Eine Mutter hat vor dem Nieder­sächsischen Finanzge­richt durch­gesetzt, dass sie für ihre erwachsene Tochter trotz Voll­zeitjob auch nach der Bank­lehre weiter Kinder­geld bekommt. Die Tochter studierte nach der Lehre berufs­begleitend, um Bank­fachwirtin zu werden.

Junge Erwachsene Meldung

Kinder­geld fließt, wenn das Kind nach der Lehre in derselben Berufs­sparte studiert.

Eine Mutter hat vor dem Nieder­sächsischen Finanzge­richt durch­gesetzt, dass sie für ihre erwachsene Tochter trotz Voll­zeitjob auch nach der Bank­lehre weiter Kinder­geld bekommt. Die Tochter studierte nach der Lehre berufs­begleitend, um Bank­fachwirtin zu werden.

Familien­kasse wertet berufs­begleitendes Studium als Zweit­ausbildung

Das Problem: Die Familien­kasse wollte Ausbildung und Studium nicht als eine Ausbildung in mehreren Teilen akzeptieren, weil die junge Frau erst drei Monate später das Studium begann und nicht gleich nach der Lehre. Deshalb setzte es die Regel an, die für eine Zweit­ausbildung gilt: Kinder­geld gibt es dann nur noch, wenn die jungen Leute nicht mehr als 20 Stunden nebenbei jobben.

Fall geht nun vor den Bundes­finanzhof

Doch im Fall der jungen Bankerin war der Voll­zeitjob neben dem Studium unschädlich. Das Studium war keine Zweit­ausbildung, sondern nur ein weiterer Ausbildungs­abschnitt, der mit der Ausbildung zusammenhängt – dieselbe Berufs­sparte, derselbe Fach­bereich. Zudem begann das Studium zum nächst­möglichen Termin (Az. 1 K 115/17). Gegen das Urteil hat die Behörde Nicht­zulassungs­beschwerde einge­legt. Nun muss der Bundes­finanzhof entscheiden (Az. III B 148/17).

Tipp: Legen Sie Einspruch ein, wenn die Kasse das Kinder­geld streicht. Belegen Sie, dass Ihr Kind nicht bereits mit dem ersten erlangten Abschluss sein Berufs­ziel erreicht hat (BFH, Az. V R 32/15). Längs­tens gibt es die Kinder­förderung bis zum 25. Geburts­tag.

Dieser Artikel ist hilfreich. 4 Nutzer finden das hilfreich.