Junge Eltern Meldung

Eltern steht nach der Geburt ihres Kindes Elternzeit zu: Vater und Mutter können bis zu drei Jahre vom Beruf pausieren und sich ihrem Kind widmen. Wer will, arbeitet trotz Elternzeit bis zu 30 Stunden in der Woche. Das ist für beide Elternteile interessant - sowohl finanziell, als auch beruflich. Einige Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein. Finanztest informiert über Elternzeit und Teilzeitarbeit, Mutterschutz und Mutterschaftsgeld und sagt, wer Erziehungsgeld erhält. Zudem stehen Mustertexte zum Download bereit, um Elternzeit und Teilzeit während der Elternzeit richtig zu beantragen.

Elternzeit

Drei Jahre Elternzeit steht Arbeitnehmern zu, die mit ihrem Kind in einem Haushalt leben, es selbst betreuen und erziehen. Auch Stief- und Adoptiveltern haben dieses Recht. Nach der Elternzeit kehrt der Arbeitnehmer an seinen alten Arbeitsplatz zurück. Der Arbeitgeber kann ihn nur auf eine andere Stelle setzen, wenn die Arbeit dort dem Arbeitsvertrag entspricht.

Elternzeit anmelden

Bei der Anmeldung der Elternzeit müssen Eltern dem Chef schriftlich und verbindlich mitteilen, wann und wie sie die Elternzeit nach der Geburt nehmen wollen. Günstig ist, wenn sie Ihre Elternzeit zunächst nur für zwei Jahre anmelden. Danach können die Eltern ein drittes Jahr nehmen oder die verbliebenen zwölf Monate auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag ihres Kindes „übertragen“. Einzige Voraussetzung: Der Arbeitgeber stimmt dem Übertrag zu. Wer übrigens nicht direkt nach der Geburt pausieren will, kann dies auch später tun, und zwar zwischen der Geburt und dem dritten Geburtstag des Kindes.

Fristen beachten

Für Arbeitnehmerinnen gilt in der Regel sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Mutterschutz. Ausnahme: Die Mutter hat Mehrlinge oder „Frühchen“ geboren. Dann verlängert sich der Mutterschutz nach der Geburt auf zwölf Wochen. Soll die Elternzeit direkt nach Ende des achtwöchigen Mutterschutzes beginnen, gilt eine sechswöchige Anmeldefrist. Das heißt: Die Arbeitnehmerin muss zwei Wochen nach der Geburt schriftlich mitteilen, wie lange und wann sie pausiert. Will sie die Babypause später einlegen, muss sie den Arbeitgeber bereits acht Wochen vor dem gewünschten Termin informieren. Ist die Elternzeit erst einmal angemeldet, gibt es kein Zurück - außer der Arbeitgeber stimmt einer Änderung zu. Wichtig auch: Die Elternzeit darf nur auf zwei Zeitabschnitte verteilt werden.

Recht auf Teilzeit

Wer Elternzeit und Arbeit verbinden will, kann Teilzeitarbeit beantragen. Voraussetzung: Der Arbeitnehmer arbeitet schon länger als sechs Monate in einem Betrieb mit mehr als 15 Beschäftigten und reduziert die Arbeitszeit für mindestens drei Monate auf 15 bis 30 Wochenstunden. Teilzeitarbeit in der Elternzeit geht nur mit Zustimmung des Chefs. Er darf aber nur ablehnen, wenn „dringende betriebliche Gründe“ dagegen sprechen. Das Recht auf Teilzeitarbeit geht sogar so weit, dass Eltern in der Babypause auch bei einer anderen Firma oder selbstständig arbeiten dürfen - solange sie maximal 30 Wochenstunden arbeiten.

Gesetzlich Krankenversicherte in Elternzeit

Pflichtversicherte Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind während der Babypause beitragsfrei gesetzlich krankenversichert. Freiwillige Mitglieder der GKV müssen ihre Beiträge auch in der Elternzeit zahlen, mindestens den Mindestbeitrag. Sie sind aber beitragsfrei familienversichert, wenn der Partner Pflichtmitglied der GKV ist. Sind dagegen beide, also Vater und Mutter, freiwillig in der GKV, gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Beitragsfreistellung während der Elternzeit. Allerdings zeigen sich die Kassen in dieser Situation oft großzügig und verzichten bei dem freiwilligen Mitglied in Babypause auf den Beitrag. Fragen lohnt also.

Privat Krankenversicherte in Elternzeit

Privat krankenversicherte Angestellte müssen ihre Versicherungsbeiträge während der Elternzeit weiter selbst zahlen - und zwar auch den Arbeitgeberanteil. Arbeiten sie in der Babypause dagegen Teilzeit, fallen sie in der Regel unter die Pflichtversicherungsgrenze und müssen in die GKV zurückkehren. Die Pflichtversicherungsgrenze liegt für bereits im Jahr 2002 privat vollversicherte Personen bei 3 525 Euro brutto monatlich; für die übrigen bei 3 900 Euro. Mithilfe einer Ruhensvereinbarung oder Anwartschaft können „Private“ aber nach der Elternzeit wieder zu gleichen Konditionen in ihre alte Krankenversicherung zurückkehren - vorausgesetzt, sie verdienen genug und wollen zurückkehren. Wer auch während der Elternzeit privat krankenversichert sein möchte, kann sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Befreiung gilt nur für die Dauer der Elternzeit. Tritt danach aus einem anderen Grund erneut Versicherungspflicht ein, etwa wegen andauernder Teilzeitarbeit oder wegen einer Anhebung der Versicherungspflichtgrenze, können sich privat Versicherte erneut befreien lassen. Diese Befreiung gilt dann aber für Arbeitnehmer das gesamte Arbeitsleben lang.

Erziehungsgeld und Kindergeld

Eltern können von der Geburt bis zum zweiten Geburtstag eines Kindes Erziehungsgeld bekommen. Dafür müssen sie mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben und es auch betreuen. Je nachdem, welche Auszahlungsart sie wählen, erhalten sie den Regelbetrag von monatlich 300 Euro für zwei Jahre oder das so genannte Budget von monatlich 450 Euro für ein Jahr. Wer zu viel verdient oder mehr als 30 Wochenstunden arbeitet, bekommt nichts. Die Einkommensgrenzen fürs Erziehungsgeld zeigt der Testkompass. Kindergeld steht dagegen allen Eltern nach der Geburt ihres Kindes zu. Sie können es bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit beantragen. Für das erste bis dritte Kind gibt es je 154 Euro, ab dem vierten je 179 Euro.

Mutterschaftsgeld

Während des Mutterschutzes haben Arbeitnehmerinnen Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Es ist in etwa so hoch wie das Durchschnitts-Nettoeinkommen der ­letzten drei Monate. Die Gesetzliche Krankenversicherung zahlt an die Arbeitnehmerin höchstens 13 Euro täglich, ihr Arbeitgeber den Rest. Beide Teile muss die Mutter getrennt beantragen. Privat krankenversicherte Angestellte erhalten ebenfalls den Arbeitgeberanteil am Mutterschaftsgeld und einmalig 210 Euro vom Bundesversicherungsamt.

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