Interview mit Volkmar Hardt: „Mein Leben soll nicht nur aus Arbeit bestehen“

Junge Leute und Finanzen Special

Volkmar Hardt (19) lebt seit sieben Jahren in Chemnitz. Wenn er mit der Schule fertig ist, möchte er Management studieren. Am liebsten in der Nähe seiner alten Heimat Paderborn, in Gelsenkirchen oder Braunschweig.

Was interessiert Sie am meisten im Bereich Management?

Ich interessiere mich für vor allem für das Hotel und Facilitiy Management. Beim Facilitiy Management geht es darum, alte Gebäude aufzukaufen, zu sanieren, zu bewirtschaften und damit Geld zu verdienen. Das finde ich hoch spannend. Deshalb möchte ich das auch studieren. Hier in der Region ist das relativ schwierig, deshalb werde ich nach der Schule zurück in die alte Heimat gehen. Ich bin ohnehin noch oft da, bei alten Freunden.

Fahren Sie mit der Bahn oder mit dem Auto dort hin?

Mit dem Auto. Als ich 18 wurde, hat mein Vater ein neues – ein drittes Auto gekauft. Er bezahlt die Versicherung und ich darf es nutzen. Wenn ich es nutze, muss ich allerdings den Sprit selbst zahlen. Wenn ich ein Wochenende in die alte Heimat fahre, dann kostet das schnell mal 100 bis 200 Euro – nur für Sprit. Und ich bin im letzten halben Jahr gut 22 000 Kilometer gefahren.

Wie finanzieren Sie das?

Von meinen Eltern bekomme ich 75 Euro monatlich Taschengeld. Dazu arbeite ich für meinen Vater. Der ist an einem Facility Management Projekt beteiligt und ich mache für ihn die Öffentlichkeitsarbeit. Sie haben ein Gebäude in der Lausitz gekauft und komplett saniert. Heute ist es im unteren Bereich eine Bildungsstätte und im oberen Bereich ein Hotel. Mein Vater leitet mir alle Emails von Unternehmen weiter, die an dem Projekt interessiert sind. Ich bearbeite die Anfragen und schicke Infomaterial raus. Ich bekomme dafür 8 Euro pro Stunde. Und das finde ich auch ok. Erstens will ich meinen Vater nicht ausnehmen und zweitens macht mir die Arbeit ja Spaß. Ich brauche da jetzt nicht 10 oder 12 Euro. Mir reicht das so.

Ist Geld für Sie wichtig?

Geld ist mir schon wichtig, aber nicht das wichtigste. Ich möchte das, was ich habe, auch sinnvoll einsetzen, aber der Spaßfaktor gehört natürlich auch dazu. Ich bin nicht der Typ, der nur spart und sich nichts gönnt.

Was gönnen Sie sich von Ihrem Geld?

Das meiste Geld geht ins Auto, also für Benzin. Sonst gebe ich noch Geld aus fürs Handy und wenn ich mit Freunden ausgehe. Den Rest lege ich an.

Wie legen Sie Ihr Geld an?

Auf meinem Sparbuch. Das Sparbuch habe ich 1999 bekommen. Immer wenn ich etwas im Sparschwein hatte, habe ich es dort eingezahlt. Als ich mit 13 meinen ersten Handyvertrag bekommen habe, habe ich zusätzlich ein eigenes Girokonto eingerichtet bekommen, von dem meine Handy-Rechnung immer direkt abgebucht wird. Seit dem 18. Geburtstag kann ich auch Online Banking machen. Wenn ich heute auf meinem Girokonto zu viel habe, schiebe ich es einfach rüber auf mein Sparkonto. Ich finde es super, das alles vom Schreibtisch aus erledigen zu können.

Ist es Ihnen wichtig, später ein hohes Einkommen zu haben?

Das Einkommen spielt immer eine große Rolle. Ohne Geld kann man nicht leben. Aber ich sage immer: Ich arbeite um zu leben, aber ich lebe nicht um zu arbeiten. Ich möchte für das bezahlt werden, was ich mache, aber mein Leben soll nicht nur aus Arbeit bestehen. Ich kenne solche Arbeitstiere, die 12 oder 14 Stunden am Tag arbeiten. Das käme für mich nicht in Frage. Ich denke so 3 000 bis 4 000 Euro netto als Basis und alles was drüber ist in Ordnung.

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