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Nachhilfeinstitute, Kaugummis und Autos für Fahranfänger - Jungtester aus ganz Deutschland überraschten erneut mit originellen Tests und verblüffenden Ergebnissen. Heute fand in Berlin die Preisverleihung des Wettbewerbs „Jugend testet“ der Stiftung Warentest statt. Mit dabei: Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

Reges Interesse

Jugend testet 2009 Meldung

Ilse Aigner, Ministerin für Verbraucherschutz

Ilse Aigner, Ministerin für Verbraucherschutz

Etwa 1 800 Schüler aus ganz Deutschland nahmen am diesjährigen Wettbewerb „Jugend testet“ der Stiftung Warentest teil. Mehrere hundert Produkt- und Dienstleistungstests reichten die Jugendlichen ein. Die sechs besten Arbeiten zeichneten Stiftungsvorstand Werner Brinkmann und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner am Mittag in Berlin aus. Die Ministerin gratulierte der Stiftung Warentest zur Aktion „Jugend testet“, „wo sich junge Menschen erfolgreich als kritische Testerinnen und Tester bei Waren und Dienstleistungen bewährt haben“. Die Schirmherrschaft des Wettbewerbs habe die Ministerin gerne übernommen, "denn unser Leitbild ist der mündige und eigenverantwortliche Verbraucher, der kritisch abwägt und hinterfragt und das taten auch die Teilnehmer von Jugend testet", betonte Aigner in ihrer Rede.

Kaugummi gegen Knoblauchbrot

Jugend testet 2009 Meldung

v.l.n.r. Dorothee Weller, Nathalie Beier, Yeliz Balci, Gabriel Rojas-Kienzle

v.l.n.r. Dorothee Weller, Nathalie Beier, Yeliz Balci, Gabriel Rojas-Kienzle

Von insgesamt 22 eingereichten Kaugummitests war einer besonders kreativ: Vier Schüler des Esslinger Theodor-Heuss-Gymnasiums ließen verschiedene Kaugummisorten gegeneinander antreten, auch im Mundgeruchtest. Die Kaugummis mussten sich dabei gegen Knoblauchbrot und Knoblauchextrakt durchsetzen. Ebenfalls einfallsreich: der Dehnbarkeitstest. Ganze 11 Meter zogen die Schüler eine Sorte in die Länge. Die originellen Untersuchungsmethoden wurden belohnt: „Der Jury hat die Arbeit ausgezeichnet gefallen und sie war sich ganz schnell einig“, fasste Hubertus Primus, Bereichsleiter Publikationen der Stiftung Warentest, in seiner Laudatio zusammen. Die Esslinger Schüler gewannen den ersten Platz in der Kategorie Produkttest.

Auf dem Weg zu besseren Noten

Jugend testet 2009 Meldung

v.l.n.r. Jana Domisch, Marcel Sehic, Alexandra von Hagen, Marielle Schavan

v.l.n.r. Jana Domisch, Marcel Sehic, Alexandra von Hagen, Marielle Schavan

Kommen Schüler im Unterricht nicht hinterher, haben sie eigentlich nur eine Option: Nachhilfe. Was professionelle Nachhilfeinstitute taugen, testeten vier Gymnasiasten aus Meerbusch. Sechs regionale Dienste überprüften die Jungtester. Neben Preis, Lage und Kursangebot, war ihnen vor allem die Kompetenz der Nachhilfelehrer wichtig. Diese untersuchten sie anhand einheitlicher Mathe-Aufgaben. Ihr Ergebnis: Ein hoher Preis ist kein Qualitätskriterium. Der günstigste Dienst bot die beste Nachhilfe, der zweitteuerste die schlechteste. Für ihre engagierte Arbeit verdienten sich die Gymnasiasten den ersten Platz in der Kategorie Dienstleistungstest. Benhamin Hilbert, Vorsitzender der Bundesschülerkonferenz, lobte in seiner Laudatio vor allem die Idee, die Vorgehensweise sowie die Alltäglichkeit des gewählten Themas.

Regenschirme im Windkanal

Jugend testet 2009 Meldung

v.l.n.r. Annika Henkel, Katharina Engeroff, Edda Hundert, Carolin Ellerhorst

v.l.n.r. Annika Henkel, Katharina Engeroff, Edda Hundert, Carolin Ellerhorst

Ebenfalls engagiert gingen vier Schülerinnen der Bremer St.-Johannis-Schule vor. Sie entwickelten einen Extremtest für Regenschirme. Die Testobjekte, sechs Billigschirme von 1.99 Euro bis 10.99 Euro, bemusterten die Mädchen nicht nur unter einem Mikroskop. Die Schirme mussten sich auch in einem Windkanal behaupten. Dort machten fast alle Testschirme schon bei einer Windgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde schlapp. Die aufwändige Arbeit hat sich für die Schülerinnen gelohnt: Ihr Test wurde als zweitbester Produkttest ausgezeichnet. „Sie haben einen beeindrucken Test konzipiert und durchgeführt, der auch dem Profitester Respekt abnötigt“, würdigte Laudator Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen der Stiftung Warentest, die Schülerinnen.

Reisebüros vor Internet

Jugend testet 2009 Meldung

v.r.n.l. Miriam Maxeiner, Gerlind Werner im Reisebüro

v.r.n.l. Miriam Maxeiner, Gerlind Werner im Reisebüro

Auch wenn das Internet bei vielen Schülern hoch im Kurs steht, für die Urlaubsplanung lohnt sich ein Besuch im Reisebüro. Das ergab zumindest der Test von Miriam Maxeiner und Gerlind Werner aus Düsseldorf. Die beiden Schülerinnen überprüften vier große Reisekonzerne auf Service, Freundlichkeit und Kompetenz. „Nachdem wir uns in dieser Zeit intensiv mit Reisebüros auseinandergesetzt haben, können wir heute sagen, dass uns viel entgangen wäre, wenn wir diesen Test nicht gemacht hätten“, resümierten die Schülerinnen. Zwar schnitt nur eines der Reisebüros mit der Note „sehr gut“ ab, gegenüber der Eigenrecherche im Internet hatten jedoch alle Reiseunternehmen die Nase vorn. Der sorgfältig durchgeführte Test brachte den Düsseldorferinnen den zweiten Platz in der Kategorie Dienstleistungstest ein.

Autos für Fahranfänger

Jugend testet 2009 Meldung

Max Winkler testete Autos für Fahranfänger

Max Winkler testete Autos für Fahranfänger

Welches Auto eignet sich am besten für Fahranfänger? Diese Frage stellte sich Max Winkler aus Düsseldorf. Der 14-jährige Gymnasiast untersuchte 15 Gebrauchtwagen mit einem Preis von 3 000 bis 9 000 Euro. Neben den anfallenden Kosten nahm der Autofan auch Image, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge unter die Lupe. Die umfangreiche Untersuchung ergab: Nur eines der 15 Test-Fahrzeuge überzeugte mit der Note „gut“. Für sein Anfängerauto-Test gewann der Schüler den dritten Preis in der Kategorie Produkttest. „Die Jury war absolut überzeugt von der Testidee und der Genauigkeit der Durchführung“, betonte Heike van Laak, Leiterin der Pressestelle der Stiftung Warentest, in ihrer Laudatio.

Schulkioske auf dem Prüfstand

Jugend testet 2009 Meldung

Die Klasse 10c des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums testete Schulkioske

Die Klasse 10c des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums testete Schulkioske

Viele Schüler kaufen an Schulkiosken täglich Getränke, Snacks und andere Kleinigkeiten. Ob die Miniläden Ansprüche eines Jugendlichen erfüllen, testete die Klasse 10c des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums in Speyer. Das Angebot an gesunden und ausgewogenen Lebensmitteln sowie die Serviceleistung der Kioske standen auf dem Prüfstand. Acht Schulkioske stellten sich dem Test, nur einer erreichte im Gesamturteil die Note „gut“. „Was das Angebot betrifft, so sind bei genauerem Hinsehen letztlich alle Verlierer“, schreiben die Schüler in ihrem Testbericht. Eine weitaus bessere Leistung bescheinigte die Jury den Nachwuchstestern. Sie erhielten den dritten Preis für ihren Dienstleistungstest.

Mehr zum Wettbewerb

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Der Wettbewerb „Jugend testet“ fand insgesamt bereits zum 14. Mal statt. In diesem Jahr reichten 1 782 Schüler 445 Arbeiten ein. Die sechs besten Testberichte wählte eine Jury mit Journalisten, Warentestern und Schülervertretern aus. Die Gewinner wurden mit Preisgeldern von insgesamt 9 000 Euro sowie mit Reisen nach Berlin belohnt. Der nächste Jugend testet-Wettbewerb startet im September 2009. Weitere Informationen unter www.jugend-testet.de.

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