Junge Eltern Meldung

Nach der Geburt sollten ­Eltern bei der Agentur für Arbeit (Familienkasse) Kindergeld beantragen. Monatlich gibt es 154 ­Euro pro Kind, ab dem vierten 179 Euro.

Eltern können nach der Geburt eines Kindes im Beruf Pause machen und bekommen Geld vom Staat.

„Ur|laub [m. 1] arbeits- oder dienstfreie Zeit.“, so umschreibt das Wörterbuch den Urlaub. Was ist dann Windelnwechseln und Popopudern? Jedenfalls alles andere als Urlaub. Und deswegen heißt der Erziehungsurlaub auch jetzt Elternzeit.

Bis zu drei Jahre ab der Geburt eines Kindes können die Mutter und der Vater eine Pause vom Beruf nehmen, um sich ihrem neugeborenen Kind zu widmen.

Diese Elternzeit steht Arbeitnehmern zu, die mit ihrem Kind in einem Haushalt leben und dieses selbst betreuen und erziehen. Auch Stief- und Adoptiveltern können in Elternzeit gehen.

Nach der Elternzeit kehrt der Arbeitnehmer an seinen alten Arbeitsplatz zurück. Der Arbeitgeber kann ihn nur auf einen anderen Arbeitsplatz setzen, wenn diese Tätigkeit dem Arbeitsvertrag entspricht.

Eltern dürfen bis zu einem Jahr ihrer Elternzeit auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag ihres Kindes „übertragen“ – wenn der Arbeitgeber zustimmt. So können sie etwa während des ersten Schuljahres ihres Kindes zu Hause bleiben.

Elternzeit anmelden

Wenn Eltern die Elternzeit anmelden, müssen sie dem Chef schriftlich und verbindlich mitteilen, wann und wie sie die Elternzeit in den ersten zwei Jahren nach der Geburt gestalten wollen. Nach Ablauf der zwei Jahre können sie ein drittes Jahr nehmen oder die verbliebenen zwölf ­Monate für später aufheben („Übertrag“).

Die Elternzeit müssen die Eltern nicht im Anschluss an die Geburt nehmen. Sie können auch später, irgendwann zwischen Geburt und dritten Geburtstag des Kindes eine Pause einlegen.

Eltern müssen bei der Anmeldung allerdings eine Frist beachten. Grundsätzlich muss die Anmeldung der Elternzeit acht Wochen vor dem gewünschten Termin beim Arbeitgeber eingehen.

Nur wenn die Elternzeit im Anschluss an die Geburt oder direkt nach Ende des Mutterschutzes (meist acht Wochen nach Entbindung) beginnen soll, gilt eine sechswöchige Anmeldefrist. Für eine Mutter, die vom Mutterschutz in Elternzeit gehen will, bedeutet das: Sie muss zwei Wochen nach der Geburt schriftlich mitteilen, wie lange und wann sie pausiert.

Ist die Elternzeit erst einmal angemeldet, gibt es kein Zurück mehr. Beispiel: Wer zunächst nur für 15 Monate nach Geburt ­Elternzeit angemeldet hat und später dann doch bis zum zweiten Geburtstag des ­Kindes verlängern will, ist auf den guten Willen des Arbeitgebers angewiesen.

Deswegen sollte die Anmeldung gut durchdacht sein. Zumal Elternzeit nur auf zwei Zeitabschnitte verteilt werden darf. Beispiel: Ein Vater meldet Elternzeit für den 6. bis zum 12. Lebensmonat des Kindes und vom 18. bis zum 24. Monat an.

Teilzeit statt ganz Pause

Wer Elternzeit will, muss seine Arbeitszeit nicht in jedem Fall auf null reduzieren. Wenn ein Elternteil in einem Betrieb mit mehr als 15 Arbeitnehmern arbeitet und dort schon länger als sechs Monate beschäftigt ist, kann er statt einer Pause auch verlangen, Teilzeit zu arbeiten. Bedingung: Der Vater oder die Mutter müssen ihre ­Arbeitszeit für mindestens drei Monate auf 15 bis 30 Wochenstunden reduzieren.

Teilzeitarbeit in Elternzeit geht allerdings grundsätzlich nur mit Zustimmung des Arbeitgebers. Der Chef darf aber nur dann ablehnen, wenn „dringende betriebliche Gründe“ gegen die Teilzeit sprechen.

Wer auch nach Ablauf der Elternzeit nicht wieder auf Vollzeit zurückgehen möchte, hat gute Chancen. Denn hatte der Arbeitgeber während der Elternzeit keine guten Gründe gegen eine Teilzeit, hat er es danach schwer, ein Nein zu begründen.

Das Recht auf Teilzeitarbeit geht sogar so weit, dass Eltern in der Babypause auch bei einer anderen Firma oder selbstständig ­arbeiten dürfen – solange sie maximal 30 Wochenstunden arbeiten.

Wer Elternzeit nimmt, genießt ab dem Tag der Anmeldung der Elternzeit Kündigungsschutz – frühestens acht Wochen vor Beginn der beantragten Elternzeit. Der Schutz gilt auch für Eltern, die wegen der Geburt eines Kindes Teilzeit arbeiten.

Krankenversicherung in Elternzeit

Wer eine Berufspause einlegt und bisher pflichtversichertes Mitglied in der gesetz­lichen Krankenversicherung (GKV) war, ist auch weiterhin gesetzlich kranken­versichert, und zwar beitragsfrei.

Die freiwilligen Mitglieder der GKV müssen in Elternzeit grundsätzlich ihre Beiträge weiterzahlen, wenigstens den Mindestbeitrag. Ausnahme: Ist der Partner des pausierenden Elternteils Pflichtmitglied der GKV, ist auch der Partner, der sich um das Kind kümmert, in der GKV beitragsfrei familienversichert.

Privatversicherte, die in Elternzeit gehen, müssen ihre Versicherungsbeiträge weiter selbst tragen. Angestellte zahlen sogar den bisherigen Arbeitgeberanteil mit.

Eine privatversicherte Frau, die in Elternzeit geht, wäre auch nicht beitragsfrei familienversichert, wenn ihr Mann Pflichtversicherter in der GKV ist.

Ehemals gut verdienende Arbeitnehmer, die wegen einer Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit wieder unter die Pflichtversicherungsgrenze fallen (für bereits im Jahr 2002 privat vollversicherte Personen 3 525 Euro brutto monatlich; für andere 3 900 Euro), können oder müssen sogar in die GKV.

Erziehungsgeld und Mutterschutz

Alle Eltern können von der Geburt bis zur Vollendung des 24. Lebensmonats eines Kindes Erziehungsgeld bekommen, wenn sie mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben und es auch betreuen. ­Keinen Anspruch hat, wer mehr als 30 Wochenstunden arbeitet.

Sie haben die Wahl zwischen 300 Euro („Regelbetrag“) bis zum zweiten Geburtstag des Kindes oder 450 Euro („Budget“) für das erste Lebensjahr. Wer zu viel verdient, bekommt nichts (siehe Tabelle).

Für jemanden, der schon weiß, dass er ein Jahr nach der Geburt wieder voll arbeiten will, ist es meist besser, das Budget zu beantragen. Die Wahl zwischen Regelbetrag und Budget kann nachträglich nur noch in Ausnahmefällen (zum  Beispiel Tod eines Elternteils) geändert werden.

Für Arbeitnehmerinnen gilt sechs ­Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt (bei Mehrlingen und „Frühchen“ zwölf Wochen nach Geburt) Mutterschutz. In dieser Zeit haben sie einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Es ist etwa so hoch wie das Nettoeinkommen der ­letzten drei Monate und setzt sich aus ­Zahlungen von der Krankenkasse und vom Arbeitgeber zusammen. Beide Teile müssen getrennt beantragt werden.

Für privat versicherte Arbeitnehmerinnen ist das Mutterschaftsgeld geringer. Sie erhalten eine Einmalzahlung vom Bundesversicherungsamt in Höhe von 210 Euro. Dazu können sie einen Zuschuss des Arbeitgebers erhalten, der genauso hoch ist wie für Kassenpatientinnen.

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