Jugendgirokonten Test

Mit der Einschulung ist der richtige Termin für die Einrichtung eines Girokontos gekommen. Das finden jedenfalls Experten wie Gabriele Wichert vom Kinderschutzbund. Wichtig: Zuvor sollten Kinder bereits regelmäßig Taschengeld in bar bekommen haben. Sonst fehlt die Vorstellung dafür, wo das Geld herkommt. Die Banken machen mit. Bei vielen Instituten gibts kein Mindestalter für Kontoinhaber. Mehr noch: Mit Gebühren belastet kaum ein Institut die Nachwuchs-Konten. Die Kinder von heute sind schließlich die Kunden von morgen. Finanztest hat die Angebote 40 überregional aktiver Banken und Sparkassen untersucht.

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Unterschiede im Detail

Im Detail unterscheiden sich Banken und Sparkassen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen erheblich. Mancherorts ist 16 Mindestalter, während anderswo sogar schon Säuglinge zum Kontoinhaber werden können. Auch beim Höchstalter gibts Unterschiede. Während die Hamburger Sparkasse bis zu 31-Jährige zum Nachwuchs rechnet, ist bei 1822direkt schon mit 26 Schluss. Dafür gibts die Jugend-Vergünstigungen dort auch dann, wenn die Ausbildung bereits abgeschlossen ist. Bei allen anderen Anbietern erhalten junge Leute die Nachwuchsförderung nur, so lange sie Schüler, Studenten, Azubis, Wehr- oder Zivildienstleistende sind.

Paragraph fürs Taschengeld

Von Rechts wegen gilt: Unter 7-jährige Kinder sind geschäftsunfähig. Sie sind selbst beim Einkauf von Kaugummi und Klebebildchen ganz auf ihre Eltern angewiesen. Zwischen 7 und 18 können Kinder und Jugendliche in gewissen Grenzen selbst entscheiden. Alle Geschäfte, die eine Verpflichtung mit sich bringen, sind allerdings schwebend unwirksam. Wenn die Eltern im nachhinein ihre Zustimmung verweigern, muss alles rückgängig gemacht werden. Ausnahme: Geld, das die Eltern Kindern oder Jugendlichen zur freien Verfügung überlassen haben, können diese auch selbstständig ausgeben. „Taschengeld-Paragraph“ heißt diese Regelung aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch.

Kredit erst ab 18

Die Folge: So lange Jugendliche nicht volljährig sind, gibts am Automaten nur Geld, wenn das Konto in den schwarzen Zahlen ist. Kredit per Kontoüberziehung gewähren Banken und Sparkassen nur Volljährigen. Auch Lastschriftaufträge und Überweisungen werden nur ausgeführt, wenn das Guthaben auf dem Konto ausreicht. Wer 18 ist und überziehen darf, sollte vorsichtig sein: Bei Überziehungszinsen von bis zu 15,99 Prozent birgt schon ein kleines Minus das Risiko, rasch zum Schuldenberg zu wachsen.

Besuch bei der Bank

Noch eine Folge hat der Taschengeld-Paragraph: Bei der Kontoeröffnung von Minderjährigen sind die Eltern zwingend mit von der Partie. Zumindest müssen Sie schriftlich zustimmen. Bei getrennt lebenden Eltern kommt es darauf an, wer das Sorgerecht hat. Am einfachsten funktioniert die Kontoeröffnung bei einem gemeinsamen Besuch der Bank. Wichtig: Kinder- und/oder Personalausweise aller Beteiligten müssen vorliegen, bevor die Taschengeldzahlung auf den bargeldlosen Geldverkehr umgestellt werden kann.

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