängig­keit vom Risiko­niveau wählen: 30, 50, 70 oder 100 Prozent Aktien­anteil.

Für bestimmte Strategien: Drei weitere Varianten im Angebot

Neben der „Classic“-Variante bietet JustETF drei weitere Welt-Portfolios an, mit denen Sparer bestimmte Anla­gestrategien umsetzen können. Das Portfolio „Nach­haltig“ setzt auf eine Mischung aus ETF mit Nach­haltig­keits­anspruch. Diese schließen bestimmte Firmen ganz aus und wählen aus den Restlichen jeweils nur die unter ethisch-ökologischen Kriterien besseren. Das Portfolio „Dividenden“ setzt auf Firmen, die besonders verläss­lich Dividenden zahlen. Das Portfolio „Faktoren“ nutzt ETF, die Aktien nach bestimmten Regeln auswählen. Die Faktoren sind Small Cap, also kleinere Unternehmen, Momentum, also Aktien mit starker Wert­entwick­lung in der Vergangenheit und Value, also Aktien mit besonders güns­tigen Bewertungs­kenn­zahlen.

Bei den Varianten „Nach­haltig“, „Dividenden“ und „Faktoren“ können Anleger aus jeweils zwei Portfolios wählen: 50 und 70 Prozent Aktien.

Konditionen des Angebots

Kunden können ab 50 Euro per Sparplan oder ab 500 Euro als Einmal­anlage investieren. Das ist eine vergleichs­weise geringe Einstiegs­hürde. Dafür sind neben den Fonds­kosten im ersten Jahr jähr­liche Kosten von 0,33 Prozent fällig, ab dem zweiten Jahr 0,43 Prozent. Die Fonds­kosten belaufen sich aktuell, je nach Portfolio, zwischen 0,11 Prozent bis 0,32 Prozent.

Einmal im Jahr werden die anfäng­lichen Gewichtungen der Fonds in den Portfolios wieder hergestellt (Reba­lancing) und Ausschüttungen werden auto­matisch und kostenlos wieder angelegt.

Anders als bei Robo-Advisern, werden keine Fragen zur Ermitt­lung des Risiko­typs gestellt. Die Anleger müssen sich selbst für eine Depot­variante entscheiden.

Das Depot wird bei der DAB BNP Paribas Bank verwaltet.

Finanztest-Fazit

Das Angebot eignet sich für Anleger, die sich wenig kümmern wollen, aber mit der regionalen Aufteilung in einer Ein-Fonds-Lösung mit einem Welt-ETF nicht einverstanden sind oder bestimmte Strategien umsetzen möchten. Zudem sollten sie ihre Risiko­bereitschaft selbst einschätzen können. Die Portfolios haben mehrere Fonds, bleiben aber über­sicht­lich.

Die Kosten dafür sind okay. Ein einfaches selbst­gestricktes Pantoffel-Portfolio bleibt jedoch deutlich güns­tiger. Ob die angebotenen Strategien lang­fristig wirk­lich einen Vorteil bringen, ist unklar.

Problematisch: Der Schwellenländer­anteil ist mit rund 40 Prozent des Aktien­anteils in den Portfolios sehr hoch – wir empfehlen höchs­tens 30 Prozent.

Welt­sparen bietet mit Weltinvest auch ein eigenes Welt-ETF-Portfolio an, mit geringerem Schwellenländer­anteil und etwas geringeren Kosten.

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JonaS95 am 05.06.2021 um 17:14 Uhr
justETF

Auch ich wäre dankbar für Erfahrungen mit "justETF".

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.09.2020 um 12:29 Uhr
MSCI World noch zu empfehlen?

@t-w-j: Wir empfehlen Anlegern, "buy and hold" Strategien (nur mit Anpassungen an die Zielgewichtung bei Bedarf). Der Grund für diese Empfehlung ist, dass man weiß, dass das Aufspringen auf Trends oder das Aufspüren von Unter- und Übergewichtungen meist nicht funktioniert (weder bei Fondsmanagern, noch bei Privatanlegern). Wem der Anteil der USA am Weltmarkt zu hoch ist, der kann aber mit Einzelbausteinen oder zusätzlichen Europa&Asien/Pazifik-Bausteinen ein anders gewichtetes Portfolio wählen - sollte dann aber auch bei diesen Gewichtungen bleiben und nicht doch wieder ständig dran rum schrauben. Ansonsten: Ja, USA liefen sehr gut; ja, die Tech-Werte haben einen sehr großen Anteil daran; aber gleichzeitig stieg der Euro, was diese Kursentwicklung für Euro-Anleger etwas bremste. (PK)

t-w-j am 04.09.2020 um 07:11 Uhr
MSCI World noch zu empfehlen?

Im MSCI World hat Nordamerika einen immer größeren Anteil und die dortige Kursentwicklung ist nicht ganz unkritisch zu sehen, ja geht in Richtung Blase. Sollte da nicht besser auf einen breiter gestreuten Index bzw. weniger Nordamerika umgestellt werden?

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.01.2020 um 13:57 Uhr
@KrBauer: Mit Geld spielt man nicht

@MrsMm @All: In der Diskussion bitte zwei Sachen nicht verwechseln: (a) Selber Geld in Fonds anlegen, und zwar ohne fremde Hilfe, oder (b) auf Dienstleister oder Finanzportfolioverwalter zurückgreifen, die dabei helfen und dann meist Geld kosten. Die geringsten Kosten hat man im Fall (a), wenn man ETF und ein günstiges Wertpapierdepot bei einer Online-Bank wählt. Auch mit aktiven Fonds, die nicht mehr als ETF kosten, ist man natürlich sehr günstig unterwegs (die gibt es aber kaum). Ein Fondsvermittler ist trotz Cashback usw. meist teurer - weil man in jedem Fall immer den Fondsmanager bezahlen muss - nur die Vertriebsprovisionen (die auch in den Fondskosten stecken) kann man sich (teilweise) wiederholen. Das hier im Artikel vorgestellte Angebot fällt aber in Rubrik (b) und ist damit ein Apfel, keine Birne :-) (dda)

MrsMm am 15.01.2020 um 09:53 Uhr
@ KrBauer: Mit Geld spielt man nicht

@ KrBauer: Ich kann es verstehen, dass neue Finanzprodukte sehr reizvoll sind. Ich bin mit dem Gedankengang vertraut, der den Eindruck entstehen lässt, dass das neue Finanzprodukt einem finanzielle Unabhängigkeit bescheren könnte.
Bei alt bewährten Anlageformen, wie zum beispiel aktive Fonds kann man nix falsch machen. Mit einem guten Fondsvermittler fährst du am besten und hast die geringsten Kosten, die werden hier auch empfohlen beim Fondskauf. Achte einfach auf 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, Fonds-Cahsback und günstige Konditionen. Das sind die drei Zutaten, um Effektiv Geld anzulegen.