Jugend testet Meldung

Ginge es allein nach Jugendlichen, sähe die Zeitschrift test vermutlich anders aus. Regelmäßig stünden Schokolade, Kaugummi, Nagellack und Pizza auf dem Prüfprogramm. Zumindest waren das die am häufigsten getesteten Produkte im aktuellen Wettbewerb Jugend testet. Gewonnen haben jedoch ausgefallenere Themen.

Kaum ein Kraut gegen Zecken

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Sieger in der Kategorie Produkttests ist Jan Ahrend aus Rheinland-Pfalz. Der 18-jährige Gymnasiast entwickelte eine eigene Methode zum Test von Anti­zecken­mitteln. Dabei nutzte er die Licht­empfindlichkeit der Zecken aus: Er setze die Tiere auf ein Blatt Papier. Auf der einen Seite eine Lampe, auf der anderen Seite versperrte der Wirk­stoff den Weg. 28 Mittel überprüfte er so. Die meisten konnten nichts oder nur wenig gegen Blut­sauger ausrichten. Das deckt sich mit dem jüngsten Antizeckenmittel-Test der Stiftung Warentest.

Energiesparender Bewegungsmelder

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Auch die Klasse 7B der Rumold-Realschule in Baden-Württemberg staunte nicht schlecht: In ihrem Test energiesparender Bewegungsmelder stellten sie deutliche Unterschiede zwischen den Modellen fest. Während manche Geräte schon auf langsame Bewegungen in großem Abstand reagieren, schalten andere erst das Licht an, wenn die Person fast vor dem Melder steht. Ein Test, der der 7B den 2. Platz sowie 1 500 Euro Preisgeld einbringt.

Weihnachtspostämter nah und fern

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Ein kindliches Thema wählte Christin Steinbach. Obwohl schon 18 Jahre alt, schrieb die sächsische Berufsschülerin Briefe an den Weihnachtsmann. So stellte sie 15 Weihnachtspostämter im In- und Ausland auf die Probe. Ihr Favorit: Santa Claus in Indiana / USA. Pünktlich zum Fest bekam sie von dort einen weihnachtlich gestalteten Brief mit individueller Anrede, Sonderbriefmarken und persönlichen Wünschen. Nicht zu empfehlen seien dagegen die Weihnachtspostämter in Russland, Finnland und Schweden. Ihre Antworten kamen erst nach Weihnachten an.

Alkoholverkauf an Tankstellen

Auch wenn viele Jugendliche noch keinen Führerschein besitzen, gehören Tankstellen trotzdem zu ihren bevorzugten Einkaufsmöglichkeiten. Süßigkeiten, Zigaretten, Alkohol stehen ganz oben auf der Einkaufsliste. Schüler des Berufskollegs Bottrop in Nordrhein-Westfalen verglichen 12 Tankstellen ihrer Stadt. Ergebnis: Beim Service punkteten alle Tankstellen. Mit dem Jugendschutz nahmen sie es jedoch nicht so ernst. An jeder zweiten Tankstelle bekamen Minderjährige problemlos Tabak und Wodka.

Treffpunkt Internet

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Kwick, Knuddels, Kizzes. Diese und andere Online-Communities probierten Pia Richter und Jurij Reichenecker aus. Millionen Teenager nutzen diese Internetseiten zum Chatten und Freunde treffen. „Sehr gut“ schnitten bei den beiden jugendlichen Testern jedoch nur Kwick.de und Lokalisten.de ab.

Jugendfreundliche Bundesligavereine

Die Klasse R8 der Sprachheilschule Zitzewitzstraße in Hamburg fragte sich dagegen, wie ernst Fußballvereine Jugendliche nehmen. Sieger der Herzen waren Hannover 96 und VfL Bochum. Beide Vereine fördern Nachwuchstalente, engagieren sich gegen Gewalt und unterstützen Jugendprojekte. Ganz im Gegensatz zum FC Bayern München. Hier fanden die Nachwuchstester nur schwache Ansätze von Engagement gegenüber Jugendlichen.

Eigenes Urteil bilden

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Der Wettbewerb Jugend testet fand inzwischen zum 13. Mal statt. Insgesamt reichten 2 513 Schüler 558 Arbeiten ein. Unter anderem mit diesen Themen. Die sechs Preisträger wählte eine Jury mit Journalisten, Warentestern und Schülervertretern aus. Der nächste Jugend testet-Wettbewerb startet im September 2008. Für die besten Arbeiten gibt es Preisgelder von insgesamt 9 000 Euro sowie Reisen nach Berlin. Weitere Informationen unter www.jugend-testet.de.

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