Jugend testet Meldung

Jugend testet: Die Gewinner 2007

Jugend testet: Die Gewinner 2007

Die Gewinner des 12. Wettbewerbs Jugend testet stehen fest. Den ersten Platz belegten Anuscha Loza mit einer Untersuchung über den Touristenservice der WM-Städte sowie Verena Wohlgenannt und Michaela Kegel mit ihrem Test von kindersicheren Flaschenverschlüssen. 3 517 junge Menschen zwischen 13 und 19 Jahren haben sich beteiligt. Ein neuer Rekord für den Wettbewerb der Stiftung Warentest.

Engagiert und offen

Der Wettbewerb Jugend testet findet alle zwei Jahren statt. Mitmachen können junge Leute zwischen 13 und 19 Jahren. 756 Arbeiten reichten die Jugendlichen für den 12. Wettbewerb ein. Eine Jury aus Journalisten, Warentestern und Verbraucherberatern wählte die sechs Preisträger aus. „Die eingereichten Beiträge zu Jugend testet zeigen, dass junge Menschen engagiert und offen für Neues sind“, sagte Verbraucherschutzminister Horst Seehofer, Schirmherr des Wettbewerbs. Gerade angesichts der Fülle der Produkte und der Dauerpräsenz der Werbung sei es besonders wichtig, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Der Wettbewerb trage einen großen Teil dazu bei, aus Jugendlichen mündige Verbraucher zu machen, so der Minister. „Der Jury fiel die Entscheidung auch dieses Jahr nicht leicht“, sagte Stiftungsvorstand Dr. Werner Brinkmann. In diesem Jahr wurden jeweils zwei erste, zweite und dritte Preise in den Kategorien Produkttests und Dienstleistungstests vergeben.

Kindersichere Flaschenverschlüsse

Den ersten Platz in der Kategorie Produkte sicherten sich Verena Wohlgenannt und Michaela Kegel aus Bayern. Die Schülerinnen des Wirtschaftsgymnasiums Wangen untersuchten, ob kindersichere Flaschenverschlüsse tatsächlich sicher sind. Bei ihren Untersuchungen in zwei Kindergärten stellten die 18-Jährigen Testerinnen fest, dass die speziellen Verschlüsse nicht zuverlässig schützen. Ob WC-Reiniger, Brennspiritus oder Entkalker: Die Kinder konnten die Flaschen manchmal in Sekunden öffnen. „Von 15 getesteten Produkten mussten wir sechs mit mangelhaft oder ungenügend bewerten. Das hat uns schon schockiert“, sagten die Testerinnen. Schließlich könne schon ein einziger Schluck der ätzenden Flüssigkeiten drastische Folgen für ein Kleinkind haben. Die Jury lobte die innovative Idee und die hohe Relevanz, die das Ergebnis vor allem für Eltern hat.

Touristeninfos der WM-Städte

Den ersten Platz in der Kategorie Dienstleistung belegte Anuscha Loza aus Nordrhein-Westfalen. Die 17-jährige Schülerin untersuchte den Touristenservice der zwölf WM-Städte. Mit E-Mails und telefonischen Anfragen in Deutsch und Englisch testete sie, wie freundlich und kompetent die Mitarbeiter in den jeweiligen Städten auf Touristen reagieren. Fast ein halbes Jahr Arbeit investierte die Schülerin in ihre Untersuchung. Hamburg, Berlin und Stuttgart landeten dabei auf den hinteren Plätzen. Testsieger ist Leipzig. Das Vorurteil von der Servicewüste Deutschland kann Anuscha Loza aber nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Alle gaben sich wirklich Mühe, mir zu helfen“, sagte die Schülerin. Mit dem Preisgeld von 2 000 Euro möchte sie nun einen Sprachkurs in Frankreich machen.

Sorgentelefone und Fluggleiter

Schlechte Noten, unreine Haut, Stress mit den Eltern? Für solche Fälle gibt es Sorgentelefone, die anonym beraten. Doch wie kompetent sind deren Mitarbeiter? Das wollte eine neunte Klasse des Stuttgarter Wirtemberg-Gymnasiums herausfinden. Die Untersuchung von deutschlandweit erreichbaren Telefonseelsorgen machte den zweiten Platz in der Kategorie Dienstleistung. Preisgeld 1 500 Euro. Der zweite Platz in der Kategorie Produkte ging an Steven Röhrle und Florian Toifl aus Bayern. Sie untersuchten Wurfgleiter für Anfänger auf ihre Flugtauglichkeit.

Schreibblöcke und Baumärkte

Den dritten Platz in der Kategorie Produkte belegte Ole Hinneburg aus Mecklenburg-Vorpommern. Der 16-jährige Schüler prüfte Schulblöcke auf Reißfestigkeit, Tintenaufsaugvermögen und Schreibkomfort. „Ich wollte ein Produkt testen, mit denen Schüler täglich zu tun haben“, begründete Ole seine Themenwahl. In der Kategorie Dienstleistung punktete ein Team aus Sachsen. Die Chemnitzer Schüler belegten den dritten Platz. Sie untersuchten fünf Baumärkte auf Kompetenz und Kundenfreundlichkeit und überzeugten die Jury von ihrer guten Methodik. Preisgeld: 1 000 Euro. Zu den Bewertungskriterien für die Preisverleihung gehören neben Systematik, Genauigkeit und Vollständigkeit der Untersuchung auch die Originalität des Themas, der Informations- und Erkenntniswert sowie die Darstellung der Ergebnisse. Anschaulich, verständlich und spannend: Das haben alle Preisträger erreicht.

Nächster Wettbewerb 2008

Wer in ihre Fußstapfen treten will, merkt sich folgenden Termin: Im September 2008 startet der 13. Wettbewerb Jugend testet. Die eingereichten Arbeiten werden dann voraussichtlich im Juni 2009 prämiert.

Jugend testet: Mehr Infos und Fotos der Preisträger

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