Junge Leute und Finanzen Special

Finanztest fragt junge Leute nach ihrer Einstellung zu Geld und Zukunft. Diesmal im Gespräch: Fabian Honert, 21 Jahre alt. Er besucht das Oberstufen­zen­trum für Wirtschaft und Verwaltung in Potsdam, seine Klasse beteiligt sich am Projekt „Finanztest macht Schule“. Weitere Gesprächspartner sind Mandy Beitrag und Tom Christopher.

Sie sind im zweiten Ausbildungsjahr zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Macht Ihnen die Ausbildung Spaß?

Ja. Die duale Ausbildung, also drei Tage Praxis und zwei Tage Berufsschule, gefällt mir gut.

Verdienen Sie genug?

Ich bekomme über 700 Euro Ausbildungsgehalt. Das ist für einen Auszubildenden sehr gut. Mit dem Geld komme ich so hin. Ich wohne bei meinen Eltern, zahle Schulden ab und habe eine Autofinanzierung laufen. Wenn ich viel unterwegs bin, bleibt wegen der hohen Spritkosten am Monatsende natürlich nicht viel übrig.

Wie kam es zu den Schulden?

Ich habe mal schlechte Erfahrungen mit Versicherungen gemacht. Vor einigen Jahren habe ich bei einem Strukturvertrieb ein Praktikum gemacht und eine fondsgebundene Lebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Die Produkte sind eigentlich sinnvoll – ich hatte aber schlechte Verträge und kam nur mit Verlusten wieder raus. Bei der Altersvorsorge habe ich es mit einem Anwalt geschafft, die Verluste von 1 900 Euro auf 600 Euro zu reduzieren. Zum Glück war ich über meine Eltern rechtsschutzversichert.

Versicherungsvertreter haben kein gutes Image. Wie sehen Sie sich?

Ich bin der Meinung, dass sich das Image wieder bessern wird. Vorbildlich sind für mich die USA. Dort haben Vermittler ein hohes Ansehen. Denn sie kommen zu den Menschen und helfen, einen Finanzplan fürs Leben aufzustellen, zum Beispiel, um ein Haus zu erwerben oder eine Altersvorsorge aufzubauen. Das finde ich gut. Der Versicherungsvermittler ist auch Finanzplaner und hilft, Träume zu verwirklichen.

Wie weit gehen Ihre Zukunftspläne?

Wahrscheinlich klingt es unrealistisch, wenn ich sage, ich plane weiter voraus als die nächsten zehn Jahre. Aber es ist so: Mit 30 würde ich gerne eine Familie gründen. Allerdings frage ich mich, ob das bei der Lage der Welt so sinnvoll ist. Aktuell zählt für mich, die Karriere möglichst weit voranzutreiben. Dazu wünsche ich mir auch lieber eine Geschäftsfrau als Partnerin, die genauso viel unterwegs ist wie ich, damit keine Probleme diesbezüglich entstehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 316 Nutzer finden das hilfreich.