Jugend testet 2022 Diese Tests schaffen es an die Spitze

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Jugend testet 2022 - Diese Tests schaffen es an die Spitze
Neuer Rekord: Mehr als 820 Test­projekte haben junge Menschen aus ganz Deutsch­land dieses Jahr einge­reicht. © Stiftung Warentest

Sie untersuchten Pass­wort­manager und Tisch­tennis­bälle – und über­zeugten die Jury. Diese sechs Teams haben bei unserem diesjäh­rigen Nach­wuchs­wett­bewerb gewonnen.

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So viele Teilnehmende wie noch nie

Produkte oder Dienst­leistungen ausprobieren, Prüfkriterien entwickeln, Entscheidungs­hilfen geben, kurzum: Einmal selbst Tester sein – dazu rufen wir junge Leute jedes Jahr auf. In diesem Jahr haben wir mehr als 820 Einsendungen erhalten, das ist ein neuer Rekord.

Nach­wuchs­forscher testen Dienst­leistungen und Produkte

Die Jury bewertete unter anderem den praktischen Nutzen der Tests, die Vorgehens­weise und die Präsentation der Ergeb­nisse. In den Kategorien „Produkttests“ und „Dienst­leistungs­tests“ kürte sie jeweils drei Beiträge. Die sechs Spitzen­teams hat die Stiftung Warentest mit einer feierlichen Sieger­ehrung in Berlin gewürdigt.

Sieger­ehrung mit Ministerin in Berlin

Steffi Lemke, Bundes­ministerin für Verbraucher­schutz und Schirmherrin von „Jugend testet“, gratulierte den Nach­wuchs­teste­rinnen und -testern. „Ich danke allen Teilnehme­rinnen und Teilnehmern, die sich mit Einfalls­reichtum und Forscher­geist in die Tests gestürzt haben“, sagte die Ministerin bei der Sieger­ehrung im großen Saal der Stiftung Warentest in Berlin.

Lemke: „Beitrag zur Verbraucher­bildung“

Mit dem Wett­bewerb leiste die Stiftung Warentest einen wichtigen Beitrag zur Verbraucher­bildung, betonte die Ministerin. Diesem Credo würden auch die Jugend­lichen gerecht: „Ihr Engagement und die Zeit, die Sie in Ihre Projekte investiert haben, ist keine Selbst­verständlich­keit. Berichten Sie anderen davon, damit der Gedanke von nach­haltigem Konsum weitergetragen wird.“

Produkttests: Das sind die Gewinner

Tisch­tennis­bälle (Platz 1): Zelluloid und Plastik

Lange wurde mit Zelluloidbällen gespielt, die optimale Eigenschaften haben, aber leicht entzünd­bar und inzwischen verboten sind. Wie performen Bälle aus alternativen Materialien? Jan Ecker und Jakob Hammer­schmidt, beide 18 Jahre alt und im Leistungs­sport aktiv, haben Spiel­verhalten, Stabilität und Lang­lebig­keit von Plastikbällen untersucht. „Aktuell sind die teureren Bälle besser als die güns­tigen“, sagen die Gymnasiasten aus dem hessischen Geisenheim. Mit dem Vorgänger aus Zelluloid könne aber noch kein Modell mithalten.

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Spielen selbst seit vielen Jahren Tisch­tennis: Jan Ecker und Jakob Hammer­schmidt. © Edgar Zippel

Pflaster (Platz 2): Kleber und Keime

Knie aufgeschürft, in den Finger geschnitten: Wer ein Pflaster braucht, muss sich im Ernst­fall auf die Qualität verlassen können. Das gilt vor allem für Jannis Drechsler (19) und Max Spannagel (18), die sich an ihrer Schule im hessischen Geisenheim als Sani­täter engagieren. Neun Pflaster haben sie unter anderem auf Klebe­verhalten, Haut­verträglich­keit und Keimbelastung geprüft – ihr Urteil: Drei sind gut. Nach­holbedarf sehen sie bei den Verpackungen: Oft lassen sich die Pflaster nicht ohne Knicken wieder darin verstauen.

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Engagieren sich als Schulsani­täter: Jannis Drechsler und Max Spannagel. © Edgar Zippel

Luft­ballons (Platz 3): Stabilität und Lang­lebig­keit

Wenn es etwas zu feiern gibt, dürfen Luft­ballons nicht fehlen – zumindest nicht bei Annika Lösl, Marlene Lösl, Sarah Winter (alle 16) und Elena Vaith (15). Damit die Ballons nicht zum Stimmungs­killer werden, haben die Schüle­rinnen von der Realschule Schoell­nach in Bayern neun Marken getestet. Wie der optimale Ballon aussieht? Er sollte sich gut aufblasen und verknoten lassen, stabil sein und lange halten. Erstaunlich: Alle geprüften Ballons sind lang­lebig. Mit Luft befüllt waren sie selbst nach vier Monaten nahezu unver­ändert.

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Feiern stets mit Luft­ballons: Annika Lösl, Marlene Lösl, Elena Vaith und Sarah Winter. © Edgar Zippel

Dienst­leistungs­tests: Das sind die Gewinner

Pass­wort­manager (Platz 1): Prüfung mit Python

1234 oder der Name des Haustiers – unsichere Pass­wörter sind ein Problem, berichtet Noah Schuster. Pass­wort­manager helfen, sichere Pass­wörter zu erstellen und zu verwalten. Zehn solcher Programme hat der Schüler aus Abtsg­münd in Baden-Württem­berg analysiert, für seinen Test programmierte er sogar eigens eine Software. Die Programmier­sprache Python hat er sich selbst beigebracht. Bemerkens­wert: Die meisten Urteile sind denen aus unserem aktuellen Passwortmanager-Test sehr ähnlich.

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Hat Pass­wort­manager mit eigener Software getestet: Noah Schuster. © Edgar Zippel

Führer­schein-Apps (Platz 2): Praktisch für die Theorie

Qualität muss nicht immer etwas kosten – zu diesem Ergebnis kommt Johannes Engbert aus dem baden-württem­bergischen Künzelsau. Er testete Apps, mit denen sich Fahr­schüle­rinnen und Fahr­schüler auf die theoretische Prüfung vorbereiten können, eine Alternative zu Fragebögen in Papierform. In Sachen Struktur, Design, Funk­tionen und Benutzerfreundlich­keit schnitt eine kostenlose App am besten ab. Mit ihr ist der 18-Jährige gleich durch­gestartet. Er macht aktuell seinen Motor­radführer­schein.

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Führer­schein-Apps haben ihm bei der Prüfungs­vorbereitung geholfen: Johannes Engbert. © Edgar Zippel

Instagram (Platz 3): Wie fresh sind die News?

Viele Jüngere informieren sich vor allem über Insta­gram. Aber was taugt das Nach­richten-Angebot in dem sozialen Netz­werk? Johanna Herbes, Emilia Trilk, Ivelina Andreeva und Amelie Dörr wollten es genauer wissen. Vier Wochen haben die Schüle­rinnen, die ein Gymnasium im bayerischen Freising besuchen, Kanäle etablierter Medien ausgewertet. Wie viele Posts senden sie? Beant­wortet das Newsteam Fragen? Wie inno­vativ präsentiert es Nach­richten? Fazit der vier Teste­rinnen: Es besteht Verbesserungs­potenzial.

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Bei ihnen stehen News im Fokus: Johanna Herbes, Emilia Trilk, Ivelina Andreeva und Amelie Dörr. © Edgar Zippel

Den Einsatz und die Kreativität der sechs Spitzen­teams würdigt die Stiftung Warentest mit Preisgeldern. Die Erst­platzierten erhalten 2 500 Euro, die Zweiten 2 000 Euro und die Dritten 1 500 Euro.

Auf in die nächste Runde!

Nach dem Wett­bewerb ist vor dem Wett­bewerb: Im September 2022 startet die neue Runde. Informationen und Tipps für die Teil­nahme gibt es auf jugend-testet.de

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