Jugend testet Taschentücher und Traktoren

Großes Interesse, gute Ideen und viel Phantasie – der 11. Wettbewerb war ein voller Erfolg.

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Die Sieger des 11. Wettbewerbs Jugend testet sind gekürt. In diesem Jahr konnten Oberschüler aus Ba­den-Würt­temberg und Rheinland-Pfalz die begehrten Geldpreise im Gesamtwert von 4 500 Euro von der Schirmherrin, Verbraucherschutzministerin Renate Künast, in Empfang nehmen.

Bei der Preisverleihung am 14. Juni in Berlin erklärten die Jugendlichen den Warentestern, wie und warum sie Zahnweißkuren, Handspülmittel und Papier­ta­schen­­tücher geprüft haben. Die Testprofis hörten es mit kritischem Interesse und spendeten Applaus für den Einsatz der Schüler, die sich oft in ihrer Freizeit nach Schulschluss oder am Wochenende für den Wettbewerb engagierten.

Die Jury musste die drei preisgekrönten Tests aus 715 eingereichten Arbeiten auswählen. Das sind deutlich mehr Tests als in den Vorjahren. Ein Grund für den Anstieg von rund 15 Prozent ist wohl auch das medienpädagogische Projekt „test macht Schule“. Dabei werden den Schulen aktuelle test-Ausgaben ein Jahr lang kostenlos zur Verfügung gestellt. Viele Lehrer, die test in den Unterricht einbinden und so das Wissen über Verbraucherfragen und den kritischen Umgang mit Werbung fördern, haben auch ihre 13- bis 19-jährigen Schüler zu einer Teilnahme an „Jugend testet“ ermuntern können.

Kosmetik, Kaugummi und Kondome

Zu den Top-Testthemen der jungen Warenprüfer gehörten Pizza, Kosmetika wie Haargel, Lippenstifte und Mascara, Papiertaschentücher, Kaugummis und Kondome. Auch Jugend- und Fernsehzeitschriften nahmen sie sich vor, ebenso Hamburger und Döner. Vor Servicethemen schreckten die Schüler ebenfalls nicht zurück. Sie prüften und bewerteten die Freundlichkeit von Verkaufspersonal und die Brieflaufzeiten von Standardbriefen quer durch Deutschland. Auf dem Prüfstand stand auch das Bonuspunktesystem: Die Jugendlichen beurteilten Datenschutz, Zufriedenheit der Kunden und Handhabung.

Finanzthemen wie ein Vergleich von Girokonten oder Geldanlageformen waren dagegen selten. Allerdings schlug sich die Diskussion über die Arbeitsmarktreform in einem Test von Hartz IV nieder: Zwei Schülerinnen untersuchten, wie groß das finanzielle Budget ist, das einer normalen Familie zur Verfü­gung steht. Eine Mädchengruppe wollte wissen, wie es um die Zivilcourage der Mitbürger bestellt ist: Sie täuschte auf der Straße einen heftigen Streit zwischen Jugendlichen vor und hielt die Reaktionen der vorbeigehenden Passanten fest. Etwas aus dem Rahmen fiel ein Test von vier Traktoren.

Der Wettbewerb „Jugend testet“ findet alle zwei Jahre statt. Mehr als 15 000 Jugendliche haben bisher mitgemacht.

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