Jugend testet Meldung

Wie die Profis: Im Wett­bewerb „Jugend testet“ der Stiftung Warentest war nichts vor dem kritischen Blick der Nach­wuchs­tester sicher. Sie untersuchten Pflaster, Fertigpasta und Chats, aber auch so kuriose Produkte wie aufsprüh­bare Strumpf­hosen und Lebkuchenhäuser zum Selber­basteln. Heute fand in Berlin die Preis­verleihung statt.

Kritisch und kreativ

Jugend testet Meldung

Julia Klöckner und Dr. Werner Brinkmann

Staats­sekretärin Julia Klöckner und Vorstand der Stiftung Warentest Dr. Werner Brinkmann

Mehr als 1 700 Jugend­liche haben im Wett­bewerb der Stiftung Warentest „Jugend testet“ Alltägliches und Außergewöhnliches durch­leuchtet. Sie reichten insgesamt 422 Arbeiten in den Kategorien Produkttest und Dienst­leistungs­test ein. Die beliebtesten Themen der jugend­lichen Tester: Schokolade, Haar­spray und Kartoffel­chips. Dr. Werner Brinkmann, Vorstand der Stiftung Warentest, und Julia Klöckner, parlamentarische Staats­sekretärin im Verbraucher­schutz­ministerium, zeichneten heute während eines Fest­akts in Berlin die besten Arbeiten aus. Klöckner ist von „Jugend testet“ über­zeugt, denn die Jugend­lichen hätten so über die eigenen Kriterien bei Kauf­entscheidung nach­denken müssen. „Verbraucher­bildung in jungen Jahren ist wichtig.“ Nur ein Verbraucher auf Augen­höhe könne Produkten und Firmen auf den Zahn fühlen. „Gäbe es den Wett­bewerb nicht, müsste er schlichtweg erfunden werden.“

Die Pflaster im Glittertest

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Laura Schwaiger und Lisa Sölden­wagner

Laura Schwaiger und Lisa Sölden­wagner

Laura Schwaiger und Lisa Sölden­wagner untersuchten zehn Pflaster – mit zum Teil originellen Methoden: Um zum Beispiel die Luft­durch­lässig­keit der Pflaster zu testen, stäubten sie Glitter auf die Innen­seiten. Dann schalteten die Schüle­rinnen einen Fön ein und hielten ihn an die Außenseite der Pflaster. Bei den besonders luft­durch­lässigen wurde der Glitter fast ganz weggepustet, bei den anderen blieben glitzernde Rück­stände. Das und auch die gesamte andere Konzeption des Tests über­zeugte die Jury: erster Preis in der Kategorie Produkttest! „Ein klasse Test. Pflaster spielen im Alltag eine große Rolle. Sie sind in jedem Haushalt zu finden“, lobte Radio­moderator und Juror Stefan Warbeck

Fotodienste im Visier

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Corinna Siefert

Corinna Siefert

Onlinefoto-Dienste sind eine praktische Sache für Fotofans, die ihre Digital­bilder wie früher gerne als Papier­abzüge in der Hand halten möchten. Corinna Siefert ist so ein Fotofan. Die Hobby­fotografin hat im Test die Anbieter vor spezielle Heraus­forderungen gestellt. Sie schickte Fotos mit Tücken und Macken ein – etwa unscharfe oder überbelichtete. Mit der kreativen Idee und mit ihrer umfassenden Analyse über­zeugte sie die Jury. „Sie war sehr, sehr fleißig und hat unglaublich viel Arbeit rein­gesteckt. Wir als Jury waren ganz erstaunt, dass diesen Test keine große Gruppe, sondern nur eine einzelne Person umge­setzt hat“, sagte der Fernsehmoderator und Jury-Mitglied Cherno Jobatey in seiner Laudatio. Corinna Siefert ist nun selbst Testsiegerin in der Kategorie Dienst­leistungs­test.

Der Pasta auf der Spur

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Alice Steegmüller und Marlies Riedißer

Alice Steegmüller und Marlies Riedißer

Fertigprodukte versprechen schnelles Essvergnügen. Marlies Riedißer und Alice Steegmüller wollten es genau wissen: Wie einfach, schnell, gesund und lecker sind sie wirk­lich? Sie ließen Freunde und Familie schme­cken und verglichen ihr eigenes Kocher­gebnis mit dem Abbild auf der Verpackung. „Sie waren sehr sorgfältig und mutig“, erklärte Fernsehmoderatorin und Jury-Mitglied Nina Eichinger, die nach eigenen Aussagen kein großer Fan von Fertigprodukten ist. Die Idee des Wett­bewerbs findet sie super, als Jugend­liche hätte sie selbst gerne mitgemacht. Marlies Riedißer gehört zu den ersten Teilnehmern der zweiten Generation am Wett­bewerb. Auch ihr Vater hatte in jungen Jahren schon zweimal Beiträge einge­reicht – die Lust am Testen liegt anscheinend in der Familie. Erfolg­reich dazu: zweiter Platz in der Kategorie Produkttest.

Kostenlose E-Mail-Dienste

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Maximilian Vesper, Jannis Wölpert und Niklas Krüger

Maximilian Vesper, Jannis Wölpert und Niklas Krüger

„Wir nutzen das Internet regel­mäßig, um miteinander zu kommunizieren, mehr als das Telefon“, erklärte Jannis Wölpert, Schüler an einem Nauener Gymnasium. Also hat er zusammen mit seinen Schulkameraden Maximilian Vesper und Niklas Krüger Free-Mail-Dienste verglichen. Um den Spamfilter zu prüfen, verschickten sie selbst E-Mails, die als Werben­achrichten zu erkennen waren. Außerdem achteten sie auf die Menüführung und die Extras wie einen großen Speicher­platz. Der Jury gefiel, dass die Schüler ein Thema gewählt hatten, das für alle relevant ist – zweiter Platz in der Kategorie Dienst­leistungen.

Schwimm­brillen für Wasser­ratten

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Sarah Gerdes, Nicole Jäger und Linda Thiessen

Sarah Gerdes, Nicole Jäger und Linda Thiessen

Nicole Jäger, Linda Thiessen und Sarah Gerdes gehen gerne ins Schwimm­bad und ihnen war deshalb schnell klar: „Wir wollen Schwimm­brillen testen“. Dabei kannten sie kein Erbarmen und strapazierten die Schwimm­brillen bis aufs Äußerste – unter und über Wasser. Sie ließen sie fallen, berieselten sie mit Sand und zogen das Gummi auf doppelte Länge. Die güns­tigste Brille für 99 Cent schnitt am schlechtesten ab. „Die Schüle­rinnen haben alle Punkte mit Bravour gemeistert, die einen guten Beitrag aus Sicht der Warentester ausmachen, wie ein authentisches Problem, pfiffige Kriterien und ein systematisches Vorgehen“, fasste Dr. Holger Brack­emann, Bereichs­leiter Unter­suchungen bei der Stiftung Warentest zusammen. Belohnung: der dritte Platz in der Kategorie Produkttest.

Chatten leicht gemacht

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Schüler des Goethe-Gymnasiums

Carina Perez, Jonas Kraft, Ruben Gradl, Eileen Kuhn und Ole Hall

Was macht einen guten Chat aus? Der Frage gingen Schüler aus dem Goethe-Gymnasium in Karls­ruhe nach. Sie befragten Chatter und Nicht-Chatter, untersuchten wie viele Daten die Anbieter bei der Registrierung abfragen und bewerteten die einzelnen Chat-Funk­tionen. Bei allen fünf getesteten Instant Messenger Programmen entdeckten sie Schwächen und Stärken, die Noten liegen jedoch recht dicht beieinander. „Der Jury hat die Arbeit gut gefallen. Die Jugend­lichen haben viele Kriterien berück­sichtigt“, würdigte test-Chef­redak­teur Hubertus Primus die Arbeit. Besonders gefiel der Jury wie sehr die Jugend­lichen auf den Daten­schutz geachtet haben.

Der Wett­bewerb geht weiter

Der Wett­bewerb „Jugend testet“ findet bereits seit 1979 statt – und er geht weiter: Auch im nächsten Jahr können Nach­wuchs­tester wieder ihr Können zeigen und Preisgelder in Höhe von insgesamt 9 000 Euro gewinnen. Ab September beginnt die Anmeldung. Das Thema ist nach Lust und Interesse frei wähl­bar. Weitere Informationen unter www.jugend-testet.de

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