86 Giro­konten für Kinder, Jugend­liche und junge Erwachsene sind kostenlos. Finanztest sagt, welche Extras wichtig sind.

Jugend­girokonto Test

Tim Nicodemus, 15, ist Kunde der PSD-Bank in Berlin. Mit Girocard und Pin kann er fünf­mal im Monat kostenlos an den Auto­maten der Volks- und Raiff­eisen­banken Bargeld abheben.

Schon Schüler können ihre Girocard nutzen wie die Großen. Beispiels­weise dürfen sie in Saturn- und Mediamärkten mit Karte und Pin oder Unter­schrift Laptops oder Fernseher einkaufen. Ab 1 500 Euro ist die Eingabe der Pin erforderlich, erklärte eine Sprecherin der Unter­nehmens­gruppe.

Was Eltern vielleicht über­rascht, ist für Schüler wie Tim Nicodemus längst Normalität. „Mein Konto muss natürlich gedeckt sein. Sonst geht gar nichts“, weiß der 15-Jährige aus Berlin. Er checkt vor jedem Einkauf per Bank-App auf seinem Smartphone seinen Konto­stand. So erspart er sich peinliche Zurück­weisungen an der Kino­kasse oder im Supermarkt. Auch am Auto­maten gibt es für ihn nur Geld, wenn das Konto in den schwarzen Zahlen ist. Kredit per Konto­über­ziehung erhalten nur Voll­jährige.

Um heraus­zufinden, welches Giro­konto für welche Alters­gruppe das richtige ist, haben wir über­regional und regional Jugend­girokonten für Kinder, Schüler, Auszubildende und Studenten zwischen 0 und 30 Jahren untersucht. 86 Konten sind kostenlos, wenn sie online geführt werden Tabelle: Die besten Jugendgirokonten. Wirk­lich gut ist ein Konto aber erst, wenn es zu den Bedürf­nissen des Inhabers passt.

Geschenke kein Auswahl­kriterium

Mit Willkommens­geschenken wie iPods, trendigen Uhren und Ikea-Gutscheinen versuchen Banken junge Sparer früh an sich zu binden. Solche Gimmicks sollten kein Auswahl­kriterium sein. Auch die Haus­bank der Eltern kommt nur infrage, wenn sie zu den Bedürf­nissen der Jugend­lichen passt. Erste Wahl sind Konten mit kostenloser Konto­führung und Girocard und möglichst vielen Geld­automaten, an denen junge Leute kostenlos Bargeld ziehen können.

Ab welchem Alter ein Konto hilft, den Umgang mit der Bank zu lernen und das Taschengeld zu verwalten, müssen die Eltern entscheiden. Dabei ist klar, dass sie für sehr junge Kinder auch die Online-Konto­führung über­nehmen müssen.

Bedingungen für die Konto­eröff­nung

Jugend­girokonto Test

Bevor Tim Nicodemus eine Kino­karte kauft, prüft er per Bank-App, ob genug Geld auf seinem Giro­konto ist.

Giro­konten für Kinder werden von einigen Geld­instituten von Geburt an, von anderen zu Schul­beginn mit sechs bis sieben Jahren und von wieder anderen erst im Jugend­alter ab 12 Jahren angeboten Tabelle: Die besten Jugendgirokonten. Andere Banken bieten für Schüler, Auszubildende und Studenten ab 18 Jahren kostenlose Konten an Tabelle.

Die Bedingungen für eine Konto­eröff­nung sind je nach Bank verschieden. Bei Minderjäh­rigen müssen die Eltern zustimmen. Junge Erwachsene müssen meist nach­weisen, dass sie Auszubildende oder Studenten sind, um ein kostenloses Konto zu bekommen Voraussetzungen für die Kontoeröffnung.

Vergessen sie, Nach­weise vorzulegen, oder haben sie die fest­gelegte Alters­grenze für das Jugend­konto erreicht, stellen einige Banken das Konto auf ein reguläres, manchmal kosten­pflichtiges Modell um.

Kostenlose Karte, Gebühren und Zins

Für junge Erwachsene, die öfter ins Ausland reisen, ist bei der Konto­auswahl eine kostenlose Kreditkarte wichtig. Damit können sie im Ausland Miet­auto, Unterkunft oder Pizza bezahlen. Welche Banken kostenlose Kreditkarten anbieten, steht in den Tabellen. Bei allen anderen kostet eine Kreditkarte zwischen 5 und 39 Euro im Jahr.

Beim Abschluss eines Kinder­kontos sollten Eltern darauf achten, dass keine Konto­führungs­gebühren anfallen, kein regel­mäßiger Geld­eingang erforderlich ist und dass es Zinsen für das Konto­guthaben gibt. Zinsen können sich aber ändern. Wir haben sie zum Stichtag 2. Juni 2014 erhoben.

Um zu verhindern, dass ein Kind das gesamte Geld auf einmal vom Konto abhebt, können Eltern bei einigen Banken Höchst­beträge vereinbaren, die pro Woche oder Monat abge­bucht werden dürfen.

Spart ein Schüler viel, ist ein möglichst hoher Zins für das Ersparte gut. Die höchste Guthaben­verzinsung im Test für Kinder zwischen 0 und 26 Jahren macht die Hamburger Volks­bank. Sie verzinst Erspartes mit 4 Prozent pro Jahr bis 500 Euro. Große über­regionale Banken wie Post­bank oder Commerz­bank bieten dagegen gar keine Zinsen für Guthaben auf dem Giro­konto an.

5 Prozent Zinsen für Konto­guthaben

Spitze bei den Konten für Studenten ab 18 Jahren ist die PSD Bank Koblenz . Sie zahlt für das „PSD 4You“-Konto 5 Prozent Zinsen für Guthaben bis 1 000 Euro. Davon können Erwachsene nur träumen. Leider ist das Angebot der PSD-Bank Koblenz regional begrenzt.

Die PSD-Banken haben sich als Genossen­schafts­banken unter­einander verpflichtet, nur Kunden aus ihrem jeweiligen Geschäfts­gebiet anzu­nehmen. Studenten aus Berlin können zum Beispiel nur das „Giro­Start“-Konto der PSD Berlin-Brandenburg wählen. Das bietet nur 2,5 Prozent Zinsen für Guthaben bis 2 500 Euro.

Einige Genossen­schafts­banken fehlen

Weder bei der PSD Koblenz noch bei der PSD Berlin-Brandenburg müssen Kunden Genossen werden, wenn sie ein Konto eröffnen wollen. Deshalb haben wir diese Banken in den Test aufgenommen. Andere Genossen­schafts­banken fehlen, weil sie eine Konto­eröff­nung vom Kauf eines Geschäfts­anteils abhängig machen. Ein Anteil kostet zwischen 15 und 100 Euro.

Das ist für viele junge Leute eine hohe Hürde. Sollten allerdings Eltern oder Angehörige das Eintritts­geld über­nehmen, ist ein Konditionen­vergleich mit anderen Giro­konten empfehlens­wert, zumal die Genossen­schafts­anteile meist gute Dividenden bringen.

Viele Geld­automaten sind wichtig

Nicht nur der Gutha­benzins für Spargeld ist bei vielen PSD-Banken attraktiv. Auch die Zahl der Geld­automaten ist mit 19 600 hoch. Mehr Auto­maten gibt es nur bei den Sparkassen. Sie haben 25 700 Auto­maten.

Viele Auto­maten sind für junge Leute wichtig, die öfter unterwegs sind. Fehlt etwa nachts das Geld für den angesagten Club, ist es bitter, wenn auf das Eintritts­geld noch happige Gebühren von bis zu 5 Euro für eine Auszahlung fällig werden. Das passiert, wenn ein Auto­mat benutzt wird, der nicht zum Verbund der eigenen Bank oder Sparkasse gehört. Das Display zeigt dann an, wie hoch die Gebühr für die Abhebung ist.

Ab 18 Jahren gibt es einen Dispokredit

Viele Banken erlauben jungen Leuten ab 18 Jahren, ihr Konto zu über­ziehen. Die Höhe des Dispokredits wird vom Kredit­institut fest­gelegt. Studenten mit regel­mäßigem Geld­eingang dürfen ihr Konto meist bis zu 500 Euro, Auszubildende mit Gehalt mit bis zu drei Monats­gehältern über­ziehen.

Das Konto über­ziehen sollten junge Leute nur im Notfall. Denn der Dispozins beträgt zwischen 5 und 13 Prozent. Wer bereits bei der Konto­eröff­nung damit rechnet, dass das Geld öfter nicht bis zum Monats­ende reicht, sollte ein Konto mit einen Dispozins von nicht mehr als 9 Prozent wählen.

Vorsicht, Zusatz­gebühren

Aufpassen müssen Inhaber von Jugend­girokonten bei allen Aktionen, die sie nicht selbst zuhause am PC erledigen. Die Targo­bank etwa kassiert 2,50 Euro für eine Über­weisung in der Filiale. Die Frank­furter Sparkasse nimmt für eine Über­weisung oder die Einrichtung eines Dauer­auftrags 1,50 Euro. Online sind Über­weisungen deutlich güns­tiger. Werden sie per iTan (mit einer Zahlen­liste) frei­geschaltet, sind sie kostenlos. Auch das Senden einer MobileTan per SMS ist oft kostenlos. Es gibt aber auch Banken, die bis zu 10 Cent pro Tan kassieren.

Etwas teurer ist das ChipTan-Verfahren, falls Kunden einen Generator kaufen müssen, in den man die Girocard schiebt, um eine Tan zu erzeugen. Der Generator kostet einmalig etwa 10 Euro plus Versand. Dieses Verfahren gilt als besonders sicher.

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