Interview mit Tom Christopher: „An der Börse habe ich 3 000 Euro verloren“

Junge Leute und Finanzen Special

Tom Christopher (24) besucht im zweiten Ausbildungsjahr das Oberstufenzentrum für Wirtschaft und Verwaltung in Potsdam. Er hat Abitur und kann deshalb seine Ausbildungszeit bei der DKV (Deutsche Krankenversicherung) auf zweieinhalb statt drei Jahre verkürzen.

Warum haben Sie sich für die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen entschlossen?

Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Betriebswirtschaftslehre studieren. Ich habe auch einen Platz bekommen, aber nach zwei Semestern habe ich gemerkt, dass mir das alles zu trocken ist. Ich war voller Tatendrang und wollte raus zu den Leuten. Deshalb habe ich mich für ein duales Studium bei der DKV entschieden.

Sie sind schon im ersten Jahr der Ausbildung im Vertrieb tätig. Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie zu kämpfen?

Es gibt einige Kunden, die sind ziemlich beratungsresistent. Da kann ich mir die größte Mühe geben und es führt trotzdem zu keinem Ziel. Der Preis steht immer im Vordergrund. Die Leute sehen nie die Leistung der Versicherung. Es will ja keiner, dass der Ernstfall eintritt, aber wenn er eintritt, dann ist man wenigstens vor den ganzen finanziellen Konsequenzen geschützt.

Entmutigt Sie das manchmal?

Ich sehe das eher als Herausforderung. Ich bin in meiner Ausbildung bislang sehr gut klargekommen und ich bin der Auffassung, dass ich das weitermachen werde. Ich habe Spaß daran mit Menschen zu kommunizieren und Leute zu beraten.

Wie viel Geld bekommen Sie in Ihrer Ausbildung?

Ich verdiene recht gut: 800 Euro brutto monatlich. Und das ist nur das Grundgehalt. Mein großer Vorteil ist ja, dass ich über Provisionen und Vertragsabschlüsse das monatliche Gehalt nach oben ausbauen kann.

Können Sie sich von dem Gehalt eine eigene Wohnung leisten?

Momentan wohne ich noch bei meinen Eltern. So habe ich mein verdientes Geld größtenteils selbst zur Verfügung. Das meiste davon lege ich an und manchmal gönne ich mir auch was.

Was bedeutet für Sie „sich etwas gönnen“?

Zum Beispiel neue Münzen für meine Münzsammlung zu kaufen. Ich sammle seit meinem sechsten Lebensjahr Münzen. Das habe ich meinem Opa zu verdanken. Mein Lieblingsstück ist die 100-Euro-Gedenkmünze in Gold zur Einführung des Euro. Ich will mich zwar nicht Numismatiker nennen, aber es macht mir großen Spaß diese Dinge zu sammeln.

Wenn Sie Ihr Geld nicht für Münzen ausgeben, wie legen Sie es an? In Aktien?

Nicht mehr. Ich hatte mal Aktien. Damals war 16 und habe mich für Aktienhandel sehr interessiert. In der Schule habe ich an einem Börsenspiel teilgenommen und mit meinem Team im Landkreis den zweiten Platz gemacht. Wir durften sogar in die Autostadt nach Wolfsburg fahren. Damals habe ich angefangen ein Gespür für den Aktienmarkt zu entwickeln – dachte ich zumindest. Kurze Zeit später habe ich dann etwa 3 000 Euro verloren. Heute lasse ich lieber die Finger davon und packe mein Geld auf Tagesgeld-Konten. Ich will mein Geld nicht für lange Zeit an ein bestimmtes Unternehmen binden, sondern flexibel darüber verfügen können.

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