Jugend testet Meldung

Die Würfel sind gefallen, die Sieger des Wettbewerbs Jugend testet stehen fest: Platz 1 ging heute - überreicht von Stiftungsvorstand Dr. Werner Brinkmann - an vier 18-Jährige, die sich kritisch mit dem Trend zu weißen Zähnen auseinander setzten. Platz 2 erreichten zwei Schülerinnen aus Ludwigshafen mit einer Untersuchung zu Spülmitteln. Platz 3 schafften vier Schüler aus Karlsruhe mit einem Test von Papiertaschentüchern. Insgesamt reichten 3 225 Jugendliche 715 Arbeiten ein. Das ist neuer Rekord.

Lob von der Ministerin

Jugend testet Meldung

Verbraucherschutzministerin Renate Künast während ihrer Festrede.

Schirmherrin des Wettbewerbs, Verbraucherschutzministerin Renate Künast zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der eingereichten Arbeiten und dem Engagement der Jugendlichen: „Ich finde es klasse, wenn Jugendliche genau nachfragen und wissen wollen, was drin ist.“ Gerade für Jugendliche sei angesichts der vielen Werbung neutrale Information über die Produkte besonders wichtig, so die Ministerin. Dafür opferten die Schüler oft ihre Freizeit, forschten nach Schulschluss oder am Wochenende. Neben reinen Produkttests nahmen die Schüler auch soziale Themen wie Behindertenfreundlichkeit oder Zivilcourage in ihrer Heimatstadt unter die Lupe. Künast erklärte die jugendlichen Tester dafür zu den „Qualitätsscouts des 21. Jahrhunderts“.

Zahnweißkuren vorn

Jugend testet Meldung

Benjamin Feldmann, Sebastian Lorenz, Moritz von Burkersroda und Bastian Mayer-Ullmann untersuchten Zahnweißkuren auch im Labor auf ihre Inhaltsstoffe.

Den mit 2 000 Euro dotierten 1. Preis erhielten vier 18-Jährige aus Heidelberg. Sie setzten sich kritisch mit dem aktuellen Trend zu strahlend weißen Zähnen als Symbol für Schönheit und Erfolg auseinander. In ihrem Test von Zahnweißkuren verglichen sie zwei Zahnweißstreifen, zwei Zahnaufhellungsgels sowie eine Zahnpasta mit aufhellender Wirkung und eine professionelle Behandlung beim Zahnarzt miteinander. Dabei beurteilten sie nicht nur die sichtbare Wirkung nach 14 Tagen, sondern auch gesundheitliche Nebenwirkungen, auftretende Schmerzen sowie den während der Anwendung anfallenden Müll. Ergebnis: Frei käufliche Zahnweißkuren sind besser und deutlich preiswerter als das professionelle Aufhellungsgel vom Zahnarzt. „Schönheit muss nicht unbezahlbar sein“, so das Fazit der Laudatorin Dagmar Freifrau von Cramm.

Billige Spülmittel

Jugend testet Meldung

Claudia Lermer und Katrin Wild mit ihrer selbst gebauten Apparatur für gleichbleibende mechanische Tellerreinigung.

Der 2. Preis ging nach Ludwigshafen. Zwei 15- und 16-jährige Schülerinnen prüften zwölf gekaufte und ein selbst hergestelltes Spülmittel. Um die Prüfbedingungen für alle Spülmittel vergleichbar zu testen, konstruierten sie eine spezielle Apparatur. Damit simulierten sie die mechanische Reinigung nach Einweichen schmutziger Teller in der Spülmittellösung. Die Schülerinnen verteilten Punkte für Schaumbildung, Schmutz- und Fettlösekraft, pH-Wert, Geruch und Farbe der Spülmittel. Am Ende lagen billige Spülmittel aus dem Discounter deutlich vor teuren Markenprodukten. Höhere Preise bieten bei Spülmitteln offenbar keine Garantie für Qualität. Die Jury würdigte diese Erkenntnis mit dem 2. Platz und 1 500 Euro.

Weiche aber feste Taschentücher

Jugend testet Meldung

Kollektives Schnauben: Benedikt Fuß, Christof Doll, Paul Felten und Marc Jonathan Lange unterzogen die Papiertaschentücher einem Härtetest.

Viel Engagement und Akribie legten auch vier 16-jährige Schüler aus Karlsruhe in ihrem Test von Papiertaschentüchern an den Tag. Im Idealfall sollen Papiertaschentücher sanft zur Nase aber fest bei Feuchtigkeit sein. Die Schüler unterzogen die Taschentücher einem wahren Härtetest: Sie hängten Gewichte an feuchte Taschentücher, um ihre Reißfestigkeit zu prüfen und wuschen sie in der Waschmaschine. Ergebnis: Nur ein Billigtaschentuch löste sich in zahllose Krümel auf. Alle Anderen überstanden den Waschgang größtenteils unbeschadet. Darüber hinaus beurteilten die Jugendlichen Weichheit, Geruch und Feuchtigkeitsaufnahme der Taschentücher. Im Gegensatz zu Spülmitteln schnitten in diesem Test Markenprodukte deutlich besser ab als billige Taschentücher. Alles in allem ein gelungener Test, der den Schülern den 3. Platz und ein Preisgeld in Höhe von 1 000 Euro sicherte.

Interessante Arbeiten

Die Qualität der eingereichten Beiträge nimmt von Wettbewerb zu Wettbewerb zu. Auch in diesem Jahr fiel es der Jury nicht leicht, einen Sieger zu küren. In die Entscheidung fließen neben systematischen Kriterien wie Vollständigkeit, Genauigkeit und Informationswert der Arbeit auch die Originalität des Themas ein. Mit Zahnweißkuren wählte die Jury ein Thema mit hohem aktuellen Bezug aus. Aber auch andere aktuelle Themen wie Apfeldirektsäfte, Bonuspunkte und Brieflaufzeiten schafften es in die engere Auswahl. Neue Chancen gibt es im Herbst 2006. Dann startet der 12. Wettbewerb Jugend testet. Weitere Informationen über diesen Wettbewerb unter www.jugend-testet.de.

Dieser Artikel ist hilfreich. 275 Nutzer finden das hilfreich.