Junge Leute und Finanzen Gift, Gold und Geld

16.07.2013
Junge Leute und Finanzen - Gift, Gold und Geld

Wir stellen junge Leute in Ausbildung vor und fragen sie nach ihrer Einstellung zu Geld, Beruf und Zukunft. Diesmal Ewa Berlińska (22), Chemiestudentin in Berlin.

Inhalt

Sie sind in Polen geboren und haben in Warschau bereits Germa­nistik studiert und abge­schlossen. Warum jetzt noch ein Chemiestudium in Berlin?

Nach dem Abi dachte ich, es sei besser, Sprachen zu lernen, aber jetzt weiß ich, dass ich nicht als Lehrerin oder Über­setzerin arbeiten möchte. Meine Neugierde für alles Naturwissenschaftliche ist dagegen ungebrochen und da mein Freund Deutscher ist, bin ich nach Berlin gekommen.

Chemie ist ein sehr praxis­bezogener Studien­gang. Gefällt Ihnen das?

Ja, sehr! Jeden Nach­mittag machen wir chemische Analysen im Labor. Wir bekommen eine Substanz – eine Flüssig­keit oder einen festen Stoff – und müssen heraus­rausfinden, welche Ionen enthalten sind. Wir experimentieren mit extrem giftigen und hoch­explosiven Stoffen, aber auch mit sehr schönen und wert­vollen wie Gold. Und wir lernen, wie wir die Sachen richtig entsorgen, denn Schwer­metalle kann man ja nicht einfach in die Tonne kippen.

Müssen Sie für die Experimente und Entsorgung der Stoffe Geld zahlen?

Nein, glück­licher­weise nicht. Ich zahle nur den Semesterbeitrag, in Berlin pro Halb­jahr 280 Euro. Fürs Labor musste ich mir für 20 Euro einen weißen Kittel kaufen. Schutz­brillen bekommen wir. Die sind zwar unbe­quem und einige Studenten kaufen sich eine eigene, aber ich muss mit meinem Geld haushalten.

Jobben Sie neben dem Studium?

Ich hatte einen Job, aber durch das zeit­intensive Studium schaffe ich das momentan nicht mehr. Ich versuche trotzdem ohne die Hilfe meiner Eltern auszukommen. Ich hatte ein paar Erspar­nisse und mit meinem Freund zusammen geht es irgendwie, aber in den Ferien werde ich sicher wieder arbeiten.

Ist es Ihnen wichtig, später einen Job zu haben, in dem Sie viel verdienen?

Ich möchte vor allem eine Arbeit, die mir Spaß macht – nur dann bin ich wirk­lich gut. Und wenn ich gut bin, habe ich auch die Chance auf ein gutes Gehalt.

16.07.2013
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