Jugend testet Meldung

Wie die Profis: Im Wettbewerb „Jugend testet“ der Stiftung Warentest war nichts vor dem kritischen Blick der Nachwuchstester sicher. Sie untersuchten Pflaster, Fertigpasta und Chats, aber auch so kuriose Produkte wie aufsprühbare Strumpfhosen und Lebkuchenhäuser zum Selberbasteln. Heute fand in Berlin die Preisverleihung statt.

Kritisch und kreativ

Jugend testet Meldung

Julia Klöckner und Dr. Werner Brinkmann

Staatssekretärin Julia Klöckner und Vorstand der Stiftung Warentest Dr. Werner Brinkmann

Mehr als 1 700 Jugendliche haben im Wettbewerb der Stiftung Warentest „Jugend testet“ Alltägliches und Außergewöhnliches durchleuchtet. Sie reichten insgesamt 422 Arbeiten in den Kategorien Produkttest und Dienstleistungstest ein. Die beliebtesten Themen der jugendlichen Tester: Schokolade, Haarspray und Kartoffelchips. Dr. Werner Brinkmann, Vorstand der Stiftung Warentest, und Julia Klöckner, parlamentarische Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium, zeichneten heute während eines Festakts in Berlin die besten Arbeiten aus. Klöckner ist von „Jugend testet“ überzeugt, denn die Jugendlichen hätten so über die eigenen Kriterien bei Kaufentscheidung nachdenken müssen. „Verbraucherbildung in jungen Jahren ist wichtig.“ Nur ein Verbraucher auf Augenhöhe könne Produkten und Firmen auf den Zahn fühlen. „Gäbe es den Wettbewerb nicht, müsste er schlichtweg erfunden werden.“

Die Sieger 2013

  • 1. Preis 2013 (Produkte)
  • 2. Preis 2013 (Produkte)
  • 3. Preis 2013 (Produkte)
  • 1. Preis 2013 (Dienstleistungen)
  • 2. Preis 2013 (Dienstleistungen)
  • 3. Preis 2013 (Dienstleistungen)

Die Pflaster im Glittertest

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Laura Schwaiger und Lisa Söldenwagner

Laura Schwaiger und Lisa Söldenwagner

Laura Schwaiger und Lisa Söldenwagner untersuchten zehn Pflaster – mit zum Teil originellen Methoden: Um zum Beispiel die Luftdurchlässigkeit der Pflaster zu testen, stäubten sie Glitter auf die Innenseiten. Dann schalteten die Schülerinnen einen Fön ein und hielten ihn an die Außenseite der Pflaster. Bei den besonders luftdurchlässigen wurde der Glitter fast ganz weggepustet, bei den anderen blieben glitzernde Rückstände. Das und auch die gesamte andere Konzeption des Tests überzeugte die Jury: erster Preis in der Kategorie Produkttest! „Ein klasse Test. Pflaster spielen im Alltag eine große Rolle. Sie sind in jedem Haushalt zu finden“, lobte Radiomoderator und Juror Stefan Warbeck

Fotodienste im Visier

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Corinna Siefert

Corinna Siefert

Onlinefoto-Dienste sind eine praktische Sache für Fotofans, die ihre Digitalbilder wie früher gerne als Papierabzüge in der Hand halten möchten. Corinna Siefert ist so ein Fotofan. Die Hobbyfotografin hat im Test die Anbieter vor spezielle Herausforderungen gestellt. Sie schickte Fotos mit Tücken und Macken ein – etwa unscharfe oder überbelichtete. Mit der kreativen Idee und mit ihrer umfassenden Analyse überzeugte sie die Jury. „Sie war sehr, sehr fleißig und hat unglaublich viel Arbeit reingesteckt. Wir als Jury waren ganz erstaunt, dass diesen Test keine große Gruppe, sondern nur eine einzelne Person umgesetzt hat“, sagte der Fernsehmoderator und Jury-Mitglied Cherno Jobatey in seiner Laudatio. Corinna Siefert ist nun selbst Testsiegerin in der Kategorie Dienstleistungstest.

Der Pasta auf der Spur

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Alice Steegmüller und Marlies Riedißer

Alice Steegmüller und Marlies Riedißer

Fertigprodukte versprechen schnelles Essvergnügen. Marlies Riedißer und Alice Steegmüller wollten es genau wissen: Wie einfach, schnell, gesund und lecker sind sie wirklich? Sie ließen Freunde und Familie schmecken und verglichen ihr eigenes Kochergebnis mit dem Abbild auf der Verpackung. „Sie waren sehr sorgfältig und mutig“, erklärte Fernsehmoderatorin und Jury-Mitglied Nina Eichinger, die nach eigenen Aussagen kein großer Fan von Fertigprodukten ist. Die Idee des Wettbewerbs findet sie super, als Jugendliche hätte sie selbst gerne mitgemacht. Marlies Riedißer gehört zu den ersten Teilnehmern der zweiten Generation am Wettbewerb. Auch ihr Vater hatte in jungen Jahren schon zweimal Beiträge eingereicht – die Lust am Testen liegt anscheinend in der Familie. Erfolgreich dazu: zweiter Platz in der Kategorie Produkttest.

Kostenlose E-Mail-Dienste

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Maximilian Vesper, Jannis Wölpert und Niklas Krüger

Maximilian Vesper, Jannis Wölpert und Niklas Krüger

„Wir nutzen das Internet regelmäßig, um miteinander zu kommunizieren, mehr als das Telefon“, erklärte Jannis Wölpert, Schüler an einem Nauener Gymnasium. Also hat er zusammen mit seinen Schulkameraden Maximilian Vesper und Niklas Krüger Free-Mail-Dienste verglichen. Um den Spamfilter zu prüfen, verschickten sie selbst E-Mails, die als Werbenachrichten zu erkennen waren. Außerdem achteten sie auf die Menüführung und die Extras wie einen großen Speicherplatz. Der Jury gefiel, dass die Schüler ein Thema gewählt hatten, das für alle relevant ist – zweiter Platz in der Kategorie Dienstleistungen.

Schwimmbrillen für Wasserratten

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Sarah Gerdes, Nicole Jäger und Linda Thiessen

Sarah Gerdes, Nicole Jäger und Linda Thiessen

Nicole Jäger, Linda Thiessen und Sarah Gerdes gehen gerne ins Schwimmbad und ihnen war deshalb schnell klar: „Wir wollen Schwimmbrillen testen“. Dabei kannten sie kein Erbarmen und strapazierten die Schwimmbrillen bis aufs Äußerste – unter und über Wasser. Sie ließen sie fallen, berieselten sie mit Sand und zogen das Gummi auf doppelte Länge. Die günstigste Brille für 99 Cent schnitt am schlechtesten ab. „Die Schülerinnen haben alle Punkte mit Bravour gemeistert, die einen guten Beitrag aus Sicht der Warentester ausmachen, wie ein authentisches Problem, pfiffige Kriterien und ein systematisches Vorgehen“, fasste Dr. Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest zusammen. Belohnung: der dritte Platz in der Kategorie Produkttest.

Chatten leicht gemacht

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Schüler des Goethe-Gymnasiums

Carina Perez, Jonas Kraft, Ruben Gradl, Eileen Kuhn und Ole Hall

Was macht einen guten Chat aus? Der Frage gingen Schüler aus dem Goethe-Gymnasium in Karlsruhe nach. Sie befragten Chatter und Nicht-Chatter, untersuchten wie viele Daten die Anbieter bei der Registrierung abfragen und bewerteten die einzelnen Chat-Funktionen. Bei allen fünf getesteten Instant Messenger Programmen entdeckten sie Schwächen und Stärken, die Noten liegen jedoch recht dicht beieinander. „Der Jury hat die Arbeit gut gefallen. Die Jugendlichen haben viele Kriterien berücksichtigt“, würdigte test-Chefredakteur Hubertus Primus die Arbeit. Besonders gefiel der Jury wie sehr die Jugendlichen auf den Datenschutz geachtet haben.

Der Wettbewerb geht weiter

Der Wettbewerb „Jugend testet“ findet bereits seit 1979 statt – und er geht weiter: Auch im nächsten Jahr können Nachwuchstester wieder ihr Können zeigen und Preisgelder in Höhe von insgesamt 9 000 Euro gewinnen. Ab September beginnt die Anmeldung. Das Thema ist nach Lust und Interesse frei wählbar. Weitere Informationen unter www.jugend-testet.de

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