Mirko Heinen, ehemaliger Chef des Prozessfinanzierers Juragent, sitzt in Untersuchungshaft. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft ihm bandenmäßige Untreue vor. Die Ermittlungen begannen, nachdem Finanztest Anfang 2008 berichtet hatte, dass Heinen rund 16 Millionen Euro Anlegergeld in die Schweiz transferierte. Die Ermittler meinen, dass Heinen damit persönliche Zwecke verfolgte. Angeklagt sind noch drei weitere Personen, darunter Wolfgang Gierk, ehemaliger Mittelverwendungskontrolleur der Juragent AG.

Finanztest berichtet seit 2001 kritisch über Juragent und Heinen. Die Firma hat rund 80 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt. Damit wollte Juragent aussichtsreiche Gerichtsprozesse finanzieren und im Erfolgsfall einen Teil vom Erlös kassieren. Der sollte den Anlegern dann Rendite bescheren.

Ob die neue Juragent-Führung die Geldanlage zum Erfolg führt, ist fraglich. Das Geschäft läuft schlecht und die Fondsgeschäftsführung hat Anlegern mitgeteilt, dass sie vorerst nicht mit Geld rechnen können – auch nicht mit den Garantieausschüttungen, für die eigentlich Geld da sein müsste. Hoffnungsschimmer für Anleger: Möglicherweise müssen Banken aufgrund von Bürgschaften einen Teil der Anlegerverluste tragen.

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