Viele Kinder und Jugendliche haben Schulden. Hauptursache: Teure Handys und teure Klamotten. Bundesverbraucherministerin Renate Künast fordert deshalb spezielle Handytarife fürs Kids. Die sollen verhindern, dass Jugendliche zu viel Geld ausgeben.

Jeder zehnte hat Schulden

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch alarmierende Zahlen. Danach haben zwölf Prozent der 13- bis 24-Jährigen Schulden. Im Schnitt rund 1 800 Euro. Viel Geld für Jugendliche, die oft noch kein eigenes Einkommen haben. Meist borgen sich die Jugendlichen Geld bei Eltern, Freunden und Verwandten. Später auch bei Banken und privaten Kreditgebern. „Für Jugendliche sind bereits einige hundert Euro viel Geld, das sich nur mühsam zurückzahlen lässt“, sagte Verbandssprecherin Marion Kremer.

Handys und Klamotten

Hauptursache für Schulden bei Jugendlichen sind Handys und Klamotten. Teure Bildnachrichten, Klingeltöne, Logos, Spiele und Dauergespräche treiben die Handyrechnung nach oben. Auch der Gruppenzwang zu teuren Markenklamotten lässt Jugendliche über ihre Verhältnisse leben. „Junge Menschen ohne Schulabschluss oder mit niedriger Schulbildung machen häufiger Schulden als beispielsweise Abiturienten“, sagt Marion Kremer. Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen fordert deshalb, den Umgang mit Geld und Schulden stärker in die Lehrpläne der Schulen zu integrieren.

Sperre für Premium-SMS

Verbraucherministerin Künast forderte die deutschen Mobilfunk-Anbieter auf, spezielle Verträge für Jugendliche anzubieten. „Sie könnten das Kostenrisiko für die Jugendlichen minimieren, weil die Nutzung teurer Angebote ausgeschlossen werden kann“, sagte Künast der Berliner Zeitung. Der Abruf von Klingeltönen, Logos und so genannter Premium-SMS kostet bis zu 3,99 Euro pro Minute. Einige Abzocker kassieren sogar über 10 Euro für einen einzelnen Klingelton.

Prepaid verhindert Schulden

Die Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone und E-Plus haben die Forderung Künasts abgelehnt. Sie verwiesen auf ihre Prepaid-Angebote. Mit denen können Jugendliche ein vorher eingezahltes Guthaben abtelefonieren. Ebenfalls stellten die Mobilfunkanbieter klar, dass nur volljährige Kunden einen Vertrag bekommen und somit auf Rechnung telefonieren können.

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